Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

11.11.2019, 16.36 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Marode Dörper Straßen: „Kein Licht am Ende des Tunnels…“

Artikelfoto

Flickenteppiche und/oder Schlaglochpisten – so sehen zahlreiche Straßen auch im CW-Land aus. | Archiv-Foto: Meinhard Koke

Eine städtische Straßenzustandserhebung hat es ergeben: Die Straßen in ganz Wuppertal sind in keinem guten Zustand, im Stadtbezirk Cronenberg sind sie aber noch einmal ein Stückchen maroder. Hier sind 41 Prozent der „Pisten“ sanierungsbedürftig – noch schlechter sieht’s in keinem anderen Bezirk Wuppertals aus (die CW berichtete).

In der Oktober-Sitzung bestätigte Stefan Lederer, der Leiter des städtischen Straßen-Ressorts, dass die Dörper Straßen „ein bisschen schlechter als im Stadtvergleich“ sind: Auf der von der Bestnote 1 bis 8 reichenden Skala haben sie die Note 5, während der Wuppertaler Durchschnitt bei „4“ liege, berichtete Lederer. Dass kein Wuppertaler Stadtteil die Noten 1 bis 3 erreicht, konnte die Cronenberger Bezirkspolitiker nicht wirklich freudiger stimmen.

Bezirksvertretung plädiert für Cronenberger Prioritätenliste

Straßen-Experte Lederer machte deutlich, dass sich an dem schlechten Zustand vieler Wuppertaler Straßen so schnell nichts verändern könne. Zwar sei das städtische Budget für Straßenerneuerungen mittlerweile von zwei auf inzwischen fünf Millionen Euro erhöht worden. Für substanzielle Verbesserungen aber seien circa 20 Millionen Euro jährlich notwendig, unterstrich Lederer: „Wir können die Zustände leider nicht wegzaubern, es fehlt das Budget, der Haushalt setzt uns Grenzen.“

Von den fünf Millionen jährlich fließen etwa 500.000 Euro in Reparaturen von Dörper Straßen. Ein Ingenieurbüro sei speziell damit beauftragt, die Kosten für Cronenberger Straßenprojekte zu ermitteln. Stefan Lederer sagte zu, dass sein Ressort ob des schlechten Zustandes der Straßen im Stadtbezirk bemüht sei, etwas mehr in Cronenberg zu investieren.

Auf Initiative von SPD-Bezirksvertreter Oliver Wagner soll die Stadt nun eine Prioritätenliste erstellen, in welcher die Dörper Straßen mit dem größten Sanierungsbedarf aufgelistet werden sollen. CDU-Vizebürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky derweil kritisierte den Bericht als eine „Katastrophe“: „Wir sehen auf Jahre kein Licht am Ende des Tunnels in Cronenberg…“