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07.12.2016, 16.25 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

BHC-Kritik am Bürgeramts-Plan: „Die Stadt macht, was sie will…“

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Die Hedwigkids mit Gudrun Ditgens, welche BHC-Chef Jochen Plate (re.) und Ursula Abé (vo. li.) begrüßten, sorgten für den besinnlichen Teil der weihnachtlichen Mitgliederversammlung des Bürgervereins BHC.

Zu Beginn war es adventlich-besinnlich: Auch diesmal war Gudrun Ditgens mit den „Hedwigkids“ in die Gaststätte „Kaiser-Treff“ gekommen, um für die Musik beim weihnachtlichen Mitglieder-Treff des Bürgervereins Hahnerberg-Cronenfeld (BHC) zu sorgen: Bei Schnittchen-Platten wurde zum „Striekspöen“-Hit „Et Lehnchen“ geschunkelt und als die Hedwigkids „O du fröhliche“ anstimmten, sangen die BHC-Mitglieder fröhlich mit – es schien ein besinnlicher Jahresausklang zu werden.

Dann jedoch kam BHC-Vorsitzender Jochen Plate in seinem ansonsten positiven „Schweinsgalopp“ durchs Bürgervereinsjahr auf das Thema „Bürgerbüros“ zu sprechen: Angesichts der gerade bekannt gewordenen Stadt-Pläne zum Bau eines zentralen Bürgerzentrums am Rathaus Barmen (die CW berichtete) war es bei Plate mit der Besinnlichkeit vorbei – „O du ärgerliche“ lautete das (Klage-)Lied, das der Bürgervereinsvorsitzende anstimmte: „Uns einen von Bürgerbeteiligung zu erzählen und dann sowas – es ist undemokratisch, was die da machen“, redete Plate Klartext: „Bei der Großen Kooperation im Rat wird alles durchbestimmt.“

Der BHC-Chef zeigte sich ob der Stadt-Pläne fassungslos und sauer zugleich: Gerade noch hätten er und die drei weiteren Dörper Bürgervereine in einem Gespräch mit dem zuständigen Dezernenten Panagiotis Paschalis (die CW berichtete) den Eindruck gewonnen, dass die Stadt verschiedene Lösungsansätze für die Meldeamt-Problematik erarbeite. Nur wenige Wochen später ziehe die Stadt kurz vor Weihnachten einen Plan aus der Schublade, der praktisch den Tod der Bürgerbüros bedeute: „Das ist der blanke Hohn, die Stadt macht, was sie will“ – Plate drastisch weiter: „Die lassen die Maske fallen.“

Der Vorsitzende der Hahnerberg-Cronenfelder kündigte den energischen Widerstand aller vier Cronenberger Bürgervereine an: „Wir werden alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen“, betonte Jochen Plate: „Wir werden heftig reagieren.“ Applaus im Saal signalisierte, dass die BHC-Mitglieder ihrem Vorsitzenden zustimmten. An den mit Tannengrün und Christbaumkugeln geschmückten Tischen war von „unzumutbar“ die Rede, eine Unterschriftensammlung gegen die Bürgeramts-Pläne wurde vorgeschlagen, Lutz Kosanke, Vorsitzender des Siedlervereins Wilhelmring, berichtete, dass auch alle Wuppertaler Siedlerverbände gegen das Bürgeramt seien.

„Lasst uns dagegen auf die Straße gehen“, rief ein weiteres BHC-Mitglied sogar zu einem Cronenberger Protestmarsch auf – das könnte ein heißer Winter werden…