09.07.2020, 15.07 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Spielplatz Neuenhaus: „Es war anstrengend, aber hat sich gelohnt“

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Mio, Joshua, Linus und Jana können sich freuen, dass sich ihre Mamis Sonja Lüdtke (li.), Sabine Blömer und Anna Hofer (re.) so engagiert für den Spielplatz am Neuenhaus stark gemacht haben. Noch sind die neuen Spielgeräte abgesperrt, bald wird aber alles fertig sein. | Foto: Meinhard Koke

Mio, Joshua, Linus und Jana kleben an den Bauzäunen und bestaunen die neuen Spielgeräte, die bereits auf dem Spielplatz am Neuenhaus aufgebaut sind. Ob Klettertürme, Rutsche oder Schienenbahn, darauf herumtoben dürfen die vier Wilhelmring-Bewohner im Alter von zwei bis fünf Jahren aber noch nicht: Schließlich sind die neuen Geräte noch nicht vollends fertig – und der Platz für den künftigen Kreisel in der Baugrube ist ja auch noch frei… Aber auch wenn die Wilhelmring-Kids schon ihr ganzes bisheriges Leben darauf warten. Die verbleibenden etwa drei Wochen werden sie auch noch schaffen, bis am Siedlerheim Wilhelmring endlich wieder geschaukelt, gerutscht, gewippt oder an der Schienenbahn hinabgesaust werden kann.

Im Herbst 2018 war es, als junge Eltern aus der Siedlung Wilhelmring die Initiative ergriffen: Marode oder sogar abgesperrte beziehungsweise völlig überalterte Spielgeräte – der Spielplatz zwischen der Kita Neuenhaus und der Siedlerheim Wilhelmring hatte seine besten Zeiten längst hinter sich. Zumal der Spielplatz der einzige zwischen Mastweg, Küllenhahn und der Ortsmitte und in der Hahnerberger Siedlung ein Generationswechsel im Gange ist, begannen eine Handvoll junger Eltern, sich für eine Neugestaltung des Areals zu engagieren (die CW berichtete mehrfach). Anderthalb Jahre später drücken Sabine Blömer, Anna Hofer und Sonja Lüdtke ihre Nasen zwar nicht durch die Bauzäune wie ihre Kinder. Freuen kann sich das Mütter-Trio aber allemal: Mit viel Engagement haben sie rund 60.000 Euro für ihr Vorhaben zusammengetragen.

Der bald fertige Spielplatz ist eine Gemeinschaftsleistung: Der Siedlerverein Wilhelmring habe „immer unterstützt“, loben die Mütter. Die Bezirksvertretung Cronenberg machte 10.000 Euro für die Umgestaltung locker, nicht zuletzt spendeten die Firmen Knipex, Berger und Baaske sowie die Sparkasse dafür. Der Löwenanteil mit 50.000 Euro kam indes bei der erfolgreichen Teilnahme am Bürgerbudget 2019 zusammen: Hier schaffte es die Spielplatz-Initiative in die Top 5 der Wuppertaler Sieger-Projekte. Aufrufe, Rundschreiben, Verteilung von Zetteln – der Erfolg war aber kein Selbstläufer: „Das war super, aber auch sehr anstrengend“, blicken die Wilhelmring-Mütter zurück: „Aber es hat sich ja gelohnt.“

Zwar werden sie ihren Erfolg in zwei/drei Wochen coronabedingt nicht mit einem neuerlichen Spielplatzfest feiern können. Dass Mio, Joshua, Linus, Jana & Co. wieder Spaß auf dem Spielplatz haben werden, wird aber ohnehin das schönste „Fest“ sein! Die offizielle Eröffnung des neuen Spielplatzes soll nachgeholt werden, sobald es die Corona-Lage möglich macht. Und schließlich ist die Mission der Spielplatz-Mütter ja auch noch nicht ganz erfüllt: Im Tischtennis-Bereich des Spielplatzes wollen die Mütter ebenso noch was verändern wie am recht tristen Bolzplatz, und auch einen Boule-Platz haben sie im Hinterkopf – schließlich soll das Areal rund um das Siedlerheim ja mal ein Mehrgenerationen-Treffpunkt sein…

Weiterer Dank für Unterstützung

Der Dank der Spielplatz-Mütter geht ebenso an den Bürgerverein Hahnerberg-Cronenfeld (BHC), der ein Spielplatzfest für die Umgestaltung veranstaltete. Hierzu stifteten die Metzgerei Uhlemeyer und der Partyservice Schmidtke Kulinarisches zum Verkauf. Und auch aus dem Nachlass eines Wilhelmring-Bewohners wurden die engagierten Spielplatz-Mütter bedacht. Nicht zuletzt dankt die Initiative natürlich auch allen, die im Rahmen der Bürgerbudget-Abstimmung für den Spielplatz „gevotet“ haben.

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