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20.12.2016, 19.53 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Mord am Lord“: Waren es die Cronebergs – oder die Sudbergs?

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Trotz zweier Morde gab es viel zu lachen im Atelier: das TiC-Dinner-Team um Kommissar Josef Bierbichler (Peter Glück, mi.).

Am 12. Dezember 2016 gab es im TiC-Atelier ein neues kriminalistisch-kulinarisches Dinner in vier Gängen. Geschrieben von Peter Glück zeichnet Ralf Budde für die Regie und Bühnengestaltung verantwortlich, für die Kostüme sorgt Kerstin Faber. Nach erfolgreicher Klärung von „Mord im Brauhaus“ und „Mord an Bord“ verschlägt es TiC-Kommissar Josef Bierbichler (Peter Glück) diesmal nach England, wo es den „Mord am Lord“ aufzudecken gilt.

Bei seinem ersten ausländischen Fall begleitet ihn natürlich wieder sein treuer Assistent Lothar von Pfitzwalden (Björn Tappert). Das Duo bekommt es mit dem mysteriösen Mord am reichen Lord von Croneberg (alle Namen werden englisch ausgesprochen) zu tun. Bierbichler ermittelt verdeckt als Notar Dr. Plotson, während sich Assistent von Pfitzwalden zur besonderen Freude des Publikums als Sherley McHolmes in Rock, Pumps und Perücke tarnt.

Bei der Testamentseröffnung erscheint die gesamte Verwandtschaft des Lords: Lady Elisabeth von Croneberg (Marianne Pietzkowski), Mrs. Emely Sudberg (Livia Caruso), Sir Edward Sudberg (Carsten Müller) und der seltsame „Highlander“ Agnus Argyll McGalloway (Regaip Cetin). Auch Diener Jack Bensonmam (David Parke) ist dabei. Die Damen Croneberg und Sudberg zicken sich an – das soll ja „vor Ort“ auf den Südhöhen auch schon mal passieren…

„Very bergisch“: Das Cronenberger Heimatlied darf nicht fehlen

Noch bevor das Erbe zugesprochen wird, reduziert sich die Anzahl der Erbberechtigten: Sir Edward Sudberg wird mit dem Schwert von McGalloway erstochen. Jetzt taucht Reverend Balm (Carsten Müller in Doppelrolle) auf – der Fall wird undurchsichtig und teilweise auch grotesk. Plötzlich singen alle das Bergische Heimatlied in sämtlichen Strophen – die Zuschauer brechen in schallendes Gelächter aus. Der Krimi ist kompliziert, da hilft auch Erzähler Michael Baute nicht weiter. Jeder hätte schließlich irgendwie einen Grund, die Ehemänner Croneberg und Sudberg zu meucheln.

Der Diener ist durch ein Pokerspiel Leibeigener des Lords geworden, und die Damen wollen ebenso ans Erbe wie der „Highlander“, stets auftretend im Schottenrock, mit Schwert und Schild. Ist Mc Galloway ein Auftragskiller? Waren es der Diener oder die Ehefrauen? Dann entpuppt sich Reverend Balm auf einmal als verdeckter englischer Kommissar. Vor dem Nachtisch müssen die Zuschauer per Voting auf Stimmzetteln ran und mit entscheiden: War es ein Doppelmord? Waren es zwei unabhängige Morde? Oder gibt es eine überraschende Wende?

Karten fürs TiC-Krimi-Dinner als Weihnachtsgeschenk

Letzteres geschieht! Der Kommissar, der zum Notar wurde, kann den Fall nicht lösen. Auch Ermittler Balm nicht. Nur der Zuschauer erfährt, wer die Morde begangen hat – wer, wird hier selbstverständlich nicht verraten. Nach dem dreieinhalbstündigen lustigen Mord-Spektakel, das kulinarisch durch ein „very british“ und überaus verdauliches Vier-Gänge-Menü mit Kerzenleuchtern flankiert wird, gab es trotz der Trauerfälle auch einiges zu lachen – insgesamt also ein wohlschmeckendes Krimi-Dinner.

Weitere Gelegenheiten, an den Dinner-Tischen im TiC-Atelier Unterkirchen noch vor Weihnachten Platz zu nehmen, sind im Januar und Februar 2017. Karten für „Mord am Lord“, die sich übrigens auch als Weihnachtspräsent bestens eignen, sind unter Telefon 0202 47 22 11, im Internet unter www.tic-theater.de oder natürlich auch im TiC-Büro an der Hauptstraße 3 erhältlich.