Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

18.03.2020, 13.42 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Minister Stamp: Ältere sollen daheim bleiben, Kontakte minimieren

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NRW-Vize-Regierungschef Joachim Stamp appelliert geradezu eindringlich an ältere Menschen, zu Hause zu bleiben. Sie sollten sich jetzt ihre Situation bewusst machen und nicht mehr einkaufen gehen. Wer als alter Mensch sage, er habe doch sein Leben gelebt, denke zu kurz: „Es geht nicht nur um die eigene Gesundheit, sondern darum, eine Situation wie in Italien zu verhindern“, so Stamp deutlich: „Dort gibt es zu wenig Beatmungsgeräte für Corona-Infizierte mit schweren Krankheitsverläufen.“

Darüberhinaus appelliert der NRW-Vize-Ministerpräsident zur Eindämmung der Corona-Ausbreitung wichtige Verhaltensregeln zu beachten. Jede Form von Kontakten, die nicht zwingend notwendig ist, sei zu unterlassen. Menschen sollten nur noch allein oder mit ihren eigenen Kindern rausgehen, keinesfalls in Gruppen. Es sei in Ordnung, so Stamp weiter, allein joggen zu gehen. In Gruppen aber sollte man sich nicht zum Beispiel in der Frühlingssonne auf die Wiese oder in den Park setzen – auch nicht in privaten Gärten. Auch sollte man in den Supermärkten auf Abstand achten und sich nicht in enge Schlangen stellen.

Der FDP-Minister betont weiter, dass man Kinder auf keinen Fall von Risikogruppen betreuen lasse sollte. Zudem nennt es Stamp auch falsch, wenn Studierende oder Nachbarn jetzt andere Kinder betreuen würden. Das sei gut gemeint, aber unverantwortlich, denn so könne man die Infektionsketten nicht unterbrechen. Kinder müssten von den eigenen Eltern betreut werden. Gleichzeitig müsse die Gesellschaft sich jetzt um die Versorgung älterer Menschen kümmern.

Dafür, dass man bald wieder in den Normalzustand zurückzukehren könne, müssen jetzt „alle ihr Ego zurücknehmen und diszipliniert sein“, so der Familienminister abschließend in seiner Erklärung. Das Land NRW meldet aktuell 3.838 Corona-Fälle.