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14.01.2020, 19.32 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Stadtwerke-Busse: Ab März mit Korzert-Wasserstoff unterwegs

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Ein Fahrzeug der künftigen Wasserstoff-Busflotte der Wuppertaler Stadtwerke vor dem Müllheizkraftwerk Korzert. | Foto: Marcus Müller

Die Arbeiten der Tankstelle am Müllheizkraftwerk auf Korzert sind weit fortgeschritten – im Frühjahr werden hier die neuen Brennstoffzellenbusse der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) jeden Tag tanken (die CW berichtete). Keine zehn Minuten soll das pro Bus dauern, erklärt Conrad Tschersich, technischer Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) – ein herkömmlicher Dieselbus ist innerhalb von vier Minuten wieder startklar.

Aber diese zusätzliche Zeit nehmen die WSW gerne in Kauf: „Wir wollen der Mobilitätswende Rechnung tragen“, blickt Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil, auf die neuen mit Wasserstoff betriebenen Busse. Einer ist bereits zu Testzwecken im Tal, fünf weitere werden in diesem Januar von Hersteller Van Hool geliefert, die restlichen vier kommen im Fe­bruar zum WSW-Betriebshof Nächstebreck. „Mit dem Wasserstoffprojekt machen wir den ÖPNV in Wuppertal umweltfreundlicher und reduzieren Schadstoff-Emissionen. Dabei kommt uns der Konzernverbund mit der AWG zugute“, erklärt Ulrich Jaeger.

Denn die neuen Wasserstoffbusse sollen ein 1:1-Ersatz der bisherigen Dieselflotte sein: „Das Produkt selber stellt uns zufrieden“, freut sich Andreas Meyer, Leiter Technik Bus der WSW mobil. 350 bis 400 Kilometer sollen mit einer Betankung auf Korzert zurückgelegt werden, die Busse im gesamten Stadtgebiet unterwegs sein. Der Verbrauch liegt bei rund neun Kilogramm pro 100 Kilometer inklusive Betrieb der Bus-Heizung, „Vollklimatisierung können wir nachrüsten“, erklärt Meyer.

AWG-Geschäftsführer Conrad Tschersich (li.) und Bauleiter Willi Görtz stellten die Tankstelle für die künftige Wasserstoff-Busflotte der Wuppertaler Stadtwerke vor. | Foto: Marcus Müller

AWG-Geschäftsführer Conrad Tschersich (li.) und Bauleiter Willi Görtz stellten die Tankstelle für die künftige Wasserstoff-Busflotte der Wuppertaler Stadtwerke vor. | Foto: Marcus Müller

650.000 Euro kostet einer der ma­ximal 75 Fahrgäste befördernden neuen Wasserstoffbusse, etwa drei­mal so viel wie ein Diesel. Für das gesamte „H2W“-Projekt gibt es aber Förderungen von EU, Bund und Land – mit 6,5 Millionen Euro werden mehr als 50 Prozent der Kosten übernommen. Durch die neue Technik entstehen den WSW rund 15.000 Euro Zusatzkosten pro Bus im Jahr. Auch daher legt man im Tal Wert darauf, den Wasserstoff als Antriebsmittel günstiger zu erzeugen, als er auf dem Markt erhältlich ist. Denn die Wasserstoffproduktion bei der AWG soll vor allem dann laufen, wenn für den Strom aus der Müllverbrennung keine hohen Marktpreise erzielt werden können. Dann ist der Eigenverbrauch wirtschaftlicher.

Die AWG-Tankstelle schlägt mit rund 5,5 Millionen Eu­ro zu Buche. Sie hat eine Leistung von einem Megawatt und kann 425 Kilogramm Wasserstoff speichern. Bis zu 30 Busse sollen auf Korzert pro Nacht betankt werden können. „Langfristig planen wir mit einer Tankstelle auf dem Betriebshof“, erklärt Technik-Leiter Andreas Meyer. Zunächst sollen die 270 Fahrer des WSW-Standortes Nächstebreck auf die neue Technologie geschult werden. Später aber sollen alle Fahrer einen Wasserstoffbus lenken können.

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