22.08.2019, 16.14 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Auszug des Bandwebermuseums: Umzugsstress statt Sommerferien

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Trotz des Umzugsstresses: Irmlind Pesch (re.) und Co-Leiterin Margarete Kaiser freuen sich auf das Gold-Zack-Gebäude. | Foto: Meinhard Koke

Auch wenn noch Ferien sind, viel Betrieb herrschte in den vergangenen August-Wochen im Schulzentrum Süd. Dabei wurde aber nicht gebüffelt, sondern vielmehr gepackt und geschleppt – das Bandwebermuseum in der Friedrich-Bayer-Realschule (FBR) zog aus. Genau 30 Jahre nach seiner Gründung wird der Sitz des Museums in das traditionsreiche Gold-Zack Gebäude, das direkt an der Nordbahntrasse in der Wiesenstraße 118 gelegen ist, verlagert (die CW berichtete).

Das Bandwebermuseum führt in die lange Tradition der Bandweberei ein, die in Wuppertal einst einen wirtschaftlichen Schwerpunkt bildete. Die Ausstellung bietet zahlreiche Exponate, neben vielen, vielen Produkten befinden sich darunter auch funktionstüchtige Maschinen und Geräte, wie historische Bandwebstühle, aber auch ein Bandweb-Automat von 1989 und nicht zuletzt auch eine rekonstruierte Hausbandweber-Stube und eine Hut-Modenschau. Nicht zuletzt ob der beeindruckenden Dimensionen der Bandwebstühle und Automaten konnten die mittlerweile pensionierten FBR-Lehrerinnen Margarete Kaiser und Irmlind Pesch, welche das Museum seit Anbeginn leiten, den Umzug natürlich nicht allein bewältigen.

Nach wochenlangen Vorbereitungen, im Rahmen derer nicht nur unzählige Kartons gepackt, sondern die Webstühle auch feinsäuberlich auseinandergenommen wurden, rückten zwei Spezialfirmen an, um die musealen Ausstellungsobjekte aus dem Schulzentrum herauszuholen und an die Wiesenstraße zu transportieren. Da die Sanierung des historischen Gold-Zack-Gebäudes, in dem der renommierte Marktführer für die sogenannten „Barmer Artikel“ (Litzen sowie Gummi- und Textilbänder) einst seinen Sitz hatte, noch nicht ganz abgeschlossen ist, werden die Exponate des Bandwebermuseums zunächst zwischengelagert.

Wieder-Eröffnung am neuen Standort im November

Im November, so hoffen Margarete Kaiser und Irmlind Pesch, wird das Museum dann an seinem neuen Standort mit einem Tag der offenen Tür wiedereröffnen. Mit rund 240 Quadratmetern Gesamtfläche, darunter auch einem eigenen Büro oder auch einer Teeküche, wird dem künftigen Bandwebermuseum etwa ein Drittel mehr Platz zur Verfügung stehen als bisher im Schulzentrum Süd. Auch aufgrund dessen wird sich die Schau an der Wiesenstraße neu konzipiert und inhaltlich überarbeitet präsentieren.

Die Kosten belaufen sich auf etwa 60.000 Euro, 45.000 Euro davon hatte bereits der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Förderung zugesagt (die CW berichtete ebenfalls). Mehr Infos zum bandwebermuseum sind online abrufbar unter bandwebermuseum-wuppertal.de.

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