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22.01.2018, 19.03 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Haus Mees: „Schön, wenn die Dörper hier wieder feiern würden…“

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Sieht von der Hahnerberger Straße aus gesehen schon wieder „top“ aus: das traditionsreiche Cronenfelder „Haus Mees“. -Foto: Meinhard Koke

Dem Rheinländer sagt man ja bekanntlich nach, dass er lebenslustig, freundlich und offen für Neues sei. Michael Spoo hört man nicht nur an, dass er einer ist, er handelt auch wie ein Rheinländer. Wie ließe es sich sonst erklären, dass er das „Haus Mees“ ersteigerte, obwohl er es erst an dem Tag, als es unter den Hammer kam, erstmals sah – und ohne jemals zuvor drinnen gewesen zu sein, geschweige denn, es „unter die Lupe“ genommen zu haben.

Michael Spoo hat’s gemacht und nachdem er den CW-Besuch ebenso gastfreundlich wie freimütig durch das Traditionshaus am Cronenfeld geführt und vieles zur Sanierung erläutert hat, bekennt der Neu-Wuppertaler aus Düsseldorf: „Das Haus ist ein Traum – es wäre schade, wenn ich das nicht gemacht hätte.“ Im Mai 2017 ersteigerte Spoo das „Haus Mees“ für 100.000 Euro – er war der einzige, der für das etwa 200 Jahre alte Schiefer-Gebäude, das seit 30 Jahren unter Denkmalschutz steht, ein Gebot abgegeben hatte.

Seitdem läuft die Sanierung, bei der Spoo auch selbst tatkräftig mit anpackt. Als früherer selbstständiger Tischlermeister bringt der 55-Jährige schließlich einiges an Wissen und Geschick mit, das bei der Instandsetzung des Fachwerkhauses zum Einsatz kommen kann. „Ich mag es, alte Häuser zu sanieren“, erklärt Michael Spoo. Viele hätten ihm gesagt, dass das „Haus Mees“ marode sei: „Das stimmt nicht“, sagt der Investor nach mehr als einem halben Jahr der Sanierung: „Alles funktioniert – wir machen nun alles fit, damit es wieder top ist.“

Die Fenster und Türen sind gestrichen, die Schiefer-Fassade repariert – von außen ist das Traditionshaus an der Cronenfelder Kreuzung schon wieder tip-top. In diesem Frühjahr soll auch das Innere in Abstimmung mit dem Denkmalamt und der Biergarten auf Vordermann gebracht sein. Ein Blick in den satte 200 Quadratmeter großen Saal mit seinen charakteristischen Fachwerkbalken und Naturholzboden im ersten Stock verheißt aber schon: Das „Haus Mees“ hat das Zeug dazu, wieder das zu werden, was es mal war – ein beliebter Treffpunkt in Cronenberg.

„Das hier ist etwas Besonderes, es würde mich freuen, wenn die Cronenberger hier wieder feiern könnten.“ Michael Spoo ist zuversichtlich, dass er einen Pächter findet, der die Gastronomie in dem Traditionshaus wieder aufleben lässt. Nicht etwas x-beliebiges schwebt dem Investor vor, ein gehobenes Restaurant soll ins „Haus Mees“ einziehen, wünscht sich der 55-Jährige. Und wenn nicht, kein Problem, „dann machen wir eben etwas anderes – es gibt immer Möglichkeiten“, unterstreicht Spoo rheinisch-optimistisch.

Allerdings steht der Investor etwas unter Zeitdruck, denn im Sommer will er wieder auf die Reise gehen. Nachdem er bereits vor vier Jahren ausstieg und anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft durch Südamerika reiste, will er zur WM in Russland wieder die Koffer packen: Jogis Jungs und viel von der Welt zu sehen, das hat sich Michael Spoo auf die Fahne geschrieben – nachdem das „Haus Mees“ fertig ist…