04.08.2020, 16.19 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Marcel Hafke: „Die Stadt kann mehr – auch in den Stadtteilen!“

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FDP-Oberbürgermeister-Kandidat Marcel Hafke (mi.), flankiert von Cronenbergs FDP-Chef Rene Schunck (3.v.r.) und FDP-Bezirksvertreter Hans-Hermann Bock (2.v.r.) sowie von Wahlkampfleiterin Jennifer Schunck (li.) traf sich mit Rolf Tesche (2.v.l.), Axel Dreyer (3.v.l.) und Ralf Kiepe (re.) vom CHBV am neuen „Platz für alle“. | Foto: Meinhard Koke

Mit dem Ronsdorfer Landtagsabgeordneten Marcel Hafke gab der Oberbürgermeister-Kandidat der FDP seine Visitenkarte im Dorf ab.

„Ich habe wirklich Ambitionen, Oberbürgermeister zu werden“, stellte sich Marcel Hafke dem CHBV vor. Der 38-jährige Ronsdorfer, seit zehn Jahren Landtagsabgeordneter und seit drei Jahren Chef der Wuppertaler Liberalen, traf sich letzte Woche auf seiner Sommertour mit dem Cronenberger Heimat- und Bürgerverein (CHBV). Schauplatz war die neue Freifläche zwischen Reformierter Kirche und Kulturzentrum Borner Schule, welche aktuell zu einem neuen Cronenberg-Platz umgestaltet wird.

CHBV-Chef Rolf Tesche und Stellvertreter Ralf Kiepe sowie Axel Dreyer erläuterten dem FDP-Spitzkandidaten hier, wo es in Cronenberg unter den Nägeln brennt. Seit Jahrzehnten reklamiere man, dass sich in der Ortsmitte was ändern müsse, doch: das Geld fließe immer woanders im Tal hin. So auch bei der gestrichenen Neu-Asphaltierung der Hauptstraße. Weiter berichteten die Bürgervereinsvertreter von den vielen Großbaustellen im Dorf, dem Kampf um den Erhalt der Schule Berghauser Straße sowie um die Umgestaltung der Ortsmitte: „Wir haben in der Stadt kein Stimmrecht“, so CHBV-Chef Tesche frustriert.

„Bürgerschaftlichen Engagement muss mehr unterstützt werden.“
Dass die Stadt vergangenes Jahr rund 250.000 Euro für eine neuerliche Ortsmitte-Planung in den Haushalt einstellte, lässt die CHBV-Vertreter nicht viel ruhiger schlafen: Angesichts der Corona-Krise äußerte Ralf Kiepe die Sorge, dass die Gelder wieder gestrichen werden könnten – das Stichwort „Corona“ eigne sich prima als „Ausrede“, betonte CHBV-Chef Rolf Tesche. Überdies zeigten sich die Bürgervereinsvertreter „genervt“ vom bürokratischen Aufwand für die Landesförderung zur Platz-Umgestaltung: „Ich weiß jetzt, warum öffentliche Projekte so lange dauern – die Bürokratie ist das Problem.“

Dennoch forderten die CHBV-Vertreter, dass die Stadt verstärkt Förderkulissen auch für Randstadtteile auftun müsse: „Wir wollen, dass die Attraktivität Cronenbergs erhalten bleibt“, unterstrich Axel Dreyer. Dem stimmte Cronenbergs FDP-Chef Rene Schunck zu: Problem sei, dass die Stadt vorrangig Projekte angehe, für die Fördermittel einwerbbar seien – und das sei hauptsächlich im Tal.

Wuppertal könne für sein großes bürgerschaftliches Engagement und seine sehr vielen Bürgervereine dankbar sein, zeigte OB-Kandidat Hafke Verständnis für die CHBV-Kritik: „Das muss mehr unterstützt werden.“ Mit seiner Sommertour durch die Stadt wolle er herausfinden, wo mehr zu tun sei. Hafkes Zwischenfazit ist zugleich sein Wahlslogan: „Wuppertal kann mehr.“

„Das hat Wuppertal nicht verdient, da muss sich was verändern.“
Ob Solar, E-Mobilität oder Digitalisierung, unterwegs im Land habe er die Erfahrung gemacht, dass anderswo mehr passiere – Hafke: „Aus Wuppertal höre ich immer nur, warum etwas nicht geht“. In punkto wirtschaftlicher Dynamik dümpele die Stadt auf gleicher Höhe mit Gelsenkirchen, sagte Hafke: „Das hat Wuppertal nicht verdient, da muss sich was verändern.“ Ein Oberbürgermeister sei nicht nur Chef der Verwaltung, kritisierte Marcel Hafke indirekt Amtsinhaber Mucke, aber auch dessen Vorgänger, ein OB müsse die Wirtschaft zur Chefsache machen und die Stadt gestalten.

Gegenüber seinem schwarz-grünen Kontrahenten Schneidewind sieht sich Hafke im Vorteil: Politik sei ein Handwerk, das man erlernen müsse, sagte Polit-Profi Hafke, ohne den Polit-Neuling Schneidewind namentlich zu nennen – „diese Jahre hat Wuppertal nicht“. Auch könne es nicht sein, dass das Ehrenamt alles machen müsse – „das muss geändert werden, wir haben eine Fachverwaltung“, forderte OB-Kandidat Hafke auch eine Marketing-Strategie für die Stadtteile: „In den Stadtteilen, die die Leistung bringen, muss man auch gucken, was man machen kann“, plädierte Hafke für eine Neujustierung der städtischen Prioritätenliste – in seinem Heimat-Stadtteil Ronsdorf gebe es dieselbe Gefühlslage.

Und Hafke gewährte auch einen Einblick in seine Polit-Gefühlslage: Es müsse nicht mit dem Teufel zugehen, es sei durchaus machbar, dass er das OB-Rennen gewinnt: „Ich plane damit, ab Oktober Oberbürgermeister zu sein…“


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