Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

15.06.2021, 18.34 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Nur 100 Dosen: Impf-Start mit Handbremse im Werkarzt-Zentrum

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Hätten gerne alle Hände voll zu tun, bekommen aber zu wenig Impfstoff: Irina Exler, die Leiterin des Cronenberger Werkarztzentrums, mit ihren Medizinischen Fachangestellten Maria Magdalena Fischer (li.) und Mimount Köch (re.). | Foto: Meinhard Koke

Die Betriebs- und Werksärzte sollen mit der Anzahl der Impfdosen, welche sie zum Start ihrer Impf-Kampagne erhielten, zufrieden gewesen sein, berichtete die „ÄrzteZeitung“. 702.000 Dosen erhielten sie bundesweit – für jeden Werksmediziner war eine Mindestmenge von 102 Dosen zugesichert worden.

Die trafen am 7. Juni 2021 auch im Werkarztzentrum (WAZ) Cronenberg ein, doch richtig zufrieden waren WAZ-Ärztin Irina Exler und ihre Medizinischen Fachangestellten Mimount Köch und Maria Magdalena Fischer damit weniger. Etwa 140 MitarbeiterInnen der dem Dörper Werkarztzentrum angeschlossenen etwa 120 Firmen könnten sie täglich impfen – kaum war er losgegangen, musste der Impfstart an der Cronenberger Straße 332 daher schon wieder Pause machen.

Impfbereitschaft ist offenbar hoch

Für insgesamt etwa 4.600 Mitarbeiter der Mitgliedsfirmen ist das WAZ zuständig, etwa die Hälfte davon, so schätzt Irina Exler aufgrund ihrer Abfragen in den Unternehmen, hat seine/ihre Erstimpfung bereits erhalten. Die Impf-Bereitschaft der Beschäftigten ist offenbar sehr hoch: „Aus unseren Gesprächen mit den Firmen haben wir den Eindruck, dass sich nicht viele Mitarbeiter nicht impfen lassen möchten“, berichtet Irina Exler.

„Die Freude ist schon sehr groß“, lautet auch der Eindruck von Praxis-Managerin Mimount Köch. Schließlich handele es sich bei den betreffenden Mitarbeitern ja um jene, die im Impfzentrum oder bei ihren Hausärzten noch nicht an die Reihe gekommen seien: „Das Interesse ist wirklich groß.“

Dennoch: Freude ist größer als der Frust

Umso gebremster ist die Freude über den „Klecker-Auftakt“ der Impf-Kampagne: In rund drei Wochen könnten die etwa 2.300 Mitarbeiter, welche auf der Warteliste des Werkarztzentrums stehen, ihre Erst-Impfung erhalten haben. Geht es aber im aktuellen Tempo weiter, würde es ein halbes Jahr dauern. Für Ende Juni ist eine merkliche Aufstockung der Dosen in Aussicht gestellt, wenn dann genügend Impfstoff zur Verfügung stünde, würden Irina Exler und ihr Team auch direkt in die Betriebe gehen.

Wie es weitergeht, das kann das WAZ-Team aktuell nur von Woche zu Woche planen – jeweils mittwochs erst geht an der Cronenberger Straße die Mitteilung der Stadt ein, wie viele Dosen bestellt werden können: „Das ist alles sehr kurzfristig, man hat kaum Vorlauf“, hofft WAZ-Ärztin Exler, dass die Impf-Kampagne baldmöglichst mehr Fahrt aufnimmt: „Aber die Freude ist doch viel größer als der Frust…“ Mehr Infos zum Werkarztzentrum Cronenberg gibt es hier.