Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

25.05.2020, 19.39 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Dorf ohne Ticket-Verkauf: Kein Freifahrschein zum Schwarzfahren

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Vergangene Woche schaute eine Dörperin mit der Frage in der CW-Geschäftsstelle rein: „Sagen Sie mal, wo kann man in Cronenberg eigentlich Busfahrkarten kaufen?“ Unsere Antwort: „In der Ortsmitte nirgendwo mehr.“ In den vergangenen Corona-Wochen, da man beim Busfahrer keine Fahrkarten mehr lösen kann, stellt sich also die Frage: „Und wie komme ich dann per Bus in die Stadt?“

Des Rätsels Lösung: sozusagen „Schwarzfahren“! Weil es – außer bei Lotto-Toto Dürholt an der Bushaltestelle „Hahnerberg“ – in ganz Cronenberg keinen Verkauf von Stadtwerke-Fahrkarten mehr gibt, tolerieren die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) in der aktuellen Corona-Zeit das Fahren ohne Ticket – falls man denn nicht online unterwegs ist und weder über die Mobilitäts-App „WSW move“ noch via Internet unter wsw-online.de ein Ticket kaufen kann.

Allerdings sind die Fahrgäste im Zuge der Kulanz-Regelung aufgerufen, an der nächstmöglichen Station eine Fahrkarte nachzulösen. Dass es derzeit keinen stationären Fahrkarten-Verkauf im Dorf sowie bei den Busfahrern gibt, ist also kein Freifahrschein zum Schwarzfahren: „Wir sind in einer Zeit, wo alle zusammenrücken müssen und man auf gegenseitiges Vertrauen angewiesen ist“, appelliert WSW-Sprecher Holger Stephan an die Ehrlichkeit der Dörper Fahrgäste.

Übrigens: Die Ortsmitte ist das einzige Stadtteilzentrum in Wuppertal, das über keine Fahrkarten-Verkaufsstelle verfügt. Insofern sind die Stadtwerke bereits seit längerem auf der Suche nach einem Einzelhändler im Dorf, der den Verkauf mit übernehmen würde – bislang vergeblich. Aber es gibt ja auch noch eine zweite Perspektive.

Wenn es mit den Corona-Kontaktbeschränkungen vorbei ist, dann wird es wieder Tickets beim Fahrer geben…