Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

06.02.2017, 21.23 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Facebook-Initiative „ProCro“: Frischer Wind für Cronenberg

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Cronenberg ist top, finden Rainer Becker (li.) und Uwe Trautmann von der Initiative „ProCro – Bürger gestalten Cronenberg“.

„Cronenberg ist top“, finden Rainer Becker und Uwe Trautmann. Aber in Cronenberg muss auch was geschehen: Welche Geschäfte könnten zum Beispiel im Dorf für weniger Leerstand sorgen? Diese Frage in der Gruppe „Netzwerk Wuppertal“ beim sozialen Netzwerk Facebook brachte nicht nur interessante (aber auch ironisch gemeinte) Antworten hervor, sondern auch eine neue Initiative.

„Es war Freitagnacht gegen 23 Uhr, als ich eine neue Gruppe ,ProCro – Bürger gestalten Cronenberg’ ins Leben rief“, berichtet Rainer Becker. „Am nächsten Morgen gab es schon 40 Mitgliedsanfragen.“ Der „leidenschaftliche Lokalpatriot“ hatte etwas losgetreten, wovon Cronenberg letztlich profitieren kann. Auch wenn zwischenzeitlich über 140 Facebook-Mitglieder Interesse an der Idee der „ProCro“-Gruppe gezeigt haben, sieht man sich bestimmt nicht als „Heilsbringer“, betont Rainer Becker im Gespräch gegenüber der CW.

„Keineswegs parteiisch, aber auf jeden Fall politisch…“

„Wir wollen vielmehr die Leute anstupsen“, merkt der Cronenberger Transport-Unternehmer Uwe Trautmann an. Den Bürgervereinen wolle man keine Konkurrenz machen, aber vielleicht neue Ideen fürs Dorf einbringen. Daher verstehe man sich vielmehr als Gemeinschaft, die in ihrem Netzwerk dann vielleicht auch auf die eine oder andere Ressource zurückgreifen und so Ideen realisieren könne. „In Cronenberg herrscht eine Verbundenheit, das macht das Dorf aus“, unterstreicht Uwe Trautmann. „Wir sind nicht parteiisch, aber durchaus politisch“, ergänzt Rainer Becker.

Im Januar setzte man sich erstmals zusammen: Sechs Personen hatten sich angemeldet, sieben kamen schließlich: „Damit habe ich nicht gerechnet“, freut sich Becker über die Resonanz auf die Idee. Zusammen habe man vier erste Ideen entwickelt, die man in den nächsten Wochen und Monaten weiterentwickeln wolle. Besonders im Fokus von „ProCro“ steht der ehemalige Akzenta-Markt an der Hauptstraße. Hier könne man sich verschiedene Nutzungsmöglichkeiten vorstellen – eine Projektgruppe soll diese nun herausarbeiten und mit dem Vermieter Kontakt aufnehmen.

„Das Dorf hat sehr viel Potenzial…“

Zudem möchte man auch einen zentralen Veranstaltungskalender für Cronenberg anregen sowie den Schriftzug „Cronenberg lohnt sich“ reaktivieren. Letzteres könnte vielleicht nachhaltig organisiert werden durch erneuerbare Energien und LED-Beleuchtung – nicht nur in diesem Zusammenhang stehe man in engem Kontakt mit der Initiative „NiC – Nachhaltig in Cronenberg“. Darüber hinaus möchte „ProCro“ das Cronenberger-Profil schärfen.

„Wir haben etwa einen eigenen Bundesliga-Verein“, stellt Rainer Becker heraus. Viele Firmen im Dorf seien Weltmarktführer in ihren Sparten und sicherten so langfristig Arbeitsplätze. Auch die Turmsinger und ein von einem Sportverein betriebenes Freibad seien außergewöhnliche Alleinstellungsmerkmale – die gelte es alle besser herauszustellen. „Auf das Netzwerk kommt es letztlich an“, erklärt Uwe Trautmann die Intention von „ProCro“.

Alle vier bis sechs Wochen wolle man sich zukünftig treffen, um Ideen zu entwickeln und zu besprechen, denn: Das Dorf habe „sehr viel Potential“…

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund des parteipolitischen Engagments von Uwe Trautmann ist es offensichtlich zwischenzeitlich zu einem Zerwürfnis in der Initiative „ProCro” gekommen.