Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

21.02.2017, 16.58 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Bart Wolters: Helfer im Dorf und weit weg für „Cars of Hope“

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Zwei von vielen, die auch weiterhin gerne helfen: die Cronenbergerin Sieglind Pleiss und Bart Wolters in der Kleiderkammer von „Willkommen in Cronenberg“ auf dem Belzer-Gelände. | Foto: Matthias Müller

Das Flüchtlingsdrama, welches ab 2015 hunderttausende Menschen aus Syrien, aber auch anderen Ländern über das Mittelmeer nach Europa trieb, löste auch in Cronenberg eine große Hilfswelle aus, „Willkommen in Cronenberg“ ist seit dem für viele ein Zeichen für Gastfreundschaft. „Auch mich hat im Oktober 2015 die Begeisterung der Helfer angesteckt“, sagte Bart Wolters.

Der gebürtige Holländer, der Maschinenbauer ist und in Oberbarmen wohnt, half  zunächst drei Tage in der Woche überall, wo Hilfe gebraucht wurde. Dann kam die Initiative „Cars of Hope“ hinzu, die mittlerweile auch von „Willkommen in Cronenberg“ unterstützt wird. „Cars of Hope“, das sind 28 Männer und Frauen aus Wuppertal, Münster und Düsseldorf. Anfangs, so berichtet Bart Wolters, half man den Menschen entlang der Balkan-Route, versorgte sie per Pkw mit Essen und Kleidung.

Seit Schließung der Route fliegen drei bis vier Helfer monatlich in ihrer Freizeit für ein bis zwei Wochen ins griechische Thessaloniki, um praktische Hilfe vor Ort zu leisten. „Hier ist Manpower gefragt“, erklärt der 52-Jährige: Man unterhält zwei Wohnungen für Geflüchtete, die nicht in Camps wohnen können, weil sie zu krank sind. „Cars of Hope“ bezahlt die Miete und versorgt die Bewohner mit Essen. Die Helfer fahren aber auch mit Kleiderspenden in die Camps, legen Fußböden in die Hallen, in denen die Zelte für die Flüchtlinge stehen.

Essen und Unterstützung für Flüchtlinge in Thessaloniki

„Es ist trotzdem eine furchtbare Situation, weil die Menschen in Griechenland festhängen, dort sogar teilweise auf der Straße leben.“ So gründete sich auch die private Initiative „Soul food Kitchen“: Zweimal am Tag kochen Helfer vor Ort mit Spendengeldern und Hilfe von „Cars of Hope“ frisches Essen für Flüchtlinge, die in Thessaloniki auf der Straße leben. Aber auch in Cronenberg beziehungsweise Wuppertal wird weiter geholfen. Beispiel dafür ist die Kleiderhalle auf dem „Belzer“-Gelände am Cronenfeld.

„Auf rund 800 Quadratmetern gibt es hier alles für Flüchtlinge, was man tragen kann“, sagt Bart Wolters und zeigt auf die Regalwände mit Kleidung, Schuhen, Geschirr, Spielzeug, Hygieneartikeln und vielen anderen Dingen für den Haushalt mehr. Vom Kleinkind bis zum Erwachsenen kann sich hier jeder Asylsuchende, der über einen Flüchtlingsnachweis verfügt, drei Mal im Jahr unentgeltlich ausstatten lassen. Die Kleiderkammer ist professionell organisiert und montags zur Annahme sowie donnerstags zur Ausgabe jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Spenden vor Ort und Kontakt-Infos

Obwohl der Andrang durch die geschlossenen Grenzen am Balkan längst nicht mehr so groß wie 2015 ist, „der Bedarf ist da“, erläutert Bart Wolters, schließlich werden nun nicht mehr nur Geflüchtete betreut, die im benachbarten städtischen Flüchtlingsheim untergebracht sind. Aus ganz Wuppertal kommen die Bedürftigen an die Hastener Straße. Für die bis zu zehn ehrenamtlichen Helfer gibt es montags und donnerstags also immer noch genug zu tun. Falls das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei kippen sollte, befürchtet die Gruppe um Bart Wolters eine zweite Welle von Flüchtlingen: „Aber so weit wird es wohl nicht kommen“, glaubt Wolters. Dennoch: Auch in Cronenberg richtet man sich auf ein weiteres Jahr der Hilfe ein.

Wer spenden möchte, kann auf das Konto der Ev. Kirchengemeinde Cronenberg, Stichwort: „Willkommen in Cronenberg“, IBAN: DE06 3506 0190 1010 3280 35 überweisen und bekommt ab fünf Euro eine Spendenquittung. Weitere Infos unter www.willkommen-in-cronenberg.de. Auch wenn die Helfer in Ausnahmefällen Kleiderspenden privat waschen, bitten sie doch Bekleidung nur sauber abzugeben. Mehr Infos zu „Cars of Hope“ gibt es online unter www.cars-of-hope.org.