Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

13.02.2017, 20.14 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Ortsmitte: Mehr Fußgänger-Sicherheit durch Querungshilfe

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Eine typische Szene in der Ortsmitte: Zwischen fahrenden Autos überqueren Fußgänger „wild“ die (holprige) Hauptstraße. | Archivfoto: Meinhard Koke

Seit Jahren sind sie immer mal wieder im Gespräch: verkehrliche Veränderungen in der Ortsmitte. Für zehntausende Euro erstellte ein Planungsbüro vor über zehn Jahren eine Ortsmitte-Planung – letztlich für die Schublade. Die SPD forderte ein „Shared Space“, sprich eine Gleichberechtigung von Fußgängern und Fahrzeugen auf der Hauptstraße – ohne Erfolg.

Zuletzt gab es Prüfaufträge zur Einrichtung einer Tempo-30-Zone im Ortsmitte-Abschnitt sowie für eine Bürgerbeteiligung zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität entlang der Hauptstraße – noch nichts dazu aus der Stadt gehört. Insofern: Auch wenn es immer wieder Anläufe dazu gibt, geändert hat sich entlang der Dörper Einkaufsmeile nichts. Wie gehabt überqueren die Dörper die Hauptstraße – nicht nur an den beiden Ampeln, sondern wo sie wollen.

„Weckruf“: Schwerer Unfall im November 2016

Und wie sie wollen: Ob mit Kinderwagen, Rollator oder Kind an der Hand – gäbe es hier noch Aldi und Akzenta, dann sicherlich auch noch mit Einkaufswagen… Dass die Dörper ihrer eigenen Wege über die Durchgangsstraße gehen, ist natürlich auch bei der Polizei bekannt. „Erstaunlich, dass hier nicht mehr passiert“, wundern sich jedes Jahr auch die Verkehrsexperten im Polizeipräsidium darüber, dass es kaum zu nennenswerten Unfällen mit Fußgängern in der Ortsmitte kommt.

Bis zum 23. November 2016: Da wurde eine 88-Jährige von einem Sattelschlepper angefahren und schwer verletzt (die CW berichtete). Die Seniorin hatte die Hauptstraße in Höhe der Löwen-Apotheke überqueren wollen. Grund genug für die CDU Cronenberg, zur letzten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Querungshilfen für die Hauptstraße zu fordern. In Höhe der Unfallstelle vom November sei eine mögliche Stelle, schlägt die CDU vor.

„Nicht zu viel fordern, sondern einfachste Lösung schnell umsetzen“

Letztlich solle aber die Verwaltung benennen, wo Querungshilfen eingerichtet werden könnten. Und zwar schnell, so lautete der Tenor im Dörper Stadtteilparlament. SPD-Sprecher Hans-Peter Abé regte zwar an, die Querungshilfe-Frage in die von der SPD gewünschte Bürgerbeteilung zur Hauptstraße einzubetten. Auf die längere Bank wollte die Mehrheit in der BV den CDU-Antrag aber nicht mehr schieben. Querungshilfen seien mit wenigen Markierungsstrichen und jeweils zwei Schildern schnell und kostengünstig einrichtbar, sagte CDU-Vizebürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky.

Insofern solle man nun nicht zu viel fordern und damit die schnelle Variante aufs Spiel setzen. Auch wenn SPD-Sprecher Abé reklamierte, dass die Querungshilfe nichts verändern werde („Die Leute werden die Hauptstraße auch weiterhin da überqueren, wo sie wollen“), auch wenn Grünen-Ratsfrau Regina Orth betonte, dass Querungshilfen nur „ein Anfang“ sein könnten, letztlich stimmte die Bezirksvertretung dem CDU-Antrag einstimmig zu.

Nach diesem Votum darf man gespannt sein, wie lange die „schnelle Lösung“ in der Stadtverwaltung und der „kleine Wurf“ dann bis zur Umsetzung braucht…