26.06.2020, 19.41 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Firma Tuschhoff: Seit 75 Jahren Top-Qualität in Metallbau & Co.

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Seniorchefin Eva Tuschhoff (re.) mit ihren Nachfolgern, Tochter Susanne und Ehemann Axel Leiensiep, welche die Firma Friedrich Tuschhoff in dritter Familiengeneration führen. | Foto: Meinhard Koke

Kurz nach Kriegsende 1945 gegründet, beweist sich die Firma Tuschhoff auch in der aktuellen Corona-Zeit als krisenfest / Kein Problem, dass der 75. Geburtstag Mitte Juni ausfallen musste – es wird nachgefeiert!

Bei der Corona-Pandemie wird vielfach von der größten Krise hierzulande seit dem Zweiten Weltkrieg gesprochen. Trifft das zu, dann war die Leistung von Friedrich Tuschhoff umso bemerkenswerter: Wie der verblichene Gewerbeeintrag beweist, den Eva Tuschhoff sowie Tochter Susanne und Ehemann Axel Leiensiep in Ehren halten, gründete Friedrich Tuschhoff sen. nur wenige Wochen nach Kriegsende, im Juni 1945, sein Unternehmen Friedrich Tuschhoff  Metallbau e.K. Schweißerei – die Eintragung erfolgte noch nach der Reichsgewerbeordnung.

„Wir hatten nach dem Krieg eines der ersten Autos…“

Wie Eva Tuschhoff zu berichten weiß, war der Schwiegervater gerade aus dem Krieg zurückgekehrt, als er sich selbstständig machte. Ein mutiger Schritt des gelernten Schweißers, der zuvor bei der damaligen Firma Bauer beschäftigt war – in einem völlig am Boden liegenden Land den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen, dürfte ein doppeltes Wagnis gewesen sein: „Es war immer sein Traum, sich einmal selbstständig zu machen“, weiß Eva Tuschhoff – und schließlich stand Ehefrau Gerda ja voll hinter ihrem Mann und zudem im Büro an seiner Seite. Überdies hat Handwerk ja sprichwörtlich goldenen Boden – wohl erst recht dürfte das auch für den beginnenden Wiederaufbau in der Nachkriegszeit gegolten haben.

Im Auftrag auch mal Kessel für Schwarzbrenner geschweißt

Zumal ihr Schwiegervater, wie Eva Tuschhoff weiter erzählt, einen Pritschenwagen, den deutsche Soldaten im Burgholz zurückgelassen hatten, wieder flott machen konnte („Meine Mutter hat immer gesagt: ,Wir hatten eines der ersten Autos nach dem Krieg in Cronenberg’“), ließ sich die junge Firma gut an: Schon nach relativ kurzer Zeit konnten am damaligen Standort auf einem Trümmergrundstück an der Ecke Hauptstraße/Herichhauser Straße zwei Mitarbeiter eingestellt werden. Arbeit gab es ja genug, unter anderem ließen Auftraggeber auch Kessel zum Schwarzbrennen schweißen, plaudert Eva Tuschhoff aus dem Nähkästchen – mittlerweile, lacht Tochter Susanne Leiensiep, sei das ja längst verjährt…

Bis in die 1970er: Schweißerei für die Dörper Industrie

Das Wagnis von Friedrich Tuschhoff ging auf: Seine Firma machte sich dank ihrer Qualität einen Namen und entwickelte sich zur gefragten Schweißerei der Cronenberger Werkzeugindustrie. So konnte der Gründer für sich und seine Familie 1958 in der Heidestraße ein großes Grundstück kaufen und dort ein Wohnhaus errichten. Als dann das Firmengrundstück vom Eigentümer beansprucht wurde, bauten Gerda und Friedrich Tuschhoff sen. hinter ihrem Wohnhaus auch eine neue Heimstatt für ihr Unternehmen – seit 1961 ist auch der Fachbetrieb in der Heidestraße zu Hause.

Schilder-Aufstellung: Seit 60 Jahren Partner der Stadt

Dass die Aufträge aus der Werkzeugindustrie in den 1970er-Jahren weniger wurden, weil die Dörper Firmen diese Bereiche (in neudeutsch) „outsourcten“, konnte die Firma Tuschhoff nicht ins Mark treffen: Neben der Schweißerei hatte sie sich längst mit der Neuanfertigung und Reparatur beziehungsweise Restaurierung von Gittern, Geländern oder Zäunen und Vordächern ein zweites Standbein geschaffen. Dank ihrer Zuverlässigkeit und Qualität gesellte sich ein drittes Standbein hinzu: Die Stadt setzt bei der Aufstellung und Montage sowie der Instandhaltung und Wartung von Schildern bereits seit rund 60 Jahren auf die Firma Tuschhoff. Als Gründer Friedrich Tuschhoff 1974 starb, hinterließ er Ehefrau Gerda und Sohn Friedrich jun., genannt „Fritz“, eine gesunde Firma mit bis zu sechs Mitarbeitern, etabliertem Namen und gefüllten Auftragsbüchern.

