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19.03.2019, 19.50 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

CDU-Dialog zur Schule Lenzhaus: „Wir Politiker sind machtlos…“

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Cronenbergs stellvertretender Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky referierte über die ehemalige Schule Berghauser Straße und die Stadtentwicklung. – Foto: Marcus Müller

„Das Gebäude ist lange noch nicht abgängig“, stellte Cronenbergs stellvertretender Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky heraus. Die Cronenberger CDU hatte an diesem März-Freitagabend zu einem „Bürgerdialog“ in die Bahnhofsgaststätte geladen, um das weitere Vorgehen im Hinblick auf den Erhalt der ehemaligen Schule an der Berghauser Straße zu erörtern. Dieses ist stark sanierungsbedürftig, das städtische Gebäudemanagement (GMW) schätzt die Kosten hierfür auf bis zu 14 Millionen Euro.

Sollte das historische Gebäude nicht mehr zu retten sein, so sei das ein „Verbrechen am Volksvermögen“, stellte von Wenczowsky heraus. Das Problem war schnell ausgemacht: „Cronenberg existiert nicht im Rathaus“, fasste es ein Bürger überspitzt zusammen. Nun sei es wichtig, eine mögliche folgende Nutzung „klar und deutlich zu formulieren“, forderte auch die ehemalige Bezirksbürgermeisterin Ingeborg Alker.

Sehr viele Vorschläge seien in den letzten Tagen bereits eingegangen: Die Aula könnte als Proberaum für das Sinfonieorchester genutzt werden, ein Ausstellungsraum für Kleintierzüchter werden, ein Jugendtreff könnte am Lenzhaus einziehen, Musikevents stattfinden, ein Treff für Demenzkranke eingerichtet werden – und natürlich in erster Linie auch das Bürgerbüro und die Polizei-Bezirksdienststelle dort untergebracht werden. Ein CW-Leser verwies in dieser Woche auf eine alte Grundschule in Schwelm, die heute als Hotel genutzt wird. Zumal das Technologiezentrum „W-tec“ oft ausgebucht ist und sogenannte Coworking-Spaces mit kleinen Büros an allen Ecken aus dem Boden sprießen, wäre auch das vielleicht eine Option.

„Man hat die gesunden Stadtteile wie Ronsdorf und Cronenberg vergessen“
Natürlich könne man das Gelände auch für die dringend benötigte Rettungswache in Betracht ziehen oder endlich die Dreifach-Sporthalle realisieren, forderte Michael-Georg von Wenczowsky erneut. „Das meiste Geld in dieser Stadt wird auf der Talsohle ausgegeben“, schlug er sogleich den Bogen zur Stadt(teil)entwicklung, „man hat die gesunden Stadtteile wie Ronsdorf und Cronenberg vergessen.“ Die Bezirksvertretung habe in Sachen Schule Berghauser Straße Akteneinsicht gefordert, bis zum „Bürgerdialog“ sei aber kein Termin gefunden worden. „Hier wird verzögert, wo verzögert werden kann“, fasste von Wenczowsky zusammen: „Es müssen Zahlen her!“

Dass die Stadt für Cronenberg 46.000 Euro an Fördermitteln für den Straßenbau zur Verfügung stelle und die Stadtteilparlamentarier auffordere, wichtige Einsatzzwecke zu benennen, ist für von Wenczowsky eine Farce: „Wir haben genug gesammelt und priorisiert“, mahnt er. „Man versucht uns etwas Zucker zu geben, aber wir wissen nicht, wie wir den wenigen Zucker verwenden sollen.“ Die Bezirksvertretung laufe immer und immer wieder „gegen Gummiwände der Verwaltung“, stellt Cronenbergs stellvertretender Bezirksbürgermeister heraus: „Ohne den Druck des Heimat- und Bürgervereins und der Bürger sind wir als Politiker machtlos…“