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27.10.2020, 14.12 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Knipex-Forum: Friedrich Engels aus der Sicht von Unternehme(r)n

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Die Reihe „Engels neu denken“ machte Station im Knipex-Forum bei Firmen-Chef Ralf Putsch (re.). | Foto: Marcus Müller

Diskussionsabend zum Engels-Jahr 2020 im Knipex-Forum | Knipex-Chef Ralf Putsch: „Wir leben in dieser einen Welt, wir sollten uns um sie kümmern!“

Ob die firmeneigene Kita, Maß­nahmen zur Erhaltung oder Verbesserung der Gesundheit am Arbeitsplatz, eine große Blumenwiese mit eigenen Bienenvölkern, moderne und umweltschonende Maschinen oder an­dere Benefits – seine inzwischen 1.200 Mitarbeiter „auszubeuten“ und Gewinn auf Kosten von Material, Umwelt und Mensch zu machen, das liegt Unternehmenschef Ralf Putsch natürlich fern. Nicht zuletzt für sein verantwortungsvolles Wirtschaften erhielt die Firma Knipex den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2019 (die CW berichtete).

Friedrich Engels hat zwar vor rund 200 Jahren seinen väterlichen Betrieb nicht auf die Zukunft eingestellt, dafür viele grundsätzliche Fragen hinsichtlich des Arbeitslebens aufgeworfen. Ob Sozialgesetzgebung, Gewerkschaften und Tarifverträge – „das, was er an­gegriffen hat, ist auch heute geblieben“, skizzierte Knipex-Chef Ralf Putsch bei einer Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Engels neu denken“, die an der Oberkamper Straße stattfand. Gemeinsam mit dem gebürtigen Küllenhahner Prof. Dr. Reinhard Pfriem aus Essen, dem Kurator der Engels-Reihe, sowie Dr. Burghard Flieger aus Freiburg widmete sich Putsch dabei der Frage, wie Unternehmertum und gemeinschaftsorientiertes Wirtschaften zusammenpassen.

„Viele von Engels Themen sind nicht mehr aktuell“, unterstrich Putsch, schließlich habe er zusammen mit Karl Marx auf viele Dinge Einfluss genommen. Für seine Haltung könne Engels als Vorbild dienen, für seine Analysen eher nicht. Heutzutage bestünde eine neue Erwartungshaltung, Unternehmer hätten eine ethische Mitverantwortung, erklärte der Knipex-Chef. Nicht von Marktwirtschaft, wie Ralf Putsch es tat, sondern von Kapitalismus sprach hingegen Reinhard Pfriem.

Es gebe „unterschiedliche Typen von Unternehmern und Unternehmen“, hob der Küllenhahner heraus. Es ge­be halt eine „parasitäre Klasse“, für die soziale Gerechtigkeit nichts zähle. Er habe die Hoffnung, dass transformative Unternehmen an Ausstrahlungskraft gewinnen mögen – und konnte damit auch die Zustimmung von Burghard Flieger gewinnen, der Experte für genossenschaftlich orientierte Betriebe ist. Hier sei jeder Mitarbeiter nicht nur stimmberechtigt, sondern gleichzeitig auch Miteigentümer. „Wir leben in dieser einen Welt, wir sollten uns auch um sie kümmern“, forderte derweil Knipex-Chef Ralf Putsch.

Podcast zum Knipex-Abend

Wer die Veranstaltung verpasst oder keine Karten mehr bekommen hat, kann sich den Podcast zur Diskussion im Knipex-Forum unter www. wuppertal.de/engels2020 anhören.

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