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03.12.2019, 18.36 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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FFC-Wohnungen: Macht die Stadt Brandschutz nach Kassenlage?

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Bei der Diskussion der Bürgervereine im „Cronenberger Festsaal“ (Foto li.) saßen unter anderem OB Andreas Mucke (mi.), Feuerwehr-Sprecher Guido Blass (2.v.l.) und Feuerwehrchef Ulrich Zander (3.v.l.) auf dem Podium. | Foto: Meinhard Koke

Im Rahmen des Diskussionsabends der Cronenberger Bürgervereine zum Standort Berghauser Schule ging es am 21. November 2019 natürlich auch um den dort geplanten Neubau der Feuerwache Cronenberg. Die Bau-Pläne sind unstrittig, für Kritik von Cronenbergs Vize-Bürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky (CDU) und des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Cronenberg (FFC) sorgt jedoch, dass die Stadt die Wache ohne Wohnungen für Wehrleute bauen will. Zwischenzeitlich schloss sich die Bezirksvertretung Cronenberg dem an: Einstimmig sprach sie sich für einen Neubau mit Wohnungen aus.

Dafür brachte der Diskussionsabend weitere Unterstützung: So forderte Guido Blass, der Sprecher der freiwillligen Feuerwehren Wuppertals, dass man den Fehler der Feuerwache Hahnerberg (ohne Wohnungen) nicht wiederholen dürfe. Weil die Wachen der Berufsfeuerwehr zu weit weg seien, spiele die Feuerwehr Cronenberg eine wichtige Rolle für die Erreichung der Schutzziele: „Wir fordern die Errichtung von Feuerwehr-Wohnungen“, stellte Blass klar – und erntete dafür Applaus aus dem Publikum, in dem auch einige Feuerwehrleute aus Cronenberg und vom Hahnerberg die Diskussion aufmerksam verfolgten.

Brandschutz nach Kassenlage? „Wohnungen wären hilfreich“

Einen Finger in die Wunde legte Moderator Jan-Lukas Kleinschmidt: Ob er denn schon den Oberbürgermeister darüber informierte habe, dass das erforderliche Schutzziel in Cronenberg von der Feuerwehr nur zu 77 Prozent eingehalten werde, wollte Kleinschmidt von Feuerwehrchef Ulrich Zander wissen. Nein, das habe er dem OB nicht mitteilen müssen, antwortete Zander auf die provokante Frage: Ins Rathaus müsse er die Wuppertaler Quote melden.

Und die ist offensichtlich wesentlich besser als im Dorf, wie der weitere Diskussionsverlauf erkennbar machte. Hier räumte Wuppertals oberster Feuerwehrmann nämlich fast schon frappierend offen ein, dass das Schutzziel auf der Talachse mit höheren Prozentsätzen eingehalten werde als an den Stadträndern – hoppla: In Cronenberg scheint der Brandschutz also weniger gewährleistet als im Tal. „Wohnungen wären hilfreich“, befand denn auch Ulrich Zander: „Aber das ist auch eine Frage der Finanzen.“

„Wohnungen bringen Minuten, die Leben retten können…“

Ist die Sicherheit Cronenbergs und der weiteren Randbezirke eine Frage der städtischen Kassenlage? Ob dieser Statements war „Aufgemerkt“ am Podium zu vernehmen. Zumal Hans-Joachim Donner vom Förderverein der Feuerwehr Cronenberg zusätzlich einen flammenden Appell los ließ: Donner machte anschaulich deutlich, dass eine Wache ohne Wohnungen besonders nachts bei Einsätzen Minuten kosten könnte – Minuten, die über Tod und Leben entscheiden könnten – da schien es auf dem Podium „Klick“ gemacht zu haben.

OB Mucke stellte zwar klar, dass die Stadt keine Wohnungen bauen würde. Mucke sagte aber zu, dass man Überlegungen anstellen wolle, wie Wohnungen für Wehrleute an der künftigen Feuerwache Cronenberg realisiert werden könnten. Wie am derzeitigen Standort in der Kemmannstraße wünscht sich die Feuerwehr Cronenberg sechs Wohnungen an der Berghauser Straße.

„…und die zahlen selbstverständlich Miete!“

Übrigens nicht aus Eigennutz, sondern im Interesse der Sicherheit Cronenbergs, denn: „Die Wehrleute zahlen selbstverständlich Miete“, unterstrich Hajo Donner zum Abschluss seines Appells – da brandete Jubel im „Festsaal“ auf…

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