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22.05.2018, 20.27 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Oliver Wagner: 46.000 Unterschriften für Klima-Petition an DGB

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Der Cronenberger Oliver Wagner brachte den aus Wuppertal stammenden DGB-Chef Reiner Hoffmann zum Umlenken. -Foto: Meinhard Koke

Oliver Wagner hat positive Erfahrung mit Online-Petitionen: Seine Unterschriften-Sammlung für die Reaktivierung der Bürgerbüros (die CW berichtete) unterschrieben über 1.600 Personen – sie trug sicherlich dazu bei, dass seit letztem Jahr wieder ein Voll-Service in der städtischen Stelle am Rathausplatz angeboten wird. Nun hat der Cronenberger erneut eine Aktion gestartet: Unter der Überschrift „DGB muss sich zum Klimaschutz bekennen!“ startete das Mitglied der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di eine Petition an den Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der bis zum 17. Mai 2018 in Berlin stattfand.

Mit einem ungleich größeren Erfolg: Aktuell über 46.000 Personen unterzeichneten die Wagner-Petition auf der Campact-Plattform „WeAct“Der Hintergrund: In einem Antrag zum DGB-Bundeskongress wollte sich der DGB-Vorstand von den deutschen Klimaschutzzielen 2050 verabschieden – das entsprechende Bekenntnis wurde heimlich, still und leise aus dem Antragsentwurf gestrichen. Dass der DGB „den Trump macht“, war für Oliver Wagner nicht hinnehmbar: „Einen solchen Kurs kann ich als Gewerkschaftsmitglied nicht mittragen“, kritisiert der wissenschaftliche Mitarbeiter des Wuppertal-Instituts: „Ein derartiger Beschluss wäre ein fatales Signal für die deutsche Klimapolitik: Der Kohleausstieg könnte an den Gewerkschaften scheitern.“

Für die Übergabe der Unterschriften hatte Oliver Wagner keine Zeit: Jochen Behrendsohn, Sprecher der Gewerkschafts-Grünen, übergab am Mittwoch die Listen an DGB-Bundesvorstand Stefan Körzell. Mit dabei war auch ver.di-Chef Frank Bsirske (2.v.l.). Foto: Jakob Huber/campact

Für die Übergabe der Unterschriften hatte Oliver Wagner keine Zeit: Jochen Behrendsohn, Sprecher der Gewerkschafts-Grünen, übergab am Mittwoch die Listen an DGB-Bundesvorstand Stefan Körzell. Mit dabei war auch ver.di-Chef Frank Bsirske (2.v.l.). Foto: Jakob Huber/campact

Dass innerhalb weniger Tage Zehntausende seinem Online-Aufruf folgten und unter der Überschrift „Lasst uns den Klimaschutz nicht ausbremsen, sondern aktiv gestalten!“ den DGB zu einem klaren Bekenntnis zu den deutschen Klimazielen aufforderten, macht Oliver Wagner sprachlos: „Ich dachte, meinen Augen nicht zu trauen“, zeigte sich der Cronenberger überwältigt: „Das ist grandios. Dass so viele unterschrieben haben, hätte ich nie gedacht – Wahnsinn!“

Zumal die Erfolgs-Petition Kreise zog: Zu den prominenten Unterzeichnern gesellten sich Ex-Grünen-Chefin Simone Peter und Ex-Wuppertal-Institut-Chef Peter Hennicke, die Zeitung taz berichtete über den massiven „Klima-Druck auf DGB“ und nicht zuletzt erhielt Oliver Wagner auch eine Einladung nach Berlin, um die Unterschriften beim DGB-Bundeskongress persönlich zu übergeben.

Petition erfolgreich

Wer die Petition an den DGB-Bundesvorstand ebenfalls unterzeichnen möchte, findet diese unter der Internet-Adresse weact.campact.de/petitions/dgb-muss-sich-zum-klimaschutz-bekennen. Bis zum 23. Juni 2018 ist die Petition noch online geschaltet. Der Erfolg hat sich indes schon eingestellt: Auf Druck der Petition hat der DGB-Vorstand eingelenkt und in seinem Klima-Grundsatzantrag wieder ein Bekenntnis zu den deutschen Klimazielen festgeschrieben.