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28.02.2019, 13.16 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Gewaltfrei Lernen: So geht’s an der Herberts-Grundschule

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Katrin Krüger, Stellvertretende Schulleiterin und Projekt-Organisatorin der Hermann-Herberts-Grundschule (li.), mit Projekt-Trainerin Regine Schröder sowie Wuppertals Sparda-Bank-Chef Swidbert Obermüller beim Startschuss in der Schule am Dohr. Foto: Gewaltfrei Lernen e.V.

Sie sind nur kleine Wörtchen mit gerade einmal vier beziehungsweise fünf Buchstaben. „Nein“ oder „Stopp“ zu sagen, fällt vielen aber sehr schwer. Insofern kann man gar nicht früh genug damit beginnen zu vermitteln, dass man überhaupt keine Angst vor dem „Nein“ und dem „Stopp“ haben sollte, dass es kein schlechtes Gewissen macht, sondern – im Gegenteil – dass man sich in bestimmten Situationen mit den „Wenig-Buchstaben-Wörtchen“ sogar sehr viel besser fühlen kann.

In der Grundschule Hermann Herberts lernen das die Schüler aktuell einmal mehr: Zum zweiten Mal bereits sind die Trainer des Vereins „Gewaltfrei Lernen“ an der Cronenfelder Straße zu Gast, um den Erst- und Zweitklässlern, aber auch Lehrern und Eltern aufzuzeigen, wie sie sich in Konfliktsituationen richtig verhalten, sich gewaltfrei gegen verbale und auch körperliche Gewalt schützen können. Zum gewaltfreien Verhalten gehört auch, dass die Grundschüler zu „Neinsagern“ beziehungsweise „Stoppsagern“ werden.

Im Rahmen der Anti-Konflikt-Trainings lernen die Dohrer Grundschüler über den selbstbewussten Gebrauch der „Wörtchen“ aber auch einiges mehr, wie sie sich bei kleinem und großem Ärger in der Klasse, auf dem Pausenhof oder dem Spielplatz selbstbewusst und ohne Gegengewalt behaupten können. Und dabei geht es längst nicht nur darum, einen Lehrer oder die Eltern zu Hilfe zu holen. Im Rahmen des insgesamt dreiwöchigen Projektes zeigen die Anti-Konflikt-Trainer aus Pulheim den Dohrer Schülern auch auf, wie sie selbst „dagegen“ halten.

Projekt-Credo: „Sprecht stark mit den Augen!“

Beispiel: Werden sie beleidigt oder machen sich andere Kinder über sie lustig, sollten sie standhaft bleiben. Das heißt: Nur nicht in die Opferrolle drängen lassen, die „Übeltäter“ vielmehr mit ihrem beleidigenden Verhalten konfrontieren, ihnen fest und ernst in die Augen schauen, sprich aufrecht bleiben, sie vielleicht auch ignorieren und einfach weggehen… „Wer seine Wut in den Griff bekommt, ist stark“, lautet eine Botschaft des Trainings: „Sprecht stark mit den Augen“, ist daher ein Verhaltenstipp für Konfliktsituationen.

Ebenso zählt zum Projekt-Programm, dass den Kindern, Lehrern und Eltern vermittelt wird, wie bestehende Konflikte durch Wiedergutmachungen aufgelöst werden können. Natürlich lernen die Grundschüler auch, dass es zu „kleinem und großem Ärger“ erst gar nicht kommen muss: Der respektvolle und gewaltfreie Umgang miteinander, das einander Helfen wird auch in Rollenspielen geübt, getreu dem Projekt-Credo „Präventiv Handeln, statt erst zu handeln, wenn es schon weh getan hat“…

Unterstützung von Knipex und Sparda-Bank

Nicht ohne Grund kam übrigens Swidbert Obermüller von der Sparda-Bank West in Wuppertal zum Startschuss des neuerlichen „Gewaltfrei-Lernen“-Projektes an die Cronenfelder Straße: Erneut fördert die „Stiftung Kunst, Kultur und Soziales“ der Sparda-Bank West die Durchführung der Trainings an der Dohrer Schule. Zudem unterstützt die Firma Knipex die Finanzierung, und auch die Schülereltern tragen ihren Obolus zu den dreiwöchigen Trainings bei.