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12.04.2018, 15.51 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Seilbahn-Gegner 2018: Abwarten, aber keinen Tee trinken…

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Bei den Wahlen zum Vorstand wurden alle Mitglieder in ihren Ämtern bestätigt. 1. Vorsitzender Antonino Zeidler (2.v.r.), 2. Vorsitzender Marc Gennat (mi.), stellvertretender Vorsitzender Ralf Reifarth (re.), Schatzmeister Kai Koslowski (2.v.l.) und Stellvertreter Dennis Thiel. -Foto: Matthias Müller

Der Verein „Seilbahnfreies Wuppertal“ lud kürzlich zur Jahreshauptversammlung ins Technologiezentrum WTEC ein. Einige der aktuell 123 Mitglieder sowie interessierte Gäste kamen zu dem Treffen in der Lise-Meitner-Straße, um sich von den Seilbahn-Gegnern über den Stand des Kampfes gegen das Seilbahn-Projekt informieren zu lassen. Vorsitzender Antonino Zeidler, dessen Verein seit Mai 2015 gegen eine Seilbahn in Wuppertal kämpft, erläuterte, dass man im vergangenen Jahr 26 Artikel zum Thema veröffentlicht, 240 Pressequellen auf der Website gesammelt und an zahlreichen Info-Veranstaltungen teilgenommen habe.

Als besondere Besorgnis unterstrich der Verein, dass die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) im Zuge der Realisierung der Seilbahn den Busverkehr ausdünnen würden. Beispiel: Die Linie CE 65 würde nur noch von Sudberg bis zum Schulzentrum Süd fahren. Wer zum Dönberg wolle, müsse also auf Küllenhahn in die Seilbahn umsteigen, dann bis zur Talstation schweben, hier zum Busbahnhof laufen, um von dort aus per Bus weiterzufahren. Die Linie 45 könnte ganz wegfallen, nur die Linie 625 würde wohl bleiben. Die Linien 635 und 613 würden werktags in einem 30-Minuten-Takt fahren, am Wochenende womöglich sogar auf einen 45-Minuten-Takt ausgedünnt. Insgesamt, so befürchten die Seilbahn-Gegner, könnte sich die Reisezeit von Cronenberg ins Tal um 50 Prozent verlängern. Studenten, die per Seilbahn zur Uni fahren, könnten derweil zwei Minuten einsparen.

Spekulation: Kauft Investor Clees den Hauptbahnhof?

Weiteres Thema der Mitgliederversammlung war natürlich die Talstation am Hauptbahnhof, den die Deutsche Bahn verkaufen will. Da die WSW zwar das Teilgrundstück des bisherigen Fundbüros für die Talstation benötigen, aber sich wohl kaum den gesamten Bahnhof ans Bein binden wollen beziehungsweise können, sind auch die Seilbahn-Gegner gespannt. Die Spekulationen blühen: Hat Investor Clees, der in der ehemaligen Bahn-Direktion ein Outlet eröffnen möchte, wohl Interesse?Weiterer Kritikpunkt des Vereins ist die Größe der geplanten Stationen, besonders der Talstation.

Diese würde ungefähr halb so groß wie der Hauptbahnhof. Überdimensioniert seien auch die Kosten des Projektes: „Mit den Kosten des Seilbahnprojektes könnte man in den nächsten zehn Jahren den gesamten Wuppertaler Busverkehr elektrifizieren“, hatte Antonino Zeidler errechnet: „Davon hätten dann alle etwas.“ Die Seilbahn-Gegner hätten viele Alternativen anzubieten, der Verein sieht aber die WSW am Zug: „Wir haben alle Argumente gegen eine Seilbahn vorgebracht und werden im Jahr 2018 die Sache weiter beobachten“, unterstrich Prof. Dr. Marc Gennat.

Vor Seilbahn-Klagen keine Angst

Der Verein forderte seine Mitstreiter und Anhänger dazu auf, dem Seilbahn-Projekt weiter durch Leserbriefe oder andere Äußerungen Kontra zu geben. Während man weiter darauf hofft, dass sich die Pläne mit zunehmender Konkretisierung als unrealistisch erweisen und damit von selbst erledigen, zeigte sich der Verein jedoch auch kampfeslustig: Vor einem juristischen Kampf gegen die Seilbahn habe man jedenfalls keine Angst…

Mehr Infos gibt’s im Internet unter der Adresse seilbahnfreies-wuppertal.de.