Bis 1980 führten Gerda und „Fritz“ Tuschhoff, der – wie der Vater – übrigens auch bei der Firma Bauer gelernt hatte, den Familienbetrieb zunächst gemeinsam. Dann gab sie die Geschicke endgültig in die Hände ihres Sohnes und seiner Ehefrau Eva Tuschhoff. Das Jahr 1998 brachte dann einen traurigen Einschnitt: Mit noch nicht einmal 60 Jahren verstarb „Fritz“ Tuschhoff: „Ich habe zunächst gedacht, das schaffen wir nicht“, blickt Eva Tuschhoff auf den frühen Tod ihres Mannes zurück, „aber wir haben es doch geschafft“. Neben Tochter Susanne war ihr Ehemann Axel Leiensiep ein Garant dafür: Als gelernter Gas- und Wasser-Installateurmeister wollte er eigentlich ein weiteres Standbein in die Firma einbringen – nach dem Tod des Schwiegervaters machte Leiensiep noch seinen Meister in Metallbau, sodass für das Know-how im Kerngeschäft weiter garantiert war.

„Bei uns müssen die Kunden nur einmal kaufen…“

Seitdem Eva Tuschhoff 2006 die Geschicke an die dritte Familiengeneration weitergab, ist die Firma Tuschhoff weiterhin bestens im Geschäft. Beweis dafür ist die erfolgreiche Zertifizierung nach DIN EN 1090: Die Firma mit den drei Standbeinen Schlosserei, Schweißerei und Metallbau ist einer der wenigen zertifizierten Betriebe in Wuppertal und gefragter Experte im gesamten Bergischen bis hin an die Rheinschiene: „Sie machen das toll“, attestiert Eva Tuschhoff Tochter Susanne und Ehemann Axel Leiensiep – sie hat es im Blick: Schließlich wohnt Eva Tuschhoff im elterlichen Wohnhaus mit Blick auf die Firma.

OB Mucke dankt für die „gute Zusammenarbeit“

Hohe Qualität, Top-Service, perfekte Umsetzung und nicht zuletzt beste Beratung, das steht auch auf den Fahnen der dritten Tuschhoff-Generation: „Wir haben schließlich einen Namen in Cronenberg und darüber hinaus zu verteidigen“, betonen Susanne und Axel Leiensiep: „Im Gegensatz zu Baumärkten möchten wir, dass unsere Kunden nur einmal bei uns kaufen müssen.“ Dass das gelingt, davon zeugt auch das Gratulationsschreiben, welches zum 75-jährigen Firmenjubiläum aus dem Rathaus Barmen in die Heidestraße gesandt wurde: „Für die gute Zusammenarbeit möchte ich mich bei Ihnen ausdrücklich bedanken“, gratuliert Oberbürgermeister Andreas Mucke und attestiert der Firma Tuschhoff zugleich, dass sie sich „einen Namen als verlässlicher Partner für Schlosser- und Schweißerarbeiten gemacht“ habe.

Zumal mit dem Neffen als Lehrling die vierte Familiengeneration möglicherweise am Start ist und die Auftragsbücher – trotz Corona und dem damit verbundenen Ausfall von Metallbauten für Feste oder Veranstaltungen – dennoch gut gefüllt sind, wäre also am heutigen Freitag viel Grund zum Feiern des 75-jährigen Firmenjubiläums gewesen. Ob der Pandemie-Beschränkungen haben Susanne und Axel Leiensiep ihr Fest aber erst einmal verschoben – 2021 aber soll nachgefeiert werden. Gleiches versprach Oberbürgermeister Mucke zur alljährlichen städtischen Würdigung der runden Firmenjubiläen: Zum Nachholtermin im Opernhaus sind Susanne und Axel Leiensiep vom OB bereits eingeladen…

Infos und Kontakt

Die Firma Tuschhoff in der Heidestraße 32 ist unter Telefon (02 02) 47 04 03 zu erreichen. Mehr Infos zu dem Cronenberger Meisterbetrieb für Metallbau und Schweißerei auch online unter tuschhoff-metallbau.de.

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