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12.06.2017, 19.43 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

2. Bundessieg: „Jugend forscht“-Ritterschlag für Tobias Gerbracht

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Tobias Gerbracht nach der Ehrung als Bundessieger mit Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, Siemens-Vorstand Dr. Roland Busch (re.) und seinem Mentor, CFG-Lehrer Michael Winkhaus (li.). -Foto: Dirk Gerbracht

Abi-Klausuren, Schülerforscher-WM in Los Angeles, Bundesfinale „Jugend forscht“ und schließlich mündliche Abi-Prüfung am Mittwoch – Tobias Gerbracht brachte aufregende Wochen hinter sich. Während das Abitur am Carl-Fuhlrott-Gymnasium (CFG) noch die „leichteste Übung“ war und er von der ISEF-WM der Jungforscher in den USA mit einem 4. Platz zurückkehrte, war das „Jugend forscht“-Bundesfinale eine Achterbahn-Fahrt der Gefühle für Tobias Gerbracht.

So beschreibt der 19-Jährige sein Wochenende in Erlangen, wo vom 25. bis 28. Mai 2017 das Finale des 52. Bundeswettbewerbs ausgerichtet wurde. Dabei ging es für Tobias Gerbracht zunächst „rauf“: Am Samstag wurde der angehende Fuhlrott-Gymnasiast nämlich mit dem Preis für eine Arbeit zum Thema „Klimaschutz“ – mit 1.500 Euro dotiert und gestiftet von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks – geehrt.

Nach der verheißungsvollen Sonderpreisverleihung im Siemens-Forschungs- und Entwicklungszentrum ging Gerbracht dann entsprechend voller Elan in die Siegerehrung. Am Sonntagvormittag fuhr die Achterbahn im Großen Saal der Heinrich-Lades-Halle zunächst runter. Als unter den insgesamt sieben Wettbewerbskategorien sein Fachgebiet „Geo- und Raumwissenschaften“ an die Reihe kam und von hinten nach vorne die einzelnen Platzierten und schließlich Preisträger aufgerufen wurden, aber sein Name nicht fiel, „da war ich fassungslos“, beschreibt Tobias Gerbracht seine Gefühlslage.

Siegerkür beim Bundefinale: „Das war Folter…“

Nach der ersten Enttäuschung keimte jedoch neue Hoffnung, schließlich stand ja noch die Bekanntgabe der fachgebietsübergreifenden Bundessiege aus. Allerdings: „Ich wusste, dass für die Sonderpreise stets mehrere Jurys die Präsentationsstände der einzelnen Kandidaten aufsuchen und sich informieren“, erläutert der CFG-Schüler seine Skepsis – „bei mir war aber nur eine Jury gewesen“. Umso mehr ging die Achterbahnfahrt weiter, zumal das Festprogramm vor der Kür der vier fachgebietsübergreifenden Bundessieger noch eine Unterhaltungspause vorsah – „das war Folter“, beschreibt Tobias Gerbracht seine Anspannung.

Als Bundesbildungsministerin Dr. Johanna Wanka dann aber seinen Namen nannte, entlud sich alle Spannung wie nach einem „Ritt“ durch einen Achterbahn-Looping. „Ich glaube, ich bin aufgesprungen und habe gejubelt“, weiß der 19-Jährige selbst nicht mehr so recht wie ihm geschah. Einen fachgebietsübergreifenden Sieg, noch dazu in der Kategorie „beste interdisziplinäre Arbeit“ – das war wie ein „Jugend forscht“-Ritterschlag, ganz abgesehen von den 3.000 Euro Preisgeld und dem Klimaschutz-Preis am Vortrag und dem Bundessieg im vergangenen Jahr.

Erst der dritte Teilnehmer mit zwei Siegen für zwei unterschiedliche Projekte

„Dass ich das alles noch steigern konnte, das hat mich glücklich gemacht“, kommentiert der CFG-Schüler seinen übergreifenden Bundessieg: „Damit habe ich alles für mich erreicht.“ Ähnlich ging es seinem Mentor Michael Winkhaus, der seinen Schüler zu dem Bundesfinale begleitete: Der CFG-Lehrer bezeichnete die Auszeichnung als „beste interdisziplinäre Arbeit“ als „supertolle Nachricht“: Das sei „ein wirklich toller Erfolg, einmalig für Wuppertal“, so Winkhaus zur CW.

Und das ist es: Zwar konnte der damalige CFG-Schüler Peter Giesen 1975 und 1977 ebenfalls zwei Bundessiege bei „Jugend forscht“ nach Küllenhahn holen (die CW berichtete). In bislang 52 Jahren „Jugend forscht“ ist Tobias Gerbracht aber erst der dritte Jungforscher, die in unterschiedlichen Kategorien Bundessiege holte – in den Annalen des Wettbewerbs hat der 19-Jährige seinen Stammplatz damit sicher.

Das Erfolgs-Projekt 2017

Übrigens: Seine mündliche Abi-Prüfung am Mittwoch ist gut gelaufen, auch das Abi hat Tobias Gerbracht damit wohl in der Tasche. Das Erfolgsjahr 2017 ist damit aber noch nicht gelaufen: Auch beim Bundes-Umweltwettbewerb hat es das CFG-Ass ins Finale geschafft, im September wird vielleicht von Tobais Gerbracht wieder zu hören sein. Dann aber nicht mehr als CFG-Schüler, der 19-Jährige peilt ein Studium in „Industrial Design“ an der Bergischen Universität an.

Wie bereits berichtet, hat Tobias Gerbracht eine mobile Messstation zum Nachweis von Luftverschmutzung konstruiert. Gerbrachts Eigenbau-Anlage sendet Licht bis zu zwei Kilometer weit durch die Atmosphäre. Auf Basis des ankommenden Lichtspektrums lässt sich dann die Stickoxid-Konzentration in der Luft errechnen.