Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

28.05.2020, 14.21 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Bebauung am Greuel: Museumsbahn soll nicht ausgebremst werden

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Das soll sich ändern, noch wächst aber Grün über die Schienen und das Bau-Areal links der Museumsbahnstrecke am Greuel. | Foto: Meinhard Koke

Der Rat der Stadt hat den Offenlegungsbeschluss zum Neubaugebiet „An der Museumsbahn“ auf seine Juni-Sitzung verschoben.

Der Rat der Stadt hat in seiner Mai-Sitzung 2020 keinen Offenlegungsbeschluss zur geplanten Bebauung einer städtischen Fläche an der Greueler Straße gefasst. Der entsprechende Tagesordnungspunkt wurde auf die kommende Juni-Sitzung verschoben. Der Bebauungsplan 1229 („An der Museumsbahn“) umfasst eine Fläche von rund 6.700 Quadratmeter Größe. Im Rahmen einer „homogenen Nachverdichtung im Innenbereich“, so sieht es die Stadt, sollen hier zehn Grundstücke für Einfamilienhäuser geschaffen und somit die steigende Nachfrage von Häuslebauern in Cronenberg ein Stück befriedigt werden.

Auf der Grundlage eines studentischen Wettbewerbes unter der Überschrift „Ressourceneffizientes bauen in Wuppertal-Cronenberg“ (die CW berichtete) sind auf einer derzeitigen Wiese acht Grundstücke mit Einfamilienhäusern geplant. Diese sollen in Hufeisenform um eine Stichstraße mit Wendemöglichkeit angesiedelt und eine einheitliche Satteldach-Bauform erhalten, sodass die Bebauung laut Stadt einen dorfähnlichen Hofschaftscharakter haben werde. Die beiden weiteren größeren Grundstücke sollen mit Flachdach-Gebäuden in einer „sachlicheren Architektur“ bebaut werden.

Wie viele Häuser konkret „An der Museumsbahn“ errichtet werden, lässt die städtische Beschlussvorlage offen. Allerdings dürfen auf den beiden größeren Grundstücken Einzelhäuser mit bis zu zwei Wohnungen pro Haus gebaut werden. Nicht offen soll auch das Bestandrecht der Bergischen Museumsbahnen (BMB) sein, deren Strecke parallel zu dem Baugrundstück verläuft. Nachdem die Verlängerung des Fahrbetriebs entlang der Greueler Straße bis zum Möschenborn seit Jahren durch Einwände einzelner Anwohner blockiert ist, will die Stadt möglichen weiteren Problemen für die ehrenamtlichen Straßenbahner von vornherein einen Riegel vorschieben.

„Ein Nachteil für den Bestand der Museumsbahn ist auszuschließen“, heißt es dazu ausdrücklich in der städtischen Vorlage. Die Schall-Emissionen werden als „mit der Wohnbebauung vereinbar eingestuft“, sollte es grünes Licht für die Museumsbahn-Strecke bis zum Möschenborn geben. Im Bebauungsplan wird dazu ein entsprechender Hinweis erfolgen. Nachdem die BV Cronenberg den Offenlegungsbeschluss in ihrer Sitzung Ende Januar abgelehnt hatte, will sich der Rat nun in seiner nächsten Sitzung am 22. Juni mit den Greuel-Plänen beschäftigen.

Laut des bisherigen Fahrplanes sollte im Schlussquartal 2020 der Satzungsbeschluss gefasst werden. Im Frühjahr 2021 sollte der Bebauungsplan dann rechtskräftig sein.

Lesermeinungen zu diesem Artikel

  1. Thomas Schürmann
    28.05.2020, 15:38 Uhr   |   Direktlink

    Schade. Ich frage mich, wann die Mitglieder der Bezirksvertretung endlich verstehen, dass das Grün um Cronenberg das größte Kapital des Stadtteils sind.

    Es gibt einen immensen Flächenverbrauch in NRW, dem es Einhalt zu gebieten gilt. Im Grundgesetz ist außerdem kein Recht auf Eigenheim verbrieft. Es stellt sich außerdem die Frage, wer davon finanziell profitiert?

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