Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

26.08.2021, 12.49 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Erika Wilhelm: Spenden sammeln ist ihr eine Herzensangelegenheit

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Viel kam bislang für die Hochwasseropfer zusammen. Die Cronenberger Dauer-Spendensammlerin Erika Wilhelm erhielt sogar einen neuen Backofen... | Foto: Matthias Müller

„Du bist einfach ein toller Mensch“, befand der damalige Wuppertaler Oberbürgermeister Peter Jung, als er im Januar 2013 in Vertretung des Bundespräsidenten der Cronenbergerin Erika Wilhelm das Bundesverdienstkreuz überreichte. Allerdings wurde Wilhelm damals nicht für ihre wunderbare Art und ihren Humor geehrt. Sie erhielt das Verdienstkreuz am Bande vielmehr für ihr jahrzehntelanges Engagement. Ihr Einsatz für Bedürftige beziehungsweise für diverse Einrichtungen und Organisationen, für den sie auch schon mit dem städtischen Ehrenamtspreis, der Konrad-Adenauer-Medaille und dem „Wupper-Taler“ ausgezeichnet wurde.

Seit 60 Jahren „pausenlos Spenden gesammelt“

Vor über 60 Jahren hat Erika Wilhelm mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit begonnen – „seitdem habe ich pausenlos gesammelt”, befindet Wilhelm. Den Anstoß gab dabei ihr inzwischen verstorbener Mann Klaus Wilhelm: „Er war in den 1950er-Jahren übrigens der beste Torwart des Wuppertaler SV“, betont die heute 82-Jährige. Alles begann damit, dass er seine Frau bat, einem mittellosen Mann unter die Arme zu greifen, auf den er im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit als Beamter bei der Stadtverwaltung aufmerksam geworden war. „Damit kam eine Lawine ins Rollen“, blickt Erika Wilhelm zurück.

Zunächst nahm sich die Rottsie­perin bedürftiger Mitglieder verschiedener katholischer Gemeinden an, später konzentrierte sie sich auf ihre Dörper Heimatgemeinde Hl. Ewalde. In den vergangenen 60 Jahren sammelte Erika Wilhelm dabei nicht nur Kleidung, Hausrat und Möbel. Um an Sachspenden zu gelangen, organisiert sie bis heute auch Haushaltsauflösungen – Kleiderspenden sortiert und wäscht sie selbst, Möbel und anderes lagert Wilhelm in einer eigens angemieteten Garage ein. Die Zahl der Säcke vor ihrer Haustür wuchs und wächst weiter an…

„Ich kann doch nicht untätig rumsitzen“

Denn als vor gut einem Monat die Kohlfurth und das Morsbachtal im CW-Land nach einem stundenlangen Starkregen von einer Flutwelle erfasst wurden, da war natürlich Erika Wilhelm auch direkt zur Stelle – das war für sie eine Ehrensache: „Ich kann doch hier nicht untätig rumsitzen“, beschreibt die 82-Jährige ihr Gemüt.

Neben vielen Kleiderspenden, Kochtöpfen und gar einem kleinen Backofen kamen innerhalb kürzester Zeit knapp 2.500 Euro zusammen. Neben dem Spendengeld, das zudem die katholische Gemeinde Hl. Ewalde sammelte, geht alles auf das Konto der „Hochwasserhilfe Cronenberg“, welche unter Federführung von Pastor Thomas Hoppe von der Evangelischen Kirchengemeinde Cronenberg die Koordination von Hilfsangeboten und die Verteilung von Spendengeldern an die betroffenen Hochwasseropfer übernommen hat.

„Leider ist an Sachspenden nicht immer alles verwendbar“, bedauert Erika Wilhelm. Doch die gut organisierte Rottsieperin weiß alles mit viel Kraft in die richtigen Wege zu leiten. Spenden nimmt sie auch weiterhin an – „nur bitte mit Voranmeldung!“, betont Wilhelm. Wer die Rottsieperin kontaktierten möchte, findet ihre Rufnummer im Telefonbuch…

» Alle bisherigen CW-Berichte zu der Hochwasser-Katastrophe sind hier aufrufbar.