Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

24.10.2019, 11.55 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

GCU: Rekorde und viele Schüler-Förderungen bei Festabend

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Kyriaki Iosifidou, Jannis Mevißen, Vanessa Grünewälder und Arthur Weber (von links) wurden ebenso wie Daniel Petrusch und Karam Alnajjar (nicht im Bild) im Jahr 2019 mit GCU-Förderpreisen bedacht. | Foto: Marcus Müller

An den Erlösen der 25. Cronenberger Werkzeugkiste hat die Gemeinschaft Cronenberger Unternehmen (GCU) einen großen Teil beigetragen. Mit einem von Calogero Lo Bue in liebevoller Arbeit gestalteten Stand war die Unternehmer-Gemeinschaft auf der Festmeile in der Ortsmitte vertreten gewesen – und hatte fleißig Spenden gesammelt. 14.500 Euro sind durch Werkzeug- sowie Wein- und Sektverkauf zusammengekommen, wie Vorsitzende Antonella Lo Bue im Rahmen des GCU-Festabends 2019 bei der Firma Berger in der Kohlfurth stolz verkünden konnte.

Einen weiteren Rekord stellte die GCU („Wir sind ein Dorf-Klub, aber in internationaler Dorf-Klub“, betonte Vize Dr. Andreas Groß) derweil bei der Anzahl der im Rahmen des alljährlichen Festabends geehrten Schüler und Auszubildenden auf: Statt drei konnten sich in diesem Jahr gleich sechs junge Menschen aus Cronenberg und der Südstadt über eine Auszeichnung für ihre schulischen bzw. beruflichen und gesellschaftlichen Leistungen freuen.

Auszeichnungen für schulische und gesellschaftliche Leistungen

Vom Carl-Fuhlrott-Gymnasium (CFG) bekam dabei Kyriaki Iosifidou einen Förderpreis in Höhe von 200 Euro. Die Gymnasiastin mit griechischen Wurzeln, die erst im Jahre 2015 nach Deutschland kam, hatte in nur einem knappen Jahr den Sprung von der internationalen Klasse in den Regelunterricht geschafft, steht griechischen Schülern seitdem als Ansprechpartnerin zur Verfügung und hat erst Anfang des Jahres mit einem Projekt zu Exoplaneten als erste Schülerin aus Deutschland den „Catch a Star“-Wettbewerb der Europäischen Südsternwarte (ESO) gewonnen. Daraufhin folgten Praktika beim Institut für Astrophysik in Potsdam und im Rahmen des Grundschulprogramms des Besucherzentrums der Halde Hoheward. Aktuell nimmt sie am Wettbewerb „Jugend forscht“ teil.

Ebenfalls mit hervorragenden schulischen und sozialen Leistungen konnte Arthur Weber von der Friedrich-Bayer-Realschule (FBR) aufwarten: Er überzeugte den GCU-Vorstand mit seinen Stärken in den Bereichen Naturwissenschaften, Technik und Sport sowie einer hohen Sozialkompetenz. Neben der Teilnahme an den Technik-AGs der Firmen Knipex und Stahlwille sowie der Chemie-Lack-AG in Zusammenarbeit mit der Firma axalta ist der Realschüler auch ein guter Turner mit „einer nachhaltigen Hilfsbereitschaft, neu Gelerntes weiterzugeben oder bei Schwierigkeiten seinen Mitschülern zu helfen“, hob GCU-Vize Dr. Andreas Groß in seiner Laudatio hervor.

Der (um die Partner) erweiterte GCU-Vorstand: Ohne einen starken Rückhalt, der auch mal mit anpackt, klappt eine Vorstandsarbeit nicht so gut. Daher gab es für die helfenden Hände im Hintergrund auch (meist flüssige) Dankeschöns. | Foto: Marcus Müller

Der (um die Partner) erweiterte GCU-Vorstand: Ohne einen starken Rückhalt, der auch mal mit anpackt, klappt eine Vorstandsarbeit nicht so gut. Daher gab es für die helfenden Hände im Hintergrund auch (meist flüssige) Dankeschöns. | Foto: Marcus Müller

