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22.05.2018, 16.51 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Dörper Solar-Pionier: Joachim Suszkas Haus ist seine Tankstelle

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Ist dank Solar-Anlage auf dem Dach und E-Auto sozusagen sein eigener „Tankstellenbesitzer“: „Pionier“Joachim Suszka mit Verbraucherzentrale-Energieberater Stefan Bürk (li.). -Foto: Meinhard koke

Die strahlende Mai-Sonne scheint prall auf das Eigenheim von Joachim Suszka am Wilhelmring. Damit drehen sich aber nicht nur die Zähler seiner Solar-Anlage auf dem Dach wie am Schnürchen. Auch sein Tank ist rappelvoll, denn Joachim Suszka hat ein E-Auto – und das betankt er mit Solarstrom aus eigener Produktion: „Jede meiner Steckdosen ist meine Tankstelle“, stellt der 66-jährige Ex-Pilot fest, dazu notwendig ist lediglich ein Adapter, der bei jedem E-Auto inklusive ist.

Joachim Suszka ist einer der Pioniere in Wuppertal, die ihre Solaranlage auf dem Dach für eine Solarstrom-Tankstelle nutzen. Grund genug für die Verbraucherzentrale, die Beratungsaktion „Sonne im Tank“ zu starten und zu den persönlichen Solarstrom-Chancen zu informieren. Denn: Sind alle Solar-Bausteine daheim optimal aufeinander abgestimmt und richtig gesteuert, dann ist „durchaus ein Solarstromanteil von rund 70 Prozent im E-Auto erreichbar“, weiß Energieberater Stefan Bürk.

Allein in der ersten Mai-Woche: 20 Tankfüllungen Strom produziert

Sonnenstrom für seinen E-BMW hat Joachim Suszka mehr als genug: Etwa 8.000 Kilowattstunden produziert seine Dach-Anlage im Jahr, für 10.000 Kilometer mit seinem E-Auto benötigt der Dörper lediglich 2.000 Kilowattstunden. Die hauseigene Strom-Tankstelle lohnt sich auch fürs Portemonnaie, denn der Eigenverbrauch ist lukrativer als die Einspeise-Vergütung zu kassieren – „rein rechnerisch macht eine eigene Solaranlage das klimaneutrale Fahren leicht“, betont Stefan Bürk.

Es gibt allerdings auch Haken: Wenn die Sonne brennt und der Solarzähler rattert wie am Mittwoch, dann fließt der Solarstrom. Aber was, wenn der Tank des E-Mobils leer ist, aber die Sonne nicht scheint, wie in der Nacht oder an grauen Herbst- und Wintertagen? Neun Stunden dauert es aktuell an der Heim-Tankstelle, bis das E-Auto voll betankt ist – Joachim Suszka will sich daher auf der nächsten Messe „Intersolar“ über Batteriespeicher informieren, schließlich dauert die Betankung an Schnellladestationen ja nur eine halbe Stunde.

Infos, Beratung und Kontakt

Energieberater Stefan Bürk empfiehlt auch allen, die nur eine Solaranlage, aber noch kein E-Auto anpeilen, sich bei der Verbraucherzentrale kostenfrei zu informieren, denn: „Jede Entscheidung stellt wichtige Weichen und kann schlimmstenfalls Chancen für später verbauen“, rät Bürk einen Beratungstermin unter Telefon (02 02) 693 758-06 oder unter verbraucherzentrale. nrw/sonne-im-tank zu vereinbaren.

Es lohnt sich: Wie Joachim Suszka berichtet, hat seine Solaranlage allein in der ersten Mai-Woche 410 Kilowattstunden Strom produziert. Das reicht für 20 Vollladungen seines E-BMW – da lacht nicht nur die Sonne, sondern auch Joachim Suszka…