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18.08.2021, 14.44 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Greuel: Naherholungspark-Projekt „fliegt“ aus Bürgerbudget

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Statt Wohnbebauung: So sehen in einer Animation die Pläne für einen Park auf der sogenannten „Stadt-Wiese“ am Greuel aus. | Animation: privat

Das Projekt hatte in der ersten Abstimmungsphase nicht nur die drittmeisten Stimmen erhalten, sondern auch den Digitalen Gemeinwohlcheck auf Platz 13 „überstanden“. Bei der finalen Abstimmungsphase des Bürgerbudgets 2021, bei dem es immerhin um eine Förderung von 50.000 Euro geht, wird der „Naherholungspark an der Bergischen Museumsbahn in Cronenberg“ aber nicht antreten dürfen.

„Die Idee kann leider nicht zugelassen werden, weil es sich laut Flächennutzungsplan um eine Wohnbaufläche handelt und für die Fläche ein von der Politik beschlossener Bebauungsplan vorliegt“, heißt es zur Begründung von Seiten der Stadt. Das Bürgerbudget könne keine politischen Beschlüsse außer Kraft setzen.

Das sieht die Bürgerinitiative (BI) „Landschaftsschutz Greuel-Mö­schenborn“ anders: „Das ist eine bewusste Irreführung“, erklärt BI-Vorsitzender Christoph Frielingsdorf. „Es gibt keinen beschlossenen Bebauungsplan, sondern nur einen Bebauungsplan im Verfahren, der abschließend erst noch vom Stadtrat beschlossen werden müsste.“ Anscheinend habe man befürchtet, dass der Naherholungspark in der Endabstimmung im September eine Förderung erhalten könnte. „So weit durfte man es wohl nicht kommen lassen. Dann wäre dem Haupteinwand gegen den Naherholungspark, er sei nicht finanzierbar, die Grundlage entzogen worden“, meint Frielingsdorf, der die Benachrichtigung über den „Rausschmiss“ aus dem Bürgerbudget fünf Tage nach dem verheerenden Juli-Hochwasser per E-Mail erhielt.

„Die geplante Bebauung würde die ‚Schwammfunktion‘ nachhaltig schädigen“

„Das hat für uns eine besondere Tragik, weil der Schutz der Fläche für die Regenversickerung und als Wasserspeicher in unserem Alternativplan Naherholungspark oberste Priorität hat“, erklärt der BI-Vorsitzende. „Die von der Stadt geplante Bebauung würde diese ‚Schwammfunktion‘ nachhaltig schädigen mit allen Konsequenzen, die sich für künftige Flutkatastrophen daraus ergeben.“ Auch die Tatsache, dass man sich nicht an die Zusage gehalten habe, den Ideengeber des Projekts an der Besprechung mit dem Planungsamt zu beteiligen, empfindet Frielingsdorf als „glatten Wortbruch“.

Immerhin: Wie Christoph Frielingsdorf gegenüber der CW berichtet, hat die Bürgerinitiative aus dem Büro von Oberbürgermeister Uwe Schneidewind die Zusage zu einem Gespräch mit dem Stadtoberhaupt über ihr Anliegen erhalten.