Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

13.09.2019, 13.15 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Gerda Müller: Auch mit 100 Jahren wird noch fleißig gestrickt

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Jubilarin Gerda Müller (vo. mi.) mit Bezirksbürgermeiserin Ursula Abe (vo. li.), welche die Glückwünsche des Oberbürgermeisters überbrachte, sowie ihrer Familie. | Foto: Matthias Müller

Auch am 1. September 2019 gab es wieder einen 100. Geburtstag im CW-Land zu feiern – dieses Mal an der Hütter Straße. Jubilarin Gerda Müller freute sich bei bester Gesundheit nicht nur über den Brief des Bundespräsidenten, sondern auch dass Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé als Vertreterin von Oberbürgermeister Mucke vorbeischaute. Sohn Helmut, Schwiegertochter Gisela und Tochter Karin wuselten in der kleinen Wohnung herum, um es der Jubilarin und ihren Gästen mit Schnittchen und Sekt feierlich zu machen.

Gerda Müller wurde in der Ortschaft Clemenshammer am Steffenshammer geboren. 1942 heiratete und zog sie zum Hütterbusch. 1943 bekam Frau Müller Zwillinge, von denen jedoch eines starb, 1947 „gesellten“ sich Helmut und Karin hinzu. Inzwischen ist die Familie um drei Enkel und zwei Urenkel angewachsen. Gelernt hat Gerda Müller Büglerin: Für die Firma „Frauenlob“ war sie in Heimarbeit tätig. In den Urlauben während ihrer 33-jährigen Ehe ging es mit Kind und Kegel immer wieder in die Berge bis nach Süd-Tirol.

Nicht nur Stricken: Noch volles Wochen-Programm

Als Gerda Müller 1975 bereits mit 56 Jahren zur Witwe wurde, resignierte sie keineswegs – nein, Frau Müller machte erst einmal den Führerschein. „Das wollte mein Mann vorher nicht“, berichtete die Jubilarin. Dann startete sie durch: Noch bis zum 80. Lebensjahr fuhr sie mit ihrem Opel Kadett im Dorf herum, 1999 entdeckte sie drei Wochen lang Mallorca – und übrigens auch den Ballermann… Der Wochenplan der rüstigen 100-Jährigen ist stramm: Montags ist Bingo und „Mensch ärgere Dich nicht“ und freitags Turnen angesagt. Die übrigen Tage stehen Kreuzworträtsel, backen und fast jeden Tag Socken stricken auf dem Programm.

Diese stapeln sich in großen Plastiktüten, weil es mehr Vorrat als Abnehmer gibt. Dennoch gab es auch zum „100sten“ Wolle, aber auch ein Ständchen „Viel Glück und viel Segen“, in das Familie, Nachbarinnen und Bürgermeisterin Abé mit einstimmten. Im Anschluss lief die „wehrhafte“ alte Dame zur Höchstform auf: „Hier gibt es keinen Augenarzt, das muss sich ändern!“, wetterte sie. So fährt die resolute Dame eben mit dem Rollator und im Bus zum Arzt nach Elberfeld…

Auch abseits des konstatierten „Ärzte-Notstandes“ weiß Frau Müller ganz genau, was in ihrem Cronenberg im Argen liegt – am Ehrentag trat das dann aber in den Hintergrund: Am Abend ging’s ins „Hotel zur Post“, wo mit 30 Gästen sowie dem Wuppertaler Original Klaus Pretz gefeiert wurde – auf dass Gerda Müller so rüstig und wehrhaft bleibt!