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12.02.2019, 20.36 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Seilbahn: Talstation ist machbar, Ratsbürgerentscheid eher nicht

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So sehen die Planer in einer ersten Grobskizze die Einpassung der Seilbahn-Talstation in das Ensemble am Döppersberg – etwas anders als die Seilbahn-Gegner…

Die Seilbahn-Idee ist so einiges: Sie ist eine tolle Idee, sinnvoll, eine Bereicherung für die Stadt oder auch ein Witz, Blödsinn und rausgeschmissenes Geld – je nachdem, wie man zu dem Projekt vom Hauptbahnhof zum Küllenhahn steht. Nun kommt noch ein Attribut hinzu: Die Seilbahn ist auch wirtschaftlich machbar. So steht es jedenfalls in dem Sachstandsbericht, den die Verwaltung nun den städtischen Gremien und dem Rat vorgelegt hat – der Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens scheint damit zumindest nichts Sachliches mehr im Wege zu stehen.

Die Investitionskosten für die Seilbahn, vom Rat noch auf 82,7 Millionen Euro gedeckelt, beliefen sich zwar mittlerweile auf 88,9 Millionen Euro  – das entspricht aber der (erlaubten) Steigerung im Rahmen des Baukostenindexes. Daher habe sich auch nichts am positiven Kosten-Nutzen-Index von „1,8“ des Projektes geändert – die Seilbahn sei also weiterhin wirtschaftlich.

Talstation: Ein- und Ausstieg in 14 Metern Höhe und Brücke zur Südstadt

Zudem hat eine städtebauliche Studie ergeben, dass auch eine städtebauliche Integration der Seilbahn-Talstation in das Gesamt-Ensemble am Döppersberg machbar sei – die Seilbahn-Gegner hatten zuvor das Gegenteil behauptet (die CW berichtete). Über einen Wettbewerb sollen Fassadengestaltung oder auch Höhe, Kubatur und Anordnung des Seilbahn-Baukörpers zwischen den historischen Denkmälern Hauptbahnhof und Bahndirektion ermittelt werden.

Ein erstes Konzept sieht ein dreigeschossiges Gebäude vor, auf dessen Dach in 14 Metern Höhe die Ein- und Ausstiegsebene der Seilbahn liegen würde. Hier könnte auch eine Brücke zur Südstadt angeschlossen werden – ein Aufzug, den der Bürgerverein der Elberfelder Südstadt bereits seit Jahren vom Bahnhof zur Distelbeck fordert (die CW berichtete), wäre damit überflüssig.

In den drei darunter liegenden Konzept-Geschossen mit einer Fläche von rund 2.700 Quadratmetern könnten sich Büros oder Praxen einmieten. Die Talstation soll als selbstständiges Gebäude wahrnehmbar sein und daher eine moderne Fassade erhalten. Dennoch soll sie sich harmonisch in die historischen Fassaden rechts und links einpassen.

Bezirksregierung: Stimmungsbild ja, Ratsbürgerentscheid nein

Den diskutierten freiwilligen Ratsbürgerentscheid zum Seilbahn-Projekt bewertet die Bezirksregierung derweil als „eher rechtlich nicht zulässig“. Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher hält in ihrer Stellungnahme vielmehr die Erhebung eines Stimmungsbildes in Form einer Bürger-Befragung für sinnvoll. Oberbürgermeister Andreas Mucke hat derweil die Teilnehmer an der Erarbeitung des Seilbahn-Bürgergutachtens zu einem Informationsgespräch eingeladen.

Darin soll den Bürgergutachtern die neuerlichen Entwicklungen des Seilbahn-Projektes erläutert werden, denn: „Die Verwaltung hält es für sinnvoll und wichtig, auch die Expertise der Bürgergutachterinnen und Bürgergutachter im weiteren Verfahren zu berücksichtigen und einfließen zu lassen“, heißt es dazu in der städtischen Vorlage, mit der sich der Rat am 25. Februar beschäftigen wird.