Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

25.06.2021, 16.27 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Kritik an der Stadt: Knipex ist mit Hallenneubau jetzt am Limit

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Der Stammsitz der Firma Knipex an der Oberkamper Straße aus der Luft. Oben ist mittig ein Teil des Belzer-Areals zu sehen, auf dem Knipex seit Jahren Flächen ankaufen möchte – bislang vergeblich. | Foto: Knipex

Auf 2.500 Quadratmeter Grundfläche baut Zangen-Hersteller Knipex eine neue Halle. Das bis zu 22 Meter hohe neue Gebäude an der Oberkamper Straße wird auf fünf Ebenen insgesamt 8.500 Quadratmeter Fläche für Lager und Büros sowie Produktion (4.500 Quadratmeter) bieten. Die Fertigstellung plant Knipex für Dezember 2022. Die neue Halle wird ein Gründach und eine vollflächige Photovoltaik-Anlage haben. Das Gründach verlängert nicht nur die Lebensdauer der Dachhaut und bietet wertvollen Lebensraum und Nahrung für Tiere. Es speichert auch Regenwasser und verbessert das Mikroklima sowie den Schallschutz.

Weltmarktführer Knipex beschäftigt in Cronenberg über 1.400 Mitarbeiter. Der Dörper Zangen-Weltmeister hat 2020 trotz Pandemie nicht kurzgearbeitet und konnte seinen Umsatz sogar steigern sowie zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Auch 2021 ließ sich positiv an: Für neueste Knipex-Innovationen habe man „sehr viel positives Echo“ erhalten, heißt es von der Oberkamper Straße. Möglicherweise ist Knipex damit an seinem Cronenberger Heimat-Standort aber am Limit angelangt.

Belzer-Ankauf: Knipex-Chef Putsch kritisiert die Stadt

Denn die seit Jahren geplante Expansion auf dem Belzer-Areal (die CW berichtete mehrfach) ist von der Stadt noch immer nicht umgesetzt worden, beklagt Knipex-Chef Ralf Putsch: „Wenn das nicht klappt – und nach so langer Zeit kann ich zunehmend weniger daran glauben –, ist der jetzt anstehende Bau die letzte mögliche Erweiterung unserer Produktion in Cronenberg beziehungsweise Wuppertal“, stellt Putsch klar. Im vergangenen Jahr noch hatte das Gebäudemanagement Wuppertal (GMW) auf CW-Nachfrage erläutert, dass man sich bei den Verkaufsverhandlungen grundsätzlich einig sei.

FDP: „OB Schneidewind muss Belzer-Verkauf zur Chefsache machen“

Die FDP-Fraktion im Wuppertaler Stadtrat fordert derweil, dass die stockende Knipex-Erweiterung auf dem Belzer-Areal an der Hastener Straße bei der Stadt „Chefsache“ werden müsse: FDP-Ratsfraktionschef Alexander Schmidt und Cronenbergs FDP-Vorsitzender und Stadtverordneter René Schunck zeigen sich „irritiert, dass der 2016 einstimmig gefasste Beschluss, das Grundstück an der Hastener Straße an die Firma Knipex zu verkaufen, noch nicht umgesetzt wurde“.

Sie fordern Oberbürgermeister Uwe Schneidewind auf, „für die unverzügliche Umsetzung des Beschlusses zu sorgen“. Mehr zu der FDP-Reaktion auf den Stillstand beim Verkauf der Belzer-Fläche an Knipex in Kürze an dieser Stelle online sowie in der nächsten gedruckten Ausgabe der CW.