Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

16.09.2019, 16.20 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Coffee to go“: Mit „Meer-Wert-Becher“ umweltbewusst genießen

Artikelfoto

Initiator Dirk Polick (hi.) mit den Oberbürgermeistern Andreas Mucke (vo. re.) und Burkhard Mast-Weisz (mi.) sowie Solingens Bürgermeister Ernst Lauterjung. bei der Präsentation der „Meer-Wert-Becher“ | Foto: Antje Zeis-Loi

Einweg-Kaffeebecher sind in aller Munde. Uns zwar nicht nur, weil der „Coffee to go“ ein Trendgetränk der Zeit ist. Weil geschätzt 2,8 Milliarden Einweg-Kaffeebechern allein pro Jahr in Deutschland verbraucht werden sollen, stehen sie auch mächtig in der Kritik: Umweltschützer haben „den Kaffee auf“, die Forderungen nach einem Mehrweg-System wird lauter.

Darauf hat nun die Bäcker-Innung Wuppertal/Remscheid reagiert: Auf Initiative von Obermeister Dirk Polick („Policks Backstube“) wurde der Bergische Pfandbecher vorgestellt. Mit dabei im Zoo-Restaurant „Okavango“ waren die beiden bergischen Oberbürgermeister Andreas Mucke (Wuppertal) und Burkhard Mast-Weisz (Remscheid) sowie Solingens Bürgermeister Ernst Lauterjung – der Mehrweg-Becher soll im ganzen Städtedreieck „Karriere“ machen.

Die Idee stammt von der BÄKO, der Einkaufsgenossenschaft der Bäcker und Konditoren. Und so funktioniert sie: Man erwirbt für nur einen Euro zusätzlich zum Kaffee oder Latte Macchiato einen der Pfandbecher. Die „strandgelben“ Plastikbecher sind zwar Geschmacksache und nicht unbedingt „hipp“, aber recyclebar und auch somit auf jeden Fall umweltgerechter und zudem „bergisch“ robust: Etwa 400 Spülmaschinen-Gänge soll ein Becher aushalten. Zum nächsten „Coffee to go“ bringt man den gesäuberten Becher einfach mit ins Geschäft – und bekommt dann nur das Getränk rein und einen neuen Plastikdeckel obendrauf oder auch den Pfand-Euro zurück.

Teilnehmer-Geschäfte sind auf Online-Karte abrufbar

Damit spart der bergische Pfandbecher einiges an Plastik-Müll ein. Aus Hygiene-Gründen werden die Deckel nach wie vor aus Einweg-Kunststoff gefertigt – „Sorry, aber Ihre Gesundheit hat Vorrang!“, meinen dazu Dirk Polick und seine Mitstreiter. Dem Pfand-System haben sich bereits zehn Bäckerei-Unternehmen mit mehr als 150 Filialen angeschlossen. Zudem haben AWG und Eigenbetrieb Straßenreinigung Wuppertal (ESW) für alle ihre Standorte auf Mehrweg umgestellt.

Unter der Überschrift „Das Meer ist es uns wert“, sind weitere Kooperationspartner wie Kioske oder auch Schulen und Unternehmen zum Mitmachen eingeladen, für ihre Heiß- oder Kaltgetränke „to go“ auch den neuen Becher zu nutzen. Übrigens: Zu erkennen sind die Teilnehmer-Geschäfte an dem „Meer-Wert-Becher“-Zeichen“. Die teilnehmenden Kooperationspartner sind zudem online über eine Karten abrufbar, welche die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) dafür eingerichtet hat. Mit einem Klick werden in einer Karte die teilnehmenden Cafés und Bäckereien sichtbar.

„Ich finde es toll, dass mit dieser Initiative ein weiteres Mehrweg-Angebot hier im Bergischen an den Start geht“, begrüßte Oberbürgermeister Andreas Mucke die Initiative und warb zugleich für den Umstieg auf die Mehrweg-Becher: „Wir sollten nicht nur über Nachhaltigkeit reden und uns über Umweltverschmutzung beschweren. Wir müssen handeln!“