Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

27.09.2016, 19.45 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Waschbären: Tierische „Nachtschwärmer“ in der Kohlfurth

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Diese Aufnahme von einem seiner nächtlichen Waschbär-Besucher schoss Rolf W. Sonntag mit einer Wildkamera.

„Waschbären breiten sich aus“ oder „Waschbären werden zur Plage“, so lauten zwei Schlagzeilen der letzten Jahre – nachdem die possierlichen Tiere in den 1940er Jahren in Hessen ausgesetzt worden sein sollen, haben sie sich rasant in Deutschland ausgebreitet.

Besonders stark sind die nachtaktiven Räuber in NRW heimisch geworden: Laut Naturschutzbund Deutschland wurden zwischen 2014 und 2015 allein im Lande über 10.000 Waschbären erlegt, 2012/13 waren es sogar über 11.000 Tiere. Nach Schätzungen sollen sich im Wuppertaler Süden etwa 80 Exemplare der putzig und tollpatschig wirkenden Tiere angesiedelt haben. Das kommt nicht von ungefähr: Zum einen sind Waschbären gerne am Wasser – der Cronenberger Wupper-Strand ist da ein willkommenes Ziel.

Zum anderen bedienen sich Waschbären an den Futterstellen von Haustieren – die Futtertröge von Pferden, Katzen und Hunden bieten da einen reich gedeckten Tisch auch im Dörper Süden. Ein Lied davon kann Rolf W. Sonntag singen: Im August alarmierten erstmals ungewöhnliche Geräusche die Hunde der Familie in der Unterkohlfurth – ab Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen schlugen die beiden Vierbeiner regelmäßig an.

Nachdem die Ursache dafür zunächst nicht zu klären war, versuchte der Dörper Hobbyfotograf dem Rätsel mit einer sogenannten Wildkamera auf die Spur zu kommen. Mit Erfolg: Bei Auswertung der nächtlichen Aufnahmen waren zwei Waschbären von beeindruckender Größe zu sehen, die den Balkon erklommen, um die Futterreste im Vogelhäuschen zu ergattern – „übrigens auch bei hell erleuchtetem Wohnzimmer“, berichtet Rolf W. Sonntag.

„So possierlich sie auch aussehen, selbst Jagdhunde hätten wahrscheinlich schlechte Karten“, glaubt der Kohlfurther und liegt damit wohl richtig: Selbst mit Füchsen oder Dachsen sollen sie es aufnehmen können.