Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

25.03.2021, 16.26 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Sogar auf Parkplatz „gepiekst“: Erst-Impfungen bei der Lebenshilfe

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So fürsorglich wie nur möglich ging es bei den Lebenshilfe-Erstimpfungen zu – auch „Händchenhalten“ gehörte dazu…! | Foto: Lebenshilfe Wuppertal

„Alle waren sehr positiv gestimmt“, berichtet Birgit Sprenger von der Lebenshilfe Wuppertal: Mitte März 2021 erhielten die Mitarbeiter und Bewohner der Cronenberger Wohn- und Werkstätten ihre erste Corona-Schutzimpfung: „Nachdem sie es hinter sich hatten, waren alle happy“, so die Leiterin „Pflege“ bei der Lebenshilfe, welche die dortige Impf-Kampagne mit organisiert.

Während sich die Fachkräfte der Dörper Werk- und Wohnstätten individuell im Wuppertaler Impfzentrum impfen lassen können, hatte die Lebenshilfe für ihre Menschen mit Behinderung drei Impfstraßen eingerichtet: Am Hauptsitz in der Heidestraße sowie in den Wohnstätten am Mastweg sowie in der Pflegeheimstraße konnten sich die Betreuten ihren ersten Corona-Schutz verabreichen lassen. Da sich aktuell etwa 30 Prozent der Werkstätten-Mitarbeiter zu Hause befinden und dort mit Bildungspaketen beziehungsweise Produktionsaufträgen versorgt werden, bedeutete die Aktion für die Einrichtung auch eine gewisse logistische Herausforderung.

Eltern: „Froh und dankbar, dass Impfungen angelaufen sind…“

Die Impfteams unter der Leitung der Südstädter Ärztin Dr. Daniela Stöter seien jedoch sehr flexibel gewesen, lobt Lebenshilfe-Geschäftsführer Stefan Pauls, dass sehr auf die speziellen Bedürfnisse der Mitarbeiter und Bewohner eingegangen worden sei: Eine Mitarbeiterin mit Behinderung sei an ihrem Arbeitsplatz in der Werkstatt und eine andere sogar auf dem Parkplatz geimpft worden, berichtet Pauls – eine Impfung in den Impfkabinen war nicht möglich gewesen. Nicht für alle Mitarbeiter war die Impfung ein besonders schönes Ereignis, manche hätten auch Angst gehabt, weiß Stefan Pauls.

Die ungewohnte Umgebung des Impfzentrums wäre daher für viele eine große Herausforderung beziehungsweise nicht denkbar gewesen. Insofern erleichterte die Impfung in der Werkstatt beziehungsweise den Wohnstätten aber die Prozedur: „Dies hatte für alle eine angenehme Atmosphäre zur Folge“, erläutert Birgit Sprenger. Ergebnis: Die ersten Rückmeldungen von Eltern und Angehörigen seien positiv gewesen – „sie waren sehr zufrieden mit dem Ablauf und zudem froh, dass die Impfungen nun angelaufen sind und sie ihre Betreuten bald wieder ohne Angst in die Werkstattgruppen zurückschicken können.“

Etwa 80 Prozent der insgesamt rund 450 Menschen mit Behinderung der Cronenberger Lebenshilfe-Werk- und Wohnstätten ließen sich nach Angaben von Lebenshilfe-Geschäftsführer Stefan Pauls ihre Erstimpfung verabreichen – gesundheitliche Probleme seien dabei übrigens keine aufgetreten…!