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25.07.2017, 14.02 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Berger-Gruppe: Vom Familienbetrieb zum Weltmarktführer

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Die Väter und Mütter des Erfolgs des „Unternehmens des Jahres 2016“: Claudia und Dr. Andreas Groß, Christa und Karlheinz Große sowie Heike Berger-Chiesura und Ehemann Marco Chiesura. -Foto: Foto-Media Hensel

Allen Grund zum Feiern ihres 60-jährigen Bestehens hatte am 7. Juli 2017 die Heinz Berger Maschinenfabrik GmbH & Co. KG: Der Kohlfurther Produzent von Maschinen zum Schleifen und Polieren von Werkstücken hat sich vom Familienbetrieb zur mittelständischen Firmen-Gruppe „gemausert“, die heute in über 70 Länder weltweit exportiert  und in mehreren Segmenten Marktführer ist.

Die Erfolgsgeschichte begründete Heinz Berger im Jahre 1957: Gemeinsam mit Sohn Karlheinz  hob er in Berghausen die Heinz Berger Maschinenfabrik GmbH & Co. KG zur Herstellung von Schleifmaschinen für Schneidwaren und Handwerkzeuge aus der Taufe. Eine unternehmerische Volltreffer-Entscheidung: Berger-Schleifmaschinen stießen in den 1960er Jahren auf eine rasante Nachfrage. Folge: Größere Kapazitäten mussten her, der Umzug auf das neue Betriebsgelände an der Kohlfurther Brücke wurde notwendig.

Entwicklung und Innovationen

Hier waren und sind bis heute die Voraussetzungen dafür gegeben, durch intensive Neuentwicklungen die Berger-Modellpalette erweitern und weltweit vertreiben zu können. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1970 übernahm Karlheinz Berger die Firma. Er wurde den großen Fußstapfen gerecht: Karlheinz Berger entwickelte neue Maschinen-Konzepte – ein immer größerer Anteil an Maschinen wurde mit einer automatischen Werkstückzuführung ausgerüstet.

Den nächsten entscheidenden Schub in der Berger-Entwicklung brachten die 1990er Jahre, als mit den Töchtern Claudia und Heike sowie den Schwiegersöhnen Dr. Andreas Groß und Marco Chiesura die dritte Generation in der Maschinenfabrik an den Start ging. Sie forcierten die Neuentwicklung von Maschinen auf Basis von CNC-Antriebstechnologie. Die Integration innovativer Technologien wie Roboterautomation und moderner Messtechnik wurde konsequent vorangetrieben.

Roboter wurden nun auch zum Schleifen und Polieren von Werkstücken verwendet. In der Antriebstechnik der Maschinen wurden moderne Linearmotoren eingeführt, die eine höhere Verfügbarkeit, Wartungsfreiheit sowie eine schnellere Vorschubgeschwindigkeit garantieren. Ergebnis ist eine Bandbreite von mittlerweile mehr als 40 Modellen mit bis zu sechs Servoachsen.

75 Prozent Exportanteil

Mit der Expansion der Berger-Gruppe ging zugleich ein Bekenntnis zum Stammsitz Cronenberg einher: Zwischen 2008 und 2016 wurden in der Kohlfurth ein neues Verwaltungsgebäude sowie zwei Fertigungshallen gebaut – Berger fertigt heute auf einer Produktionsfläche von 6.500 Quadratmetern in insgesamt sieben Hallen. Hier werden jährlich zwischen 70 und 110 Maschinen-Anlagen gebaut. Insgesamt wurden seit 1998 bereits mehr als 600 Roboterapplikationen realisiert. Ein Geheimnis des Berger-Erfolgs ist der Stamm hochqualifizierter Mitarbeiter.

Die Hälfte der mittlerweile 145 Beschäftigten sind Techniker und Ingenieure. Mit ständigen Weiter- und Neuentwicklungen arbeiten sie permanent an innovativen Lösungen – nicht umsonst ist die Berger Gruppe seit Jahren Roboter-Systempartner von ABB und Kuka. Und nicht ohne Grund werden vom Rasiermesser bis zum Skalpell, von der Pinzette bis zum Gartengerät modernste Werkstücke heute auf Berger-Spezialmaschinen gefertigt, geschliffen und poliert. Mit Vertretungen in der EU sowie im amerikanischen und asiatischen Raum hat Berger die Weichen gestellt: Mittlerweile werden 75 Prozent der gefertigten Maschinen weltweit exportiert.

Die Expansion der Berger Gruppe

Aufgrund der steigenden Anfragen aus den USA wurde 2003 in Plymouth (USA) die Berger LLC gegründet. Daurch konnten gezielt Service und Vertrieb jenseits des großen Teiches ausgebaut werden. Um der Nachfrage in Europa gerecht werden zu können, aber auch die Produktpalette breiter aufzustellen, expandierte die Heinz Berger Maschinenfabrik auch auf dem Heimatmarkt: Im Jahre 2004 wurde mit dem Poliermaschinen-Spezialisten Hauschild eines der führenden Unternehmen für die Herstellung von Maschinen zur mechanischen Oberflächenveredlung mit elastischen Werkzeugen gekauft.

Ein Jahr später wurde die Solinger August Nell jr. GmbH übernommen. Mit dem Spezialisten von Schleifmaschinen zur Herstellung von Klingen aller Art eroberte die Berger-Gruppe den Markt für Bandstahlbearbeitung. 2007 folgte der Kauf der Julius Maschinenbau GmbH. Damit erweiterte Berger seine Produktpalette um Maschinen zur spanabhebenden Bearbeitung von Bandkanten und Bandoberflächen.

Komplettiert wurde die Berger-Produktpalette im Bereich der Bandstahl-Schleifmaschinen im Jahr 2008: Mit der Integration der Werner Peters GmbH & Co. KG akquirierte Berger zugleich das Knowhow der auf Schleifmaschinen für Rasierklingen und technische Klingen spezialisierten Firma Otto Manderbach. (Vorläufiger) Schlusspunkt der Expansion war 2010 der Kauf der L-P Servicetechnik Osygus GmbH. Sie ergänzt die Produktpalette um Profilier- und Wälzschlagzentren. Mehr Infos: www.bergergruppe.de.