Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

30.10.2019, 16.02 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Polizei-Trick: Fast 100.000 Euro von arglosen Senioren ergaunert

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„Seien Sie ganz sensibel, geben Sie keine Auskünfte und legen Sie sofort auf“, rieten die Cronenberger Polizeibeamten Simone Bremer und Tom Fleuss erst kürzlich bei einem Info-Nachmittag, den die CDU Cronenberg zum Thema Trickbetrug anbot: „Wir als Polizei würden niemals bei Ihnen anrufen und Sie ausfragen, ob und wie viel Geld Sie zu Hause haben“, unterstrichen die beiden Dörper Hauptkommissare (die CW berichtete).

Diese Ratschläge drangen (leider) nicht bis nach Remscheid und Ronsdorf durch: In der vergangenen Woche gingen hier erneut Senioren Trickbetrügern „auf dem Leim“, die mit der Polizei-Masche unterwegs waren. Die Unbekannten gaben sich am Telefon als Polizeibeamte beziehungsweise Staatsanwälte aus. Unter dem Vorwand, sie vor bevorstehenden Einbrüchen schützen zu wollen, drängten die Betrüger darauf, die Wertgegenstände der Opfer in behördliche Obhut zu nehmen.

Eine 90-jährige Frau aus Remscheid brachten die Gauner so um ihre Ersparnisse. Die Seniorin händigte einem angeblichen Kurier einen Beutel mit 10.000 Euro aus. Ein älteres Ehepaar (80/85 Jahre) ebenfalls aus Remscheid wurde angewiesen, eine Geldkassette mit 19.500 vor die Tür zu stellen, um die vermeintlichen Einbrecher anzulocken und diese dann auf frischer Tat festnehmen zu können. Die Ehefrau sah noch einen kleinen jungen Mann, der die Kassette an sich nahm und floh – aber dann natürlich nicht festgenommen wurde!

Noch schlimmer erwischte es derweil einen Ronsdorfer Senior. Der 73-Jährige übergab an zwei Tagen Bargeld in Höhe von insgesamt 66.000 Euro an falsche Polizeibeamte. In Cronenberg gab es indes in den letzten beiden Wochen keine dubiosen Anrufe mit der Polizei-Masche. Das teilte die Dörper Polizei-Dienststelle auf CW-Nachfrage mit. In den Wochen zuvor aber hatten sich mehrere Senioren bei der Dörper Polizei gemeldet, welche von Trickbetrügern angerufen worden waren – zum Glück keiner ging den Gaunern auf den Leim.

Die Polizei unterstreicht einmal mehr: Die „echte“ Polizei fragt nicht nach Vermögensverhältnissen aus und lässt sich keine Wertgegenstände aushändigen. „Seien Sie skeptisch und bitten Sie Nachbarn, Angehörige oder Freunde in solchen Situationen um Rat und Hilfe“, appellieren die Ordnungshüter: „Beenden sie das Telefonat mit dem vermeintlichen Betrüger und wenden sie sich an die Polizei!“ Zudem sollten sich Senioren auch nicht mit vollem Namen und Adresse im Telefonbuch eintragen lassen, um dubiosen Anrufen vorzubeugen.

Weitere Betroffene können sich unter Telefon (02 02) 284-0 (Präsidium) oder (02 02) 247 13 90 (Cronenberg) bei der Polizei melden.