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27.10.2016, 16.28 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Jörg Heynkes: „Es gibt keinen Grund, das Klima nicht zu retten!“

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Pastor Ulrich Weidner (re.) lud ein und „VillaMedia“-Chef Jörg Heynkes (mi.) und Stephan Schaller kamen – und überzeugten.

Im Rahmen der ökumenischen Reihe zum Thema „Nachhaltigkeit“ begrüßte Pastor Ulrich Weidner zuletzt den Chef der „VillaMedia“, Jörg Heynkes, sowie Stephan Schaller vom „Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production“ (CSCP) im Zentrum Emmaus. Rund 60 Zuhörer kamen und waren vom Referat des „VillaMedia“-Chefs zum Thema „Nachhaltiges Leben in Wuppertal“ in den Bann gezogen.

Jörg Heynkes ist ein wesentlicher Motor dafür, dass sich am Arrenberg ein ganzes Quartier aufgemacht hat, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. Als die Initiative startete, war das Quartier eine „Wüste“. Überall? Nein, nicht überall – auf dem 4.000 Quadratmeter großen Areal seiner „VillaMedia“, die mehr als 15 Unternehmen der Medien- und Energiewirtschaft, eine Eventlocation und das „Innovationszentrum NRW“ beherbergt, geht Jörg Heynkes mit gutem Beispiel voran: Die „Villa-Media“ erzeugt schon jetzt mehr Energie als sie verbraucht – und nutzt diese zum Beispiel für die eigene Flotte an Elektrofahrzeugen und innovative Stromspeicher.

Der Zeitplan ist ambitioniert: In den vergangenen Jahren wurde das Projekt „Klimaquartier Arrenberg“ ausschließlich durch ehrenamtliche Arbeit vorangetrieben. „Jetzt geht es an die Umsetzung des Piloten in der Simonsstraße oder die Entwicklung der „Arrenbergfarm“ sowie die mögliche Übertragung auf andere Städte. Dazu braucht es eine professionelle Struktur: „Das bedeutet, dass wir ein kompetentes Team aufbauen müssen, welches hauptamtlich diesen Prozess vorantreibt“, erklärte Jörg Heynkes. Konkret: Das Team muss in Dialog mit sämtlichen Akteuren des Quartiers treten.

„Warum sind noch nicht überall Solaranlagen auf den Dächern?“

Ob es die Anwohner sind, die Hausbesitzer und Unternehmer, Forschungspartner, Medien oder die Politik – möglichst alle sollen mitgenommen werden. Jörg Heynkes ist überzeugt: Die notwendigen Veränderungen in der Energieversorgung oder der Mobilität werden sich rentieren und benötigen deshalb auch keine Förderung – Heynkes rechnet mit einer Aufbauphase von fünf Jahren. „Wir haben ein Gefühl für das, was wir tun“, unterstrich der Küllenhahner.

Der Verein „Aufbruch am Arrenberg e.V.“ kann beim Projekt „Klimaquartier Arrenberg“ auf zahlreiche Forschungs- und Praxispartner zählen: Ob die Stadtwerke, die Firmengruppe Küpper, das Wuppertal Institut, die Bergische Universität, die Stadt, die Energieagentur NRW und, und, und natürlich die „VillaMedia“ auch – die Liste der Kooperationspartner ist lang und klangvoll. „Ich verstehe überhaupt nicht, warum noch nicht jeder Hausbesitzer eine Solaranlage auf dem Dach hat“, wunderte sich Heynkes: „Hilfen und Technik stehen bereit. Es gibt keinen Grund, das Klima nicht zu retten!“

Wenn in vier Jahren auch die Helios-Klinik am Arrenberg verlegt ist, wird ein weiteres, riesiges Areal frei – auch dieses soll weiter entwickelt und das Potenzial ausgebaut werden. Es bleibt also viel zu tun, schon jetzt ist der Arrenberg aber ein Vorzeigeprojekt, das republikweit strahlt. Aber hat denn Cronenberg auch was von den Aktivitäten am Arrenberg? „Ich bin sicher, dass das Potenzial da ist, dass wir voneinander lernen können, unser Projekt auch auf Cronenberg anzupassen. Das ist sehr spannend“, erklärte Heynkes – Stephan Schaller will hierzu eine „Brücke“ sein…