Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

18.07.2017, 16.22 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Anne Krone: „Ich bin immer gerne hier hingegangen…“

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War mit Leib und Seele Lehrerin an der Grundschule Küllenhahn: Annegret Krone drückt heute letztmals „die Schulbank“… -Foto: Meinhard Koke

An der Grundschule Küllenhahn wurden am vergangenen Freitag, 14. Juli 2017, nicht nur die Viertklässler verabschiedet. Auch eine Lehrerin sagt „Ade“ an der Küllenhahner Straße: Annegret Krone ging in den Ruhestand. Zwölf Jahre stand sie an der „roten Schule“ an der Tafel, zehn Jahre davon als Konrektorin und ein Jahr lang sogar als kommissarische Leiterin.

Nach ersten beruflichen Stationen an einer Grundschule in Vohwinkel und der damaligen Hauptschule Kruppstraße wechselte Anne Krone 1998 in die Nachbarschaft ihres Heimatortsteils Küllenhahn, wo die verheiratete Mutter zweier Kinder und mittlerweile zweifache Großmutter seit 30 Jahren zu Hause ist: an die ehemalige Grundschule Cronenberger Straße. Als die Schließung der „Gelben Schule“ besiegelt war, ergab sich die Chance zum Wechsel an die Küllenhahner Straße: Anne Krone bewarb sich, bekam den Zuschlag – schwupps, fortan war der Küllenhahn nicht nur Heimat, sondern auch Arbeitsplatz.

„Ich lebe hier gerne – und ich bin hier immer, immer gerne hingegangen“, gibt Anne Krone geradezu eine Liebeserklärung an den Küllenhahn und die „Küllis“ ab: Tolles Kollegium, engagierte Elternschaft („Ich habe nie Schwierigkeiten gehabt“) und prima Schüler – „in meinem Ortsteil fühle ich mich sehr, sehr wohl.“ Dort nicht nur zu leben, sondern auch zu unterrichten, verrät Anne Krone, sei schon ihr Wunsch gewesen, als sie sich noch als Schülermutter in der Elternpflegschaft der Schule engagierte. Dass die „Gelbe Schule“ dann schließen musste („Das hätte man mal besser nicht gemacht – heute werden Schulen gebraucht“), sei aber alles andere als ein Glücksfall gewesen: „Es war nur ein Glücksfall, dass ich hier hingekommen bin“, unterstreicht die scheidende Konrektorin.

Nur ein paar Klingeltürchen – „ich find’s schön so mittendrin…“

War es denn ein Problem, im eigenen Schulbezirk auch zu wohnen? „Nie“, sagt Anne Krone deutlich: „Ich finde es schön, so mittendrin zu sein.“ Nur wenige Male hätten Schüler bei ihr Klingeltürchen gemacht, berichtet sie schmunzelnd, „sonst gab’s überhaupt nichts.“ Im Gegenteil: Häufig werde sie von Ehemaligen angesprochen und sogar zu Abifeiern eingeladen – darüber freut sich Anne Krone. Ebenso, wenn sie mit dem Enkel auf dem Spielplatz ist und Schüler „Hallo, Frau Krone“ rufen. Oder wenn „Küllis“ an Sankt Martin oder auch als Sternsinger an ihrer Haustüre klingeln. Allerdings: An Halloween haben auch „Küllis“ bei ihr keine Chance – dann werden sie von Anne Krone gebeten, doch noch einmal am Martinstag vorbeizukommen…

Klar, die Schule („Das ist noch ein schönes Umfeld“) werde ihr fehlen: „Wie das halt ist, wenn man seinen Beruf mit Leib und Seele ausgeübt hat“, blickte die Küllenhahn-Lehrerin auf ihren letzten Schultag. Aber Anne Krone ging aber nicht nur mit Wehmut in den Ruhestand: Außerhalb der Schulferien verreisen zu können, mehr Zeit fürs Fahrradfahren, Schwimmen im Neuenhof, die Enkel oder auch das Singen im „Neuen Chor Cronenberg“ zu haben – Anne Krone verabschiedete sich auch freudestrahlend. Tschüss, Frau Krone!