Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

25.01.2017, 10.24 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Felix Isenberg: Trikots & Co für Slumkinder in Kenia

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Felix Isenberg (hi. mi. re.) bei der Übergabe der Spenden vor Ort in Kenia. -Foto: privat

Dass in der Hafenstadt Kisumu immer mehr Kinder und Jugendliche mit Wuppertaler Trikots ausgerüstet sind, haben sie Spendensammler Felix Isenberg und seinen Mitstreitern vom Cronenberger SC (CSC) zu verdanken. Der 21-Jährige sammelte seit Beginn 2015 Fußball-Sachspenden, darunter Trikots, Hosen, Regenjacken und Fußballschuhe, aber auch Trainingsutensilien wie Fußbälle, Pillonen und Absteckstangen (die CW berichtete seinerzeit).

Vereine und Sportgeschäfte haben das karitative Projekt seitdem unterstützt – stolze 380 Kilogramm Sachspenden kamen insgesamt zusammen. Während Sport- und Fußballvereine vor allem ausrangierte Trikots und Schuhe spendeten, steuerten Privat- und Geschäftsleute brandneue Fußbälle und Trainingsmaterialien bei. „Ich habe die Idee zunächst unserer zweiten Mannschaft vorgestellt und dann auch beim ganzen Verein und vielen anderen Klubs nachgefragt“, berichtet Felix Isenberg und zeigt sich überwältigt von der großen Spendenbereitschaft seiner Fußballkollegen aus 15 Vereinen.

Hintergrund der Idee war ein halbjähriger Aufenthalt im Westen Kenias, wo Isenberg nach dem  Abitur am Carl-Fuhlrott-Gymnasium einen Freiwilligendienst ableistete. In den Slums erlebte der Küllenhahner dabei aus nächster Nähe das Leid der Menschen mit: „Die Jugendlichen dort sind der Gefahr ausgesetzt, an die falschen Leute zu geraten und eine kriminelle Karriere zu starten oder drogenabhängig zu werden“, weiß Felix Isenberg ebenso, wie dass Armut, elterliche Vernachlässigung und Langeweile diese Gefahr vergrößern.

Beim CSC mit Spendenidee auf offene Ohren gestoßen

Gerade deshalb sei der örtliche Fußballverein umso wichtiger und biete den 9- bis 17-Jährigen Gemeinschaft und Perspektiven. „Ein solcher Verein ist fundamental für die Zukunft der Kinder“, erklärt Isenberg, brauche jedoch dringend finanzielle Unterstützung. Mit der Idee, Sachspenden zu sammeln, stieß der junge Mann beim Cronenberger SC sofort auf offene Ohren und fand in seinen Mannschaftskollegen Maurizio Luther und Louis Lange auf Anhieb engagierte Mitstreiter für sein Projekt.

In mühseliger Arbeit wurden die Spendengüter zunächst sortiert, gewaschen und kaputte Klamotten dann aussortiert. Als hohe Hürde erwies sich der Transport: „Wir mussten uns zunächst einmal das nötige Know-How aneignen“, verrät Isenberg und benennt neben den hohen Kosten, die Transportsicherheit, spezielle Einfuhrbestimmungen sowie die Ausstellung eines Gesundheitszertifikats als Hindernisse.

Stahlwille half beim Transport nach Kenia

Da man nicht zu lange warten wollte, setzten sich Isenberg und Luther im Februar 2016 kurzerhand selbst ins Flugzeug. Nach Ausreizen der erlaubten Höchstgrenzen schaffte man so immerhin die ersten 40 Kilo nach Afrika. „Wir haben die Koffer so voll gepackt, wie es nur eben ging“, schmunzelt Lehramts-Student Maurizio Luther und berichtet während des zweiwöchigen Aufenthalts von vielen strahlenden Kinderaugen und großer Dankbarkeit.

Mit der Firma Stahlwille fand Isenberg schließlich einen wichtigen Sponsor, um auch die übrigen 340 Kilogramm nach Kenia transportieren zu können. „Ich habe bei deren Firmenfeier gekellnert und spontan die Gelegenheit genutzt, den Geschäftsführer anzusprechen. Später habe ich dann eine Präsentation zu meinem Projekt gehalten und sie so von der Unterstützungswürdigkeit überzeugen können“, erzählt der engagierte Fußballer, der inzwischen eine Ausbildung zum OP-Assistenten begonnen hat. So gingen dann schließlich auch die restlichen Spendengüter auf ihre rund vier Monate lange Reise.…

Christian Werth