Zwar hat Vanessa Grünewälder von der Firma Vaupel & Team ihre Ausbildung zur Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik aktuell noch nicht abgeschlossen, wird die Prüfung aufgrund ihrer hervorragenden Noten allerdings ein halbes Jahr vorziehen können und im Anschluss auch übernommen. Schon jetzt baut die 18-Jährige selbstständig Schaltschränke für Notstromanlagen nach Stücklisten und Schaltplänen und verdrahtet eigenständig Steuerungen. „Sie hilft den anderen Auszubildenden sowohl schulisch als auch im Betrieb und wird von den anderen Mitarbeitern immer gerne als Unterstützung hinzugezogen“, heißt es in der Laudatio für den GCU-Förderpreis.

Weil sie sich aktuell auf einer Ausbildungsfahrt befanden, konnten Daniel Petrusch und Karam Alnajjar von der Firma Knipex ihre Preise nicht persönlich entgegennehmen. Petrusch engagiert sich neben seiner Ausbildung zum Industriemechaniker in besonders großem Maße ehrenamtlich, unter anderem in der Hochschulgruppe von Amnesty International, als Dozent an der Junior-Uni und als Teilnehmer der Fridays-for-Future-Demonstrationen. Für letztere reichte er sogar Urlaubstage ein, um für seine Überzeugungen auf die Straße zu gehen. Daniel Petrusch „brennt leidenschaftlich für sein zivilgesellschaftliches Engagement und ist damit ein Paradebeispiel für Einsatz und Verantwortungsübernahme“, hieß es in der Begründung für den GCU-Preis.

Karam Alnajjar hingegen ist nach seiner Flucht vor der politischen Lage in seiner Heimat Syrien im Sommer 2015 seit August 2018 in einer Ausbildung zum Fachinformatiker bei Knipex tätig und wurde von seinem Unternehmen „aufgrund seiner unvergleichlichen Durchsetzungsstärke und Eigeninitiative“ vorgeschlagen. Er habe sich nach seiner Ankunft in Deutschland nicht nur eigenständig um Sprachkurse bemüht, sondern sich die Grundlage der deutschen Sprache auch eigenständig mit YouTube-Videos beigebracht. „In seinem Ausbildungsberuf geht er vollkommen auf, Dinge aktiv verändern sowie Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen faszinieren ihn – nicht nur privat, sondern auch beruflich“, heißt es in der Laudatio.

Chris Huber (vo. li.) und Barbara Buntrock (dahinter) musizierten in den illuminierten Berger-Betriebshallen mit einem Roboter. | Foto: Marcus Müller

Chris Huber (vo. li.) und Barbara Buntrock (dahinter) musizierten in den illuminierten Berger-Betriebshallen mit einem Roboter. | Foto: Marcus Müller

Obwohl er eigentlich gar kein Azubi mehr ist, bekam auch Jannis Mevißen von der Berger-Gruppe in diesem Jahr einen GCU-Förderpreis. Der Mechatroniker gehörte zu den 128 Spitzen-Absolventen des aktuellen IHK-Jahrganges. „Herr Mevißen zeigte während seiner Ausbildung und auch jetzt als festangestellter Mitarbeiter ein ansprechendes Selbstbewusstsein, Eigeninitiative und Engagement“, lobte sein Chef Dr. Andreas Groß, „er ist eine wirkliche Bereicherung für das Unternehmen.“ Dass er bei Firmenveranstaltungen stets seine Mithilfe anbietet, davon konnten sich auch die Gäste des GCU-Festabends überzeugen.

Denn als Höhepunkt der festlichen Veranstaltung, die recht spontan bei der Berger-Gruppe in der Kohlfurth stattfand, ging es in die (teilweise in buntes Licht getauchten) Betriebshallen der Firma Berger. Dort musizierten Barbara Buntrock (Viola) und Chris Huber (Violine) – die zuvor schon eine kleine Reise durch die klassische Musikgeschichte geboten hatten – zusammen mit einem Fertigungs-Roboter – und hier hatte auch Mevißen seine Finger mit im Spiel…