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06.04.2017, 13.30 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Küllenhahn: Kommt der Samba-Bahnhof nun vom Abstellgleis?

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Ziehen mit Josef Neumann (re.) an einem Strang: Bürgermeisterin Ursula Abé und Bürgervereinschef Michael Ludwig. -Foto: Meinhard Koke

Dass der Küllenhahner Bahnhof nicht mehr zu retten ist, das ist traurige Gewissheit: Nachdem 1988 die Bahnstrecke von und nach Cronenberg stillgelegt wurde, verfällt das 110 Jahre alte Bahnhofsgebäude. Längst wurde es aus der Denkmalliste gestrichen, seit einigen Jahren haben die Eigentümer die Abrissgenehmigung in der Tasche (die CW berichtete). Die Frage ist daher: Was kommt danach?

Auch weil der Küllenhahner Bahnhof (natürlich) am Rad- und Wanderweg „Sambatrasse“ liegt, beschäftigt sich der Bürgerverein Küllenhahn seit Jahren mit dieser Frage. Das Ziel des Vereins: Eine Lösung zu finden, welche positive Effekte für die Trasse und den Ortsteil böte. Bislang scheiterten alle Versuche, nun schöpfen Bürgervereinsvorsitzender Michael Ludwig und Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé neue Hoffnung. Anlass dazu gibt der Landtagsabgeordnete Josef Neumann (SPD). Nachdem er sich eingeschaltet hat, ist Bewegung in die stockenden Bemühungen um eine Lösung für den historischen Samba-Bahnhof gekommen.

„Mix mit Gastonomie und Fahrrad-Verleih wäre toll…“

Neumann, der seit 2010 auch Cronenberg im Landtag vertritt, hat mögliche Investoren angesprochen und tatsächlich: „Es gibt Interessenten“, berichtet der 56-Jährige: „Man muss jetzt abwarten, wie sie sich mit den Eigentümern zusammenfinden.“ Um welche Investoren es sich handelt, dazu hält sich Neumann bedeckt. Verraten kann er aber, dass es sich um Ideen für das Areal handele, die eine Kombination von Wohnen, Arbeiten und Freizeit beinhalten und auch positive Effekte für Ortsteil und Trasse hätten: „Ich habe zugesichert, dass ich mich für eine solche sozial-nachhaltige Variante einsetzen werde“, betont der SPD-Landespolitiker: „Wichtig ist jetzt aber zunächst einmal, dass wir überhaupt wieder eine Vision haben, die auch in der Tradition des Grundstückes steht.“

Die Zustimmung vor Ort hat Neumann in der Tasche: „Wir haben schon vor zehn Jahren gesagt, hier muss etwas in einer Verbindung aus Wohnen und Gewerbe gemacht werden“, sagt Michael Ludwig, der Vorsitzende des Bürgervereins Küllenhahn, Josef Neumann seine Unterstützung zu: Ein Mix aus zum Beispiel Kleingastronomie, einem Treffpunkt, vielleicht einer Fahrrad-Werkstatt mit Verleih wäre ein Gewinn für den Ortsteil. „Wichtig ist, dass sich die Lösung in den Küllenhahn einfügt“, findet auch Bürgermeisterin Ulla Abé: „Und wenn eine Gastronomie dort hin käme, dann würde sich das bestimmt auch positiv auf die Trasse auswirken.“

Miteigentümer Ernenputsch: „In Ruhe die beste Lösung suchen“

„Wir wären dabei“, äußert sich Miteigentümer Rudolf Ernenputsch grundsätzlich positiv: „Wir sind uns einig, wenn hier was hinkommt, dann muss das eine soziale Komponente haben und eine Verbindung von Wohnen und Arbeiten sein.“ Noch aber, so Ernenputsch weiter gegenüber der CW, gebe es keine konkreten Gespräche. Aber man habe ja auch keinerlei Zeitdruck, die Abrissgenehmigung für den Bahnhof werde er vorsorglich erst einmal verlängern: „Wir können hier in Ruhe die vernünftigste Lösung für den Ortsteil suchen.“

Man darf gespannt sein – zumindest aber für eine sinnvolle Nachfolgenutzung des Grundstückes scheint der Zug noch nicht abgefahren zu sein…