Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

23.10.2020, 12.01 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Risikospiele“: RSC Cronenberg kontra DRIV-Entscheidung

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Wie auf unserem Archiv-Bild aus dem Jahr 2018 dürfen sich Fans und Spieler der RSC-Löwen nicht mehr in den Armen liegen… | Foto: Odette Karbach

Nach drei Corona-Fällen im Nachwuchs-Bereich sowie zur Corona-Vorbeugung will der RSC Cronenberg seine morgigen Bundesliga-Spiele verlegen | Der Rollhockey-Verband DRIV lehnt das aber ab | Update: DRIV hat nun doch zugestimmt

Der RSC Cronenberg ist in Sorge: Im Laufe der vergangenen Tage wurden drei Corona-Fälle im Nachwuchsbereich des Dörper Rollhockey-Bundesligsten bekannt. Zumal Wuppertal wie Duisburg mit Inzidenzen jeweils über „100“ als Corona-Hotspots gelten, beantragte der RSC-Vorstand die Verlegung der beiden kommenden Heim-Partien: Sowohl die Dörper Cats wie auch die Löwen des RSC Cronenberg bekämen es am morgigen Samstag in den Rollhockey-Bundesligen der Damen beziehungsweise der Herren mit den Teams der RESG Walsum aus Duisburg zu tun.

Doch ein erster Antrag bei der zuständigen Sportkommission Rollho-ckey des Deutschen Rollhockey- und Inline-Verbandes (DRIV) wurde abgelehnt. Dafür gibt es kein Verständnis an der Ringstraße: „In allen Statements der Bundes- und Landesregierung wurde immer aufgefordert, enge Kontakte zwischen Personengruppen zu vermeiden“, kritisiert der RSC-Vorstand in einer Mitteilung die DRIV-Ablehnung seines Antrages: Man wolle aktuell nicht die Verantwortung für die Gesundheit von Spielern, Betreuern und Zuschauern übernehmen.

Bereits mehrere Bundesliga-Spiele abgesagt

Nach der Absage des Verbandes beschloss die Führung des RSC Cronenberg am Dienstagabend bei einer weiteren Beratung dazu, abermals eine Verlegung der beiden Samstags-Spiele gegen Walsum zu beantragen. Zudem wurde das Jugendtraining vorerst bis zum 1. November ausgesetzt. Bis dahin soll zudem ein neuer Trainingsplan ausgearbeitet werden. Aus RSC-Kreisen erfuhr die CW, dass die RSC-Teams zur Corona-Vorsorge auf keinen Fall morgen auflaufen werden. Ähnlich hatte der RSC Darmstadt Anfang Oktober entschieden: Die Krokodile sagten vor drei Wochen ihre Bundesliga-Partie bei der IGR Remscheid ab, nachdem sich die Corona-Lage in der bergischen Nachbarstadt verschärft hatte.

Die Begegnung wurde daraufhin mit 10:0 Toren und 3:0 Punkten für Remscheid gewertet. Auch am letzten Wochenende wurde der Bundesliga-Spielplan durcheinandergewirbelt: Die Spiele Herringen: Darmstadt sowie Remscheid: Düsseldorf wurden verschoben, da die Vereine beider Paarungen keine spielfähigen Teams stellen konnten. Arbeitgeber von Spielern hatten offenbar interveniert, da sie nach den Partien in Corona-Risikogebieten hätten betriebliche Einschränkungen vornehmen müssen.

Thomas Ullrich (DRIV): „Hygienekonzepte sind abgestimmt“

Auf CW-Anfrage betont Thomas Ullrich, der Leiter der zuständigen Sportkommission Rollhockey des DRIV, dass der Verband die Corona-Situation sehr ernst nehme. Die einzelnen DRIV-Vereine hätten jedoch Hygiene-Konzepte ausgearbeitet und diese mit den zuständigen Behörden in den betreffenden Städten und Kreisen abgestimmt: „Sie entscheiden auch eigenständig und für ihre Heimspiele selbst über den Ausschluss von Zuschauern oder Zuschauergruppen (z.B. Gäste-Fans), um damit letztlich den Spielbetrieb auf nationaler und regionaler Ebene sicherzustellen.“

Der DRIV, so betonte Ullrich weiter gegenüber der CW, habe Vorgaben für Spielverlegungen und Absagen erlassen, wobei man besonders auch die (berufliche) Situation der Spieler/innen berücksichtigt habe. Aber, so stellt Ullrich klar: „Sofern der Spielbetrieb jedoch von Seiten der Behörden, der Landes- oder der Bundesregierung zulässig ist, halten wir grundsätzlich an den Spielterminen (unter Beachtung der jeweils abgestimmten Hygiene-Konzepte für die Spielorte) fest.“ Man darf also auf morgen gespannt sein…

Update (12.01 Uhr): Wie der RSC mitteilt, sind die für den morgigen Samstag geplanten Begegnungen gegen die RESG Walsum zwischenzeitlich abgesagt.

Update (12.19 Uhr): Nach Angaben von RSC-Geschäftsführer Klaus Wulfmeier hat der DRIV dem neuerlichen Antrag auf Verlegung letztlich doch zugestimmt. Zuvor hatte sich auch die RESG Walsum für eine Verlegung beider Bundesliga-Spiele ausgesprochen. Laut Robert-Koch-Institut liegt die Corona-Inzidenz für Duisburg zu heute mit 89,6 Fällen in den letzte sieben Tage/100.000 Einwohnern ebenfalls über der oberen Risikoschwelle von „50“. Die Wuppertal-Inzidenz zu heute liegt bei 106,76 (mehr dazu hier).