Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

13.12.2016, 09.44 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Fernwärmetrasse: Dürrweg & Co. werden ab April zum Nadelöhr

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Der Dürrweg in der oberen Südstadt. Im Zuge des Baus der Fernwärmetrasse Süd-West müssen die Anwohner mit einer monatelangen Vollsperrung leben.

Das Vereinsheim des KGV „In den Stöcken“ war proppevoll, als die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) zu einem ersten Infoabend für die Anwohner von Dürrweg und Friedrichsberg luden. Der Grund: Im Zuge der Verlegung der Fernwärmetrasse wird der Dürrweg von April bis September 2017 gesperrt (die CW berichtete mehrfach).

Über den Ansturm aus der Nachbarschaft zeigte sich Stadtwerke-Projektleiter Simon Utzeri überrascht. Verwundern konnte das Interesse aber nicht: Im Zuge der Bauarbeiten für die 40-Millionen-Euro-Leitung müssen sich die Anwohner auf drastische Einschränkungen gefasst machen: Da die Linie 613 nicht mehr durch den dann gesperrten Dürrweg verkehren kann, wird vom Cleefkothen zum Klever Platz ein Bus pendeln. Die 613  wird über die Cronenberger Straße zum Küllenhahn verkehren und hier eine Schleife fahren.

Anwohner-Unmut: „Wo sollen wir denn parken?“

Insbesondere beim Thema Parkplätze kochten die Emotionen hoch. Der Bauabschnitt Friedrichsallee wird dafür sorgen, dass die Straße nur noch einseitig befahren werden kann und viele Parkplätze wegfallen: „Das ist uns klar“, meinte dazu WSW-Vertreter Simon Utzeri, aus dem Saal schlugen ihm wütende Reaktionen entgegen: „Wie schafft man 70 neue Parkplätze an anderen Stellen? Wir werden uns notfalls dagegen organisieren.“ „Wir haben uns Gedanken gemacht“, versicherten die Stadtwerke-Vertreter – Lachen im Saal war die Reaktion.

Wie Gehbehinderte und Pflegedienste oder auch Feuerwehr und Rettungsdienste während der Bauzeit zu beziehungsweise aus den betroffenen Häusern  kommen können, war den Anwohnern schleierhaft. Sie warfen dem Projektleiter Verschweigen und Versäumnisse vor. „Wir versuchen es jedem recht zu machen“, versicherte Simon Utzeri: „Wenn Menschen Hilfe brauchen, werden wir Lösungen finden“, ergänzte Gerhard Daun von den WSW.

Fernwärmetrasse: Infos im Internet und neuer Vor-Ort-Termin

Die Stadtwerke versprachen Nachbesserungen, um die Folgen zu minimieren. Bei manchen Zuhörern machte sich dennoch Resignation breit. „Ändern können wir eh nichts“, war zu hören. Am heutigen Dienstag, 13. Dezember 2016, laden die Stadtwerke zu einer weiteren Info-Veranstaltung ein: Ort ist ab 18 Uhr erneut das Vereins-lokal des Kleingartenvereins „In den Stöcken“ am Dürrweg 25.

Online unter www.wsw-online.de/fernwaermetrasse sind übrigens alle Infos rund um den Bau der Fernwärmeleitung abrufbar.