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09.06.2018, 14.06 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Lothar Berg: Der „Glenn Miller“ vom „Süd“ sagt „Goodbye“

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Lothar Berg: Seinen Bandleader-Job gibt er ab, noch zwei Jahre lang wird er aber verkürzt am Fuhlrott-Gymnasium unterrichten. -Foto: Meinhard Koke

Man könnte ihn Benny Goodman nennen oder auch Bert Kaempfert und Glenn Miller, denn Lothar Berg ist der „Mister Big-Band“ des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums (CFG). Der Lehrer für Musik, Sozialwissenschaften und Mathematik übernahm im Jahre 2002 den Dirigenten-Stab der CFG-Big-Band und formte das Schulorchester in den folgenden anderthalb Jahrzehnten zu einem musikalischen Aushängeschild des Schulzentrums wie der schulischen Musik in ganz Wuppertal. Nun tritt Lothar Berg ab vom Dirigentenpult: Mit dem Jazz-Abend des CFG, der am heutigen Samstag (19.30 Uhr) in der City-Kirche Elberfeld stattfindet, verabschieden sich der „Benny Goodman des CFG“ und seine Big-Band von der Bühne.

Acht/neun Musiker war die „Kombo“ groß, die ihm der damalige CFG-Leiter Karl W. Schröder 2002 anvertraute. Gemeinsam mit Kollege David Maxsein („Wir haben sensationell zusammengearbeitet“) „baggerte“ Lothar Berg unter Fuhlrott-Schülern und Lehrern – mit Erfolg: Die Kombo wuchs auf bis zu 26 Mitglieder und damit zur Big-Band – „dann ging es richtig los“: „Das waren richtig tolle Leute und super Musiker, auf den Proben herrschte eine Bombenstimmung“, blickt Lothar Berg zurück.

Bei „Cronenberg hilft!“ gesetzt: „Das war sensationell…“

So etwas wie ein Sprungbrett waren die Konzerte im Rahmen der Reihe „Cronenberg hilft!“, welche die CW gemeinsam mit der Firma Knipex und der Familie Armbruster veranstaltete. Im Laufe der neun Konzerte avancierte die CFG-Big-Band als gesetzt und zum umjubelten Konzertfinale: „Das war sensationell“ zeigt sich der Bandleader noch immer von den Benefizkonzerten begeistert: „Wir waren ja immer der Schlusspunkt.“ Als bedeutenden Entwicklungsschritt sieht Lothar Berg die Konzerte in der Knipex-Schmiede aber auch, weil er und sein Orchester dadurch auch an Selbstbewusstsein gewannen, man in Kontakt mit „wunderbaren“ Künstlern und Formationen kam und sich zudem neue Türen öffneten.

Wuppertals Top-Jazzer Wolfgang Schmidtke komponierte sogar extra ein Stück für einen gemeinsamen Auftritt mit Werner Dickel („Musik auf dem CronenBerg“). Schließlich folgten Auftritte in der ehrwürdigen Concordia, zur Einweihung der neuen Barmenia-Hauptverwaltung („Die haben uns richtig gecastet“) oder auch auf der Waldbühne Hardt – insgesamt 200 Auftritte hat er mit der Big-Band wohl absolviert, schätzt Lothar Berg: „Ich sage Ihnen, was die Leute hier erlebt haben, werden sie nie vergessen!“ Natürlich vergisst er dabei nicht die alljährlichen Auftritte bei den Abi-Bällen in der Historischen Stadthalle: „Diese Halle allein macht so viel Freude“, blickt Lothar Berg auf sein „Wohnzimmer“, den Großen Saal.

Turbo-Abitur und Freizeit-Stress befördern Big-Band-Aderlass

Vor seinem ersten Auftritt mit der CFG-Band habe er so viel Ehrfurcht gehabt, dass er dreimal auf die Toilette flitzen musste und Herzrasen gehabt habe – „nach zwei Jahren war das immer purer Spaß…“. Nicht vergisst Berg aber auch Ralf Putsch: Der Knipex-Chef habe zu den CFG-Jazz-Abenden in der Knipex-Schmiede alles möglich gemacht und sogar selbst Stühle getragen: „Wir kriegten jede Hilfe, das war sehr, sehr toll, sodass wir uns immer mehr Sachen zugetraut haben.“
Nicht zuletzt das Turbo-Abitur, die Jagd nach guten Noten und der Freizeitstress, so ist Lothar Berg überzeugt, hat dazu geführt, dass die Big-Band den Aderlass aus den letzten Abschlussjahren nicht kompensieren konnte, sodass Lothar Bergs Abschiedskonzert nun auch das vielleicht letzte Band-Revival sein wird

„Ich bin schon ein bisschen traurig“, gesteht er. Aber Deutschland brauche auch gute Ingenieure, und diese auf den Weg zu bringen, auch darin sei das CFG ganz toll. Und toll war auch seine Zeit als Bandleader: „Ich hätte nie gedacht, dass mir als Musiklehrer mal soetwas passieren würde – das war schon super!“ Lothar Berg ist zu wünschen, dass auch sein Abschiedskonzert super wird – der Eintritt in der City-Kirche Elberfeld am Kirchplatz 1 ist heute Abend um 19.30 Uhr frei. An dem Konzert wird auch das Ensemble „cfg and all that jazz“ mitwirken.

Am 9. Juli: Wuppertaler Sinfoniker im „Süd“

Und ein weiteres „Superlativ“ steht Lothar Berg ja noch ins Haus: Am 9. Juli kommt das Wuppertaler Sinfonierorchester ins Pausenzentrum des CFG, um im Pausenzentrum des „Süd“ „Ein Sommernachtstraum“ von Mendelssohn Bartholdy aufzuführen. Projektgruppen aus Schülern und Lehrern werden dazu Theater spielen, tanzen, und singen. Karten hierfür zum Preis von 12 Euro gibt’s im CFG-Sekretariat unter Telefon (02 02) 563-51 35.