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20.09.2020, 13.48 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Ratswahl 2020: CDU verteidigte beide Cronenberger Wahlkreise

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Holger Reich (li.) und Rainer Spiecker lösten für die CDU beide direkten Cronenberger „Rats-Tickets“. | Fotos: privat

Bei der Ratswahl war es lange spannend in den beiden Cronenberger Wahlkreisen (die CW berichtete in ihrem Live-Ticker): Die jeweiligen Bewerber von CDU und SPD in Cronenberg-Süd beziehungsweise Cronenberg-Nord lieferten sich am Wahl-Sonntag, 13. September 2020, zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen; je mehr Stimmen ausgezählt waren, desto klarer zeichnete sich dann zunächst im Dörper Süden eine Entscheidung ab.

Hier setzte sich CDU-Kandidat Holger Reich im Laufe des Abends etwas ab – am Ende holte Reich (29,3 Prozent) mit etwas mehr als zwei Prozentpunkten vor seinem SPD-Kontrahenten Oliver Wagner (27,1%) für die CDU das Ratsmandat. Im Wahlbezirk Cronenberg-Nord war es noch spannender: Lange Zeit rangierte SPD-Vorsitzende Miriam Scherff hier vor ihrem CDU-Mitbewerber Rainer Spie-cker. Am Ende drehte der „CDU-Import“ doch noch den Spieß um: Mit 26,9% behauptete Spiecker den Wahlkreis mit nur einem Prozentpünktchen Vorsprung auf Miriam Scherff (25,9%) für die CDU.

Dörper Christdemokraten holen zwei der
insgesamt acht Wuppertaler CDU-Direktmandate

Beide Dörper Wahlkreise konnten somit von den Christdemokraten verteidigt werden. In Cronenberg wurden also immerhin zwei der insgesamt nur acht Wuppertaler CDU-Direktmandate geholt. Die Gewinner-Freude bei der Dörper CDU wurde indes auch getrübt: Gegenüber der Wahl 2014 büßten die Christdemokraten in Cronenberg-Süd rund 4,5 Punkte und in Cronenberg-Nord sogar rund fünf Prozent ein.

Auch wenn sie nicht gewannen, dürften sich die Grünen indes über ihre Cronenberg-Ergebnisse gefreut haben. In Cronenberg-Süd (Dagmar Liste-Frinker) mit 18,2 Prozent, in Cronenberg-Nord (Paul-Yves Ramette) mit sogar 21,3% verbuchten die Grünen jeweils Zuwächse und gingen als Dritte ins Ziel. Ramette holte mit 1.025 Stimmen sogar die drittmeisten Grünen-Stimmen aller 33 Wuppertaler Wahlbezirke.

„Tragischer“ Wahlausgang für Miriam Scherff (SPD)

Freuen durften sich auch die FDP-Kandidaten, die jeweils auf Platz 4 landeten: Sowohl René Schunck in Cronenberg-Süd (8,9%) wie auch Hartmut Stiller in Cronenberg-Nord (7,9%) verbuchten Zuwächse um rund 3,5 Prozent. Fast tragisch lief die Wahl für Cronenbergs SPD-Chefin Miriam Scherff. Und zwar nicht nur, weil sie in Cronenberg-Nord auf den letzten Metern noch von Rainer Spiecker abgefangen wurde.

Weil die SPD in der Stadt zu viele Direktmandate holte, zog die SPD-Reserveliste nicht – selbst Scherffs guter Platz 6 reichte also nicht für den Stadtrat. Aber vielleicht zieht die Dörper SPD-Chefin dennoch in den Rat ein – ein direkt gewählter Genosse kann ob seiner Beschäftigung bei der Stadt möglicherweise sein Ratsmandat nicht annehmen (mehr dazu schon jetzt in unserer letzten Print-Ausgabe oder in Kürze auch an dieser Stelle online).

Cronenberg mit (mindestens) sechs Dörpern im neuen Rat vertreten

Im Ergebnis wird Cronenberg im neuen Rat übrigens stärker vertreten sein: Nachdem zuletzt fünf Dörper Politiker (zwei von der CDU und drei von den Grünen) dem Stadtrat angehörten, werden ab November sechs Politiker aus Cronenberg im Stadtparlament sitzen. Neben den direkt gewählten CDU-Ratsherren Holger Reich und Rainer Spiecker schafften über die jeweiligen Reservelisten die Grünen Dagmar Liste-Frinker und Paul-Yves Ramette sowie die Freidemokraten Patricia Knauf-Varnhorst und René Schunck den Sprung in den Barmer Ratssaal.