Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

04.07.2018, 13.29 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Hastener“-Sperrung: Ärger am Schleichweg Mastweg wächst

Artikelfoto

Bekamen auch einiges an „Mastweg-Frust“ zu hören: Bürgermeisterin Ursula Schulz (mi.) sowie Ursula und Hans-Peter Abé bei der SPD-Bürgersprechstunde am Montag. -Foto: Meinhard Koke

Die SPD Cronenberg bot am 26. Juni 2018 eine Sprechstunde im Dorf an: Die Zahl der Bürger, die mit Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé und BV-Fraktionssprecher Hans-Peter Abé sowie mit Bürgermeisterin Ursula Schulz sprechen wollten, war überschaubar. Dennoch ließ die SPD-Sprechstunde in der Bahnhofsgaststätte Cronenberg „tief blicken“: Auch hier wurde Ärger zur Verkehrslage im Bereich Mastweg/ Schulweg laut. In der Juni-Sitzung der Bezirksvertretung war die Situation dort sowie im Bereich Kleinenhammerweg/Kemmannstraße bereits Thema gewesen (die CW berichtete).

Anwohner berichteten den SPD-Politikern, dass die Situation nach Sperrung der Hastener Straße „katastrophal“ sei. Der „Baustellen-Bypass“ würde nicht nur von Linienbussen und Anliegern befahren. Anders als vorgeschrieben, nutzten viele (Remscheider) Autofahrer die Umfahrung als Schleichweg von und nach Wuppertal. Es werde gerast, es komme täglich zu brenzligen Situationen, die Autofahrer seien genervt und aggressiv, berichteten die Anwohner – ganz besonders in den Hauptverkehrszeiten morgens und nachmittags.

Vize-Bürgermeister von Wenczowsky: „Die Polizei ist zuständig!“

Befeuert wird die Kritik durch einen Bericht in einer Remscheider Zeitung. Auch dort wird beschrieben, dass der Mastweg für Remscheider „offenbar der neue Hauptverkehrsweg nach Elberfeld und zur Autobahn 46“ sei. Die Polizei, eigentlich für den fließenden Verkehr zuständig, halte sich zurück: „Von sich aus wird die Polizei keine Kontrollen vor Ort vornehmen“, wird eine Polizei-Sprecherin zitiert. Das passt zur Anwohner-Kritik an den Ordnungshütern: Anwohner, die sich zwischenzeitlich bei der CW meldeten, berichteten, dass Polizei und Stadt die Verantwortung auf den jeweils anderen schöben – man sei der falsche Adressat, hieße es hier wie da.

Das bringt Vize-Bürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky auf die Palme. „Wir können doch keine Gebote aussprechen und sie dann nicht überwachen“, fordert der CDU-Politiker ein Einschreiten der Ordnungshüter: „Die Polizei ist für den fließenden Verkehr zuständig!“ Gleiches forderte Bürgermeisterin Abé bei der SPD-Sprechstunde – das Anlieger-Gebot müsse kontrolliert werden. Auf CW-Nachfrage betonte Polizei-Sprecherin Anja Meis, dass die Polizei selbstverständlich aktiv werde.

„Sollten sich Anwohner im betroffenen Bereich beschweren, werde man aktiv“, unterstrich Meis. Beschwerden zur Situation am Mastweg/Schulweg kann man unter Telefon (02 02) 284-0 (Präsidium) oder unter (02 02) 247 13 90 bei der Polizei Cronenberg melden.