12.03.2018, 13.12 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Große Anteilnahme: Küllenhahn sammelt für „Willis“ Beerdigung

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Uli und Thomas Schäfke mit „Jacky“: Ihre Aktion für „Willis“ Beerdigung ist im Ortsteil auf große Hilfsbereitschaft gestoßen. -Foto: Meinhard Koke

Am Küllenhahn war er bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund“: „Willi“ Czanderna mit Dackel-Hündin „Jacky“ auf dem Gassi-Gang durch den Ortsteil oder die kranke Mutter im Rollstuhl entlang der Küllenhahner Straße schiebend, das gehörte zum Ortsbild. Nun ist er tot: Nach schwerer Krankheit ist Wilfried Czanderna, der stets nur kurz „Willi“ genannt sein wollte, verstorben – mit nur 55 Jahren, nur wenige Wochen nach der Mutter.

Ein Vierteljahrhundert war Willi Czanderna in einer Küllenhahner Traditionsfirma für Äxte und Beile tätig: Wenn er in seiner Arbeitskluft, mit dem obligatorischen Parka darüber und der Thermoskanne in der Tasche am Feierabend auf dem Heimweg war, wirkte das wie ein Bild aus vergangenen Zeiten – Willi Czanderna war noch ein „echter“ Arbeiter, er war ein Relikt. Auch wenn’s damit irgendwann vorbei war, weil die in Schieflage geratene Firma ihn entließ, vor dem Küllenhahner Lädchen saß er weiter gerne, trank einen Kaffee, rauchte ein/zwei Zigaretten und hielt ein Schwätzchen.

Auch auf dem alljährlichen Hoffest des Bürgervereins Küllenhahn gehörte er dazu: Willi Czanderna sorgte für Sauberkeit und sammelte zudem Pfandflaschen ein – um sich ein paar Euros „Extrageld“ zu verschaffen, denn „dicke“ hatte es „der Willi“ nie. Der Tod der Mutter, für die er bis zuletzt da war, und dass er seine Wohnung vielleicht nicht mehr würde halten können, brachen womöglich den Lebensmut von Willi Czanderna – gegen seine schwere Krankheit wollte er zum Schluss jedenfalls nicht mehr kämpfen.

„Die Hilfsbereitschaft der Küllenhahner ist beeindruckend…“

Der zu frühe Tod von Willi Czanderna hat bei vielen Küllenhahnern für Betroffenheit gesorgt. So auch im „Küllenhahner Lädchen“: Um ihm eine würdevolle Bestattung zu ermöglichen, haben Inhaber Thomas Schäfke sowie seine Mutter Uli Schäfke und das „Lädchen“-Team eine Sammlung gestartet: „Für Willis Beerdigung“ steht an der Küllenhahner Straße 214 eine Sammelbox – viele, viele Küllenhahner haben schon etwas hineingeworfen. „Es ist atemberaubend“, sagt Thomas Schäfke zur Resonanz seiner Spendenaktion für den verstorbenen Kunden, der zugleich ein Freund war: „Es ist beeindruckend, welche Hilfsbereitschaft die Menschen hier beweisen.“

„Ich bin einfach nur sprachlos, dass es auf Willis Tod eine solch große Anteilnahme gibt“, zeigt sich auch Willis Schwester Gabi König gegenüber der CW gerührt: „Das hätte ich nie gedacht.“ Die Beisetzung von Willi Czanderna ist für den 20. März um 12 Uhr auf dem städtischen Friedhof Ronsdorf an der Lohsiepenstraße 58 angesetzt. Bis zum 17. März nehmen Thomas Schäfke und sein Team noch Spenden für die Beerdigung entgegen, aber schon jetzt zeichnet sich ab: Die würdige Bestattung kann finanziert werden.

Falls er aus dem Küllenhahner Himmel zuschaut, freut sich Willi Czanderna ganz gewiss über die Anteilnahme. Und sicherlich auch darüber, dass die Schäfkes zwischenzeitlich für Dackel-Hündin „Jacky“ ein neues Zuhause gefunden haben…

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