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26.02.2019, 16.02 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Rettungswache-Neubau: In FFC-Wache oder ins „Cox-Paradies“?

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Jennifer Cox (2.v.l.) bei dem Ortstermin auf ihrem Pachtgelände mit Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé (re.), SPD-Sprecher Hans-Peter Abé sowie Bezirksvertreter Oliver Wagner (2.v.re.). -Foto: Meinhard Koke

Wie berichtet ist der Standort WSW-Gelände in der Lindenallee als Fläche für eine Rettungswache Cronenberg vom Tisch. In der Februar-Sitzung präsentierte der stellvertretende Feuerwehr-Chef Andreas Steinhard ein Stadtwerke-Grundstück in der Kemmannstraße nun als mögliches neues Areal für die Rettungswache. Das schlug bei Jennifer und Markus Cox wie eine Bombe ein: Das Ehepaar hat das rund 1.600 Quadratmeter große Gelände neben ihrem Wohnhaus schließlich seit rund vier Jahren gepachtet – und war völlig ahnungslos, dass es für den Bau einer Rettungswache im Visier ist.

Vor dem Hintergrund, dass die Familie in den vergangenen Jahren einiges auf dem Grundstück getan und investiert hat, es pflegt und zum Beispiel eingezäunt und für ihre Kinder und deren Freunde zu einem grünen Treffpunkt gemacht hat, waren die Cox‘ einigermaßen entsetzt von den Stadt-Überlegungen. Zumal, wie Jennifer Cox erläutert, sie für die Freifläche ein Urban-Gardening-Projekt geplant hätten und das Gelände auch ein Refugium für Fledermäuse oder Blindschleichen sei.

Beim Ortstermin zeigten sich auch Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé und die SPD-Bezirksvertreter Oliver Wagner und Hans-Peter Abé von den Überlegungen überrascht. Allerdings eher, weil man bisher angenommen hatte, dass die Kemmannstraße als Standort für eine Rettungswache ausschiede, da von hier aus die achtminütige Hilfsfrist, also die vorgegebene Eintreffzeit am Einsatzort, für den Ortsteil Sudberg nicht erreichbar wäre.

Ringtausch: Neue Rettungswache in alte Feuerwache Cronenberg?

Das, so hat Bürgermeisterin Abé zwischenzeitlich bei Feuerwehrchef Ulrich Zander in Erfahrung gebracht, ist jedoch nicht der Fall: Der Süden Cronenbergs wäre im Rahmen der Hilfsfrist sehr wohl von der Kemmannstraße aus abgedeckt, gab der Feuerwehrchef auch gegenüber der CW zu Protokoll. Warum aber dann die Rettungswache nicht in der jetzigen Feuerwache Cronenberg unterbringen, nachdem diese an einen neuen Standort umgezogen ist, lautet nun ein neuer Vorschlag der SPD-Vertreter?

Charmant findet sie jedenfalls Bezirksvertreter Oliver Wagner: „Da ist die Infrastruktur doch schon da.“ Zudem könnte man mit der Idee womöglich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: eine neue Rettungswache sowie eine neue Feuerwache Cronenberg und zugleich die Rettung des grünen Cox-Refugiums. Feuerwehrchef Zander winkt dazu allerdings ab: Bis zum Neubau einer Feuerwache Cronenberg würden drei/vier Jahre vergehen – zu lange für die Rettungswache Cronenberg.

Rettungswache in Kemmannstraße? „Zeichen stehen baurechtlich auf Grün…“

Zudem sei die Prüfung des Pachtgrundstückes an der Kemmannstraße bisher positiv: „Baurechtlich stehen alle Zeichen auf Grün“, zeigt sich Ulrich Zander optimis-tisch, dass womöglich bereits Anfang 2020 der Baubeginn erfolgen könne und die in Leichtbauweise zu erstellende Rettungswache dann schon etwa ein halbes Jahr später fertig sei. Zwar bedauerlich für das Dörper Ehepaar Cox findet das Bezirksbürgermeisterin Ulla Abé – „aber hier stünde dann das Gemeinwohl im Vordergrund“, so die Bürgermeisterin.

Auch Bezirksvertreter Oliver Wagner bedauerte es, wenn eine weitere Grünfläche bebaut würde: „Sollte es dort seltene Tierarten geben, werde ich zumindest auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung drängen“, so der Dörper SPD-Politiker.