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15.11.2018, 17.36 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Ein Vorbild für uns alle!“: Verdienstkreuz für Peter L. Engelmann

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Oberbürgermeister Andreas Mucke (re.) überreichte an „Mr. Station“ Peter Engelmann den Orden und Annette Berendes einen Bauhelm – weil bald auch das Freigelände erneuert werden soll… -Foto: Meinhard Koke

„Beeindruckend“, dieses Attribut traf in vielerlei Hinsicht auf diese Feierlichkeit im Rathaus Barmen zu. Allein schon die Liste der Gäste war beeindruckend: Die Dezernenten Nocke, Slawig und Meyer, Dr. Eugen Trautwein, Gründer der E/D/E-Stiftung, Axel Jütz vom Vorstand der Stadtsparkasse oder auch Bezirksbürgermeister Jürgen Vitenius sowie nicht zuletzt Ex-Oberbürgermeister Peter Jung verfolgten, wie Oberbürgermeister Andreas Mucke am 6. November 2018 das Bundesverdienstkreuz an Peter L. Engelmann überreichte.

Beeindruckend auch die Reden zu der Auszeichnung: Oberbürgermeister Mucke sowie vor allem Annette Berendes, die Leiterin des Ressorts Grünflächen und Forsten, skizzierten das Wirken Engelmanns und machten damit deutlich: Hier wurde ein beeindruckender Mensch zurecht für ein beeindruckendes Engagement ausgezeichnet. Und das betrifft vor allem die Station Natur und Umwelt (StNU).

Beim Zivildienst das Herz an die StNU verloren…

Als die 1984 begründete Umweltbildungseinrichtung noch in einem maroden Stelzenbau auf dem Pausenhof der damaligen Grundschule Cronenberger Straße ansässig war, stieß Engelmann hinzu, um hier von 1990 bis 1992 seinen Zivildienst zu absolvieren. In dieser Zeit habe er sein Herz für die Station entdeckt – und es zugleich an sie verloren, blickte OB Mucke zurück. Das meinte: Nach dem Ende des Zivildienstes drehte Engelmann der StNU nicht den Rücken, nun fing sein Engagement erst richtig an.

Gemeinsam mit dem zwischenzeitlich verstorbenen Wolfgang Röseler begründete er 1994 den Förderverein der Umwelteinrichtung. Obgleich der heute 47-Jährige mittlerweile in Berlin lebt und arbeitet, ist er dessen Vorsitzender geblieben. Die Bilanz dieser rund 25 Jahre kann sich sehen lassen: Am Blockhaus im Freigelande der Station baute „Mister Station“ noch als Zivi mit, 2006 konnte der Freilicht-Unterrichtsplatz eröffnet werden, schließlich betrieb Engelmann wesentlich den zwei Millionen Euro teuren Stations-Neubau an der Jägerhofstraße.

„Sie sind ein Vorbild für uns alle…“

Mit seiner vertrauenserweckenden und verbindlichen Art habe er zum Beispiel die E/D/E- Stiftung mit einer Million Euro als Hauptsponsor gewinnen können, sodass die neue Station 2010 eröffnet werden konnte, würdigte Annette Berendes: „Nur durch Ihr Engagement ist das möglich geworden.“ Zugleich unterstütze der Förderverein die Arbeit der StNU auch personell: So konnte das Kursangebot in den vergangenen 25 Jahren auf mittlerweile 160 Veranstaltungen rasant ausgebaut werden, mit jährlich rund 35.000 Besuchern ist die Station inzwischen die größte Umweltbildungseinrichtung in NRW.

In sehr persönlichen Sätzen charakterisierte Berendes den StNU-Fördervereinsvorsitzenden als bescheiden, besonnen, umsichtig, sensibel, empathisch und als „einen beeindruckenden Gegenpol in der heutigen Zeit“ von Spaltung und Fake-News: „Sie leben vor, wie man die Welt ein Stück besser machen kann“, würdigte die Ressortchefin Engelmann als „ein Vorbild für uns alle“.

„Von deiner Sorte könnten wir mehr gebrauchen…“

Dem schloss sich OB Mucke an: Obwohl Peter L. Engelmann in seinem politischen Engagement nicht für Muckes SPD, sondern für die FDP im Rat saß, bis 2007 als Vorsitzender der FDP-Fraktion, bezeichnete der OB ihn als angenehmen und geschätzten Verhandlungs- und Gesprächspartner. Mucke: „Von deiner Sorte könnten wir mehr gebrauchen.“

Sichtlich gerührt dankte Peter L. Engelmann für Auszeichnung und lobende Worte. Dafür, dass er nun einen Orden tragen dürfe, hätten ihn seine Wegbegleiter getragen und ertragen, bedankte sich Engelmann ausdrücklich auch bei seinen Mitstreitern vom Förderverein: „Ich hab’s sehr gerne gemacht und bekomme einen Orden dafür – was will man mehr…“