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01.03.2019, 20.19 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Kriminalstatistik 2018: Zehn-Jahres-Tief bei den Einbrüchen

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Polizeipräsident Markus Röhrl (li.) mit Kriminaldirektor Robert Gereci bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik 2018 im Polizeipräsidium. -Foto: Meinhard Koke

Polizeipräsident Markus Röhrl strahlte an diesem Februar-Mittwoch mit der Sonne um die Wette: Nach seinem ersten Jahr an der Spitze der Polizei im bergischen Städtedreieck konnte der Chef im Polizeipräsidium an der Friedrich-Engels-Allee überwiegend positive Zahlen vermelden. So ging die Zahl der Straftaten einmal mehr zurück: 48.489 Straftaten bedeuten einen satten Rückgang von 6,5 Prozent – im Fünf-Jahres-Vergleich wurden 2018 rund zehn Prozent weniger Straftaten verübt (2014: 53.520). Die Aufklärungsquote stieg derweil auf 54,9 Prozent, sie ist damit besser als im NRW-Schnitt (53,7 Prozent).

Damit steht die Polizei im Städtedreieck landesweit gut da: Der Straftaten-Rückgang liegt fast auf Landesschnitt (minus 6,6%), bei der Kriminalhäufigkeitszahl (HZ), also der Anzahl der Delikte pro 100.000 Einwohner, rangiert der Wuppertaler Präsidialbereich sogar unter dem Landesdurchschnitt. Mit einer HZ von 7.783 liegen Wuppertal-Remscheid-Solingen auf Platz 8 der 18 Polizeipräsidien in NRW.

Einbrüche runter

„Die Zahlen sind ausgesprochen gut“, stellte Markus Röhrl fest, besondere Freude konnte der Polizeichef an der Einbruchsstatistik haben. Die Zahl der Einbrüche in Wuppertal ging im letzten Jahr erneut auf nunmehr 524 Fälle zurück. Das ist ein Minus von 27,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (723 Einbrüche), sogar mehr als eine Halbierung zum Fünf-Jahres-Höchststand im Jahr 2016 (1.217 Fälle) und der Bestwert der letzten zehn Jahre, konnte Kriminaldirektor Robert Gereci stolz verkünden.

Ebenfalls erfreulich: Bei fast der Hälfte aller Einbrüche waren die Täter nicht erfolgreich – auch weil sie an den guten Sicherungen der Häuser und Wohnungen scheiterten. Dennoch: „Bleiben sie wachsam, schieben Sie Einbrechern einen Riegel vor“, appellierte Polizeipräsident Röhrl trotz der positiven Tendenz. Rückgänge gab es zudem bei den Taschendiebstählen: Hier bedeuteten 1.282 Fälle ein Minus von 15 Prozent zu 2017.

Raub & Kfz-Diebstähle

Auch die Raub-Zahlen gingen in 2018 um 7,5 Prozent auf 344 Fälle zurück. Bei den Kfz-Delikten sank die Zahl sogar um mehr als ein Drittel auf 3.968 Fälle. Während die Fahrzeug-Diebstähle beziehungsweise -Beschädigungen etwa gleich blieben beziehungsweise sogar anstiegen, ist das Minus einem satten Rückgang bei den Fällen von Diebstählen aus Fahrzeugen geschuldet, die etwa die Hälfte aller Kfz-Delikte ausmachen.

Gewaltdelikte rauf

Aber die Kriminalitätsstatistik 2018 wartete nicht nur mit Rückgängen auf. Negativ: Bei der Gewaltkriminalität, die von Tötungsdelikten über Vergewaltigung und Raub bis hin zu Körperverletzung reicht, gab es einen Anstieg um 3,4 Prozent auf nunmehr 1.296 Fälle – der Höchstwert der letzten fünf Jahre. Positiv dabei: Immerhin die Aufklärungsquote verbesserte sich auf nunmehr 75 Prozent. Besonders auffallend: Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registrierte die Polizei in Wuppertal sogar ein sattes Plus von 45,5 Prozent auf 291 Fälle. Das führte Polizeipräsident Röhrl aber auch auf eine Verschärfung des betreffenden Strafrechts sowie mehr Anzeigen im Zusammenhang mit der Verbreitung von intimen Handy-Fotos zurück.

Diebe häufig nichtdeutsch

Ebenso wie auch NRW-Innenminister Herbert Reul wies übrigens auch Markus Röhrl in seiner Statistik außerordentliche Quoten von Delikten mit nicht-deutschen Tätern aus: So waren immerhin 35 Prozent aller Gesamt-Tatverdächtigen im Städtedreieck Ausländer. Bei den Körperverletzungen lag die Quote der nichtdeutschen Tatverdächtigen bei 38 Prozent, bei den Diebstählen sogar bei 40,7 Prozent, wobei bei Taschendiebstählen sogar rund 74 Prozent der ermittelten Verdächtigen Ausländer waren.