11.09.2017, 13.08 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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MIT-Frühstück: Ein Hauch von „großer Politik“ wehte durchs Dorf

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Gastgeber Michael-Georg von Wenczowsky vor dem „Steinhaus“ des „Cronenberger Festsaals“ mit Mathias Höschel (li.), Rainer Spiecker (re.) und „Stargast“ Carsten Linnemann (2.v.r.). -Foto: Meinhard Koke

„Polit-Promis“ der CDU geben sich aktuell auch in Wuppertal die Klinke in die Hand, und am 30. August 2017 wehte dabei ein Hauch von Bundespolitik durch Cronenberg: Michael-Georg von Wenczowsky (CDU), seines Zeichens Vorsitzender der Wuppertaler „Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung“ (MIT) der CDU/CSU, lotste den MIT-Bundesvorsitzenden Dr. Carsten Linnemann ins Dorf.

Während Cronenbergs CDU-Bundestagsabgeordneter Jürgen Hardt wegen der Einschulung seiner Tochter passen musste, war die Wuppertaler CDU mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Mathias Höschel, CDU-Chef Rainer Spiecker, Ratsfraktionschef Michael Müller und CDU-Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig dennoch prominent im Steinhaus des Cronenberger Festsaals vertreten. Bei Kottenbuttern und Kaffee begrüßte Michael-Georg von Wenczowsky zudem Handwerker, Vertreter Cronenberger Unternehmen sowie mit Antonella Lo Bue und Dr. Andreas Groß auch die beiden Vorsitzenden der Gemeinschaft Cronenberger Unternehmen (GCU) an der Holzschneiderstraße.

Wuppertals MIT-Chef von Wenczowsky merkte an, dass die Stadt bei Gebühren, Steuern und Hebesätzen im Vergleich „meistens an der Spitze der Bewegung“ sei. Die Mittelstandsvereinigung kämpfe dafür, dass dies nicht noch weiter ausufere. Auf der anderen Seite würdigte der Dörper CDU-Politiker die vielen familiengeführten Dörper Unternehmen. Sie betrieben großes Sponsoring – „in Cronenberg herrscht nicht nur die soziale Marktwirtschaft, hier wird auch soziale Verantwortung gelebt“. Dieses Statement beeindruckte offenbar „Star-Gast“ Carsten Linnemann: „Sie sind wahrscheinlich ein Urgestein hier“, mutmaßte der MIT-Bundeschef: „Davon haben wir viel zu wenige.“

Diesel-Verbote: „Da machen wir nicht mit…“

Der Wahlkampf ließ grüßen – der smarte, redegewandte Bundespolitiker und bekennende Fan des SC Paderborn skizzierte die Ziele der CDU-Mittelständler: Die Meisterpflicht müsse wieder eingeführt und die Steuerlast für bestimmte Gruppen mit Spitzensteuersatz gesenkt werden. Zudem nahm Linnemann die AfD oder auch den politischen Islam aufs Korn, und auch das Top-Thema „Diesel-Skandal“ ließ der Mittelstandschef nicht aus: „Da machen wir nicht mit“, positionierte sich Linnemann gegen Diesel-Verbote.

Diese wären fatal, denn betroffen davon wären schließlich vor allem auch kleine Handwerker. Und überhaupt: Elektroautos seien auch nicht die „heilbringende Alternative“: „Wo kommen denn die seltenen Erden her und wie werden sie gefördert und entsorgt?“, fragte Linnemann, um vor Schnellschüssen in der Antriebsdiskussion zu warnen – seine Oma habe schon stets gesagt, man solle einfach eine Nacht drüber schlafen… Apropos: Nach dem Cronenberger MIT-Frühstück war kein Schlaf angesagt, die Zuhörer eilten vielmehr an ihre Schreibtische.

Und Carsten Linnemann fuhr ins Sauerland, wir er anmerkte, in die Heimat von Friedrich Merz, der einst die Steuererklärung auf dem Bierdeckel erdachte und letztlich scheiterte…

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