11.10.2017, 09.46 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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4. Bergische Chornacht: Einmal mehr ein Festival des Gesangs

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Der Organisator als Mitwirkender: Der „Cronenberger Männerchor“ bei seinem Auftritt am Abend der Chornacht. -Foto: Matthias Müller

Zum vierten Mal lud der „Cronenberger Männerchor“ (CMC) zur großen Bergischen Chornacht ein. Die Zuhörer im Großen Saal der Historischen Stadthalle erwartete dabei ein über siebenstündiges Mammut-Programm: 17 Chöre aus dem Bergischen boten bis in den späten Abend hinein eine Vielfalt der Chormusik, wie sie wohl nur zu den Chornächten zu erleben ist – und auch das Mitsingen war erlaubt.

Während des von CMC-Chorsprecher Bernd Tigges moderierten Festivals wurde alles geboten, was der Chorgesang zu bieten hat – ob Geistliches, Oper, Operette, Musical bis hin zu Schlager und Pop war für jeden Geschmack etwas dabei. Um 16 Uhr begannen „Die Harmoniker“ aus Remscheid, es folgten „Vokal im Tal“, der „Bergische Männerchor Solingen 1801“, der „Frauensing-Kreis Merscheid“ und die „Show Chor Taler“, bevor die renommierte „Wuppertaler Kurrende“ die Bühne im prächtigen Hauptsaal der Stadthalle betrat.

Nachdem zusammen mit den Gästen „Kein schöner Land“ erklungen war, folgten am Abend die Ensembles „Mixed Harmonie“, der „Polizeichor Wuppertal“ und um 19.30 Uhr wurde der Staffelstab dann an „Ladies Harmonie“ weitergegeben, die unter anderem „Ich will keine Schokolade“ im Repertoire hatten. Dazu ließ der Chor keine Schokoladen-Tafeln ins Publikum fliegen, vielmehr wurden kleine Plüschteddys ins Publikum geworfen – auch so geht Unterhaltung!

Dann folgte der gemischte „Ableger“ des CMC: Die „4 Voices Cronenberg“ intonierten unter ihrem Chordirektor Artur Rivo und mit Begleitung von Michiko Tashiro am Flügel „Barbara Ann“, „Über sieben Brücken“ oder auch „Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist“ von Herbert Grönemeyer und den Sinatra-Evergreen „New York, New York“. Das kam an, entsprechend gab’s viel Applaus.

CMC: Nicht nur organisiert, sondern auch selbst aufgetreten

Nach dem „MGV Vohwinkel“ unter Leitung von Simone Bönschen-Müller mit Operette und Schlagern von Udo Jürgens erklang das „Bergische Heimatlied“, bei dem auch die Zuhörer wieder mit „ran“ durften. Im Anschluss hatten endlich auch die Gastgeber ihren großen Auftritt. Unter der Leitung von Artur Rivo und ebenfalls am Klavier begleitet von Michiko Tashiro wartete der „Cronenberger Männerchor“ mit Stücken wie „Der Wanderer“ oder auch „Deep River“ auf. Nach dem „Vokalensemble Ton Taler“, dem „MGV Solingen Wupperhof 1812“, dem „Frauenchor Hochdahl 1942“ und dem „Hochdahler MGV“ betrat der CMC noch einmal zum krönenden Abschluss der Chornacht die Bühne und setzte dem ebenso kurzweiligen wie facettenreichen Festival des Chorgesangs das i-Tüpfelchen auf.

Mit dem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Bergisch Land der Caritas war der Reinerlös des Mammut-Konzertes einmal mehr für „gute Kinder-Zwecke“ gedacht. Allerdings: Ob diesmal wieder 3.500 Euro wie zuletzt 2015 oder sogar 14.000 Euro, wie bei der Chornacht-Premiere 2011, zusammenkommen, ist fraglich. Denn: Die gesanglichen Leistungen ließen bei der vierten Auflage nicht zu wünschen übrig, wohl aber die Zuhörer-Resonanz – zahlreiche Stühle im Großen Saal blieben verwaist.

Karten-Nachfrage bei Chören: „Leider sehr, sehr schwach…“

Woran das lag, dafür hatte CMC-Sprecher Bernd Tigges keine richtige Erklärung. Waren es zu viele Parallel-Veranstaltungen, war es das verhältnismäßig gute Wetter oder auch der Busfahrplan, der es Gästen aus Ronsdorf oder Solingen am Abend schwierig machte, wieder nach Hause zu kommen? Das könnte sein, allein neun Chöre kamen ja aus der Klingenstadt.

Während sich der Männerchor wieder monatelang für die Vorbereitungen ins Zeug legte, vermisste der Cronenberger Chor aber auch etwas die Unterstützung der Gäste-Chöre: Hätte jeder der Ensembles nur 50 Zuhörer mitgebracht, wäre der große Saal rappelvoll gewesen. So aber nahm mancher Chor überhaupt keine Karte ab, noch nicht einmal Plakate wurden geordert, bedauert Bernd Tigges: „Das war sehr, sehr schwach – leider.“

Dennoch: Ins Boxhorn lässt sich der Männerchor nicht jagen – 2019 wird es wohl die fünfte Auflage der Chornacht geben, dann aber wahrscheinlich etwas verändert. Man will eher anfangen und früher am Abend schließen, mit mehr Unterstützung der Sangesschwestern und -brüder dann hoffentlich vor vollem Haus am Johannisberg…